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    Mönchsondheim

    Altes Handwerk in historischen Mauern

    In feinen Kleidern flanierten die Mitglieder der Kitzinger Häckerbühne auf die Dorfplatz-Bühne beim Mönchsondheimer Kirchenburgfest. Foto: Hartmut Hess

    Gemäß dem Volksmund machen Kleider Leute, was die Mitglieder der Kitzinger Häckerbühne beim Mönchsondheimer Kirchenburgfest demonstrierten. Angeführt vom Franconia-Sextett, marschierte die Gruppe in feinen Stoffen eine Runde um das Kirchenburg-Ensemble und zog dann auf die Bühne unter der Dorflinde ein. Dort moderierte Walter Vierrether die Schau mit Gewändern aus acht Jahrhunderten.

    Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert reichte die Palette der gezeigten Gewändern der Häckerbühne und einer Mittelalter-Gruppe mit einer großen Farbenpracht. Auch der Leiter des Kirchenbugmuseums, Reinhard Hüßner, mischte sich unter die Häckerbühne-Riege und grüßte in Gehrock und Zylinder als Bürgermeister des Jahres 1900. Ebenso mehrere Jahrhunderte alt, aber ungleich dynamischer erwies sich später eine Fechtvorführung in mittelalterlichen Rüstungen und Waffen.

    Rund um die Dorfkirche herum pulsierte das Leben in den historischen Gaden, in denen Handwerker alte Traditionen erläuterten. Der Zimmerer-Meister Hermann Böhm aus Markt Einersheim verriet, dass es einst des Zimmerers Stolz gewesen sei, ein ganzes Haus ohne jegliches Eisen stabil zu bauen. Wie der 80-Jährige schilderte, waren damals die Zimmerleute noch selbst in die Wälder gegangen um die Baumstämme für ihr nächstes Bauwerk herauszusuchen. Nebenan rauchte der Ofen der Schmiede, der Wiesenbronner Korbflechter Hans Schönberger ging seiner Arbeit nach und in der Büttners-Gade erzählte der Weinhandelsküfer Otto Förth die einst vorherrschende Holzfass-Herstellung für die Winzer. Dicht belagert war der Stand des Kleinlangheimers Naturstein-Spezialisten Siegfried Müller, bei dem Kinder Hammer und Meißel schwangen, um sich Buntsandstein-Objekte zu fertigen.

    Die Frauen interessierte mehr, was in den anderen Gebäuden zu sehen war mit Klöpplerinnen, textilen Handarbeiten oder dem Arbeiten in der Spinnstube. Schon weit vom ehemaligen Rathaus entfernt, wehte den Besuchern ein verlockender Duft um die Nase, denn in der Backstube heizte der Backofen und das frisch gebackene Brot fand reißenden Absatz. Für die Kinder warteten Attraktionen wie das Knuddeln von Kaninchen, das Bestaunen frisch geschlüpfter Küken oder das Streicheln von Pferden, Eseln und Kälbern. Vor allem die Mädchen bevorzugten das Basteln von Schutzengelchen und die Malaktion.

    Beim Kirchenburgfest war wieder mehr als das halbe Dorf im Einsatz um Kassen-, Küchen- oder Thekendienst zu machen.

    Beim Kleinlangheimer Steinmetz Siegfried Müller (links) durften Kinder mit Werkzeug ihren eigenen Naturstein fertigen. Foto: Hartmut Hess
    Zimmerer-Meister Hermann Böhm (Zweiter von links) weihte die interessierten Gäste in die Geheimnisse seines Handwerks ein. Foto: Hartmut Hess

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