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    VOLKACH

    Altlasten am Main: keine wirkliche Gefahr

    Mainlände Volkach. Der Schotterbereich ist großflächig mit Altlasten belastet, deren Entsorgung der Stadtrat weiter verfolgt. Für die Neugestaltung der Mainlände wird dieser Bereich aus der Planung genommen. Foto: Guido Chuleck

    Noch bevor die Arbeiten für die neue Mainbrücke in Volkach begonnen hatten, fanden sich bei Bodenuntersuchungen im Jahr 2007 Hinweise auf „müllartige Ablagerungen im Untergrund“, und zwar nördlich der Mainbrücke unterhalb der dortigen Schotterfläche. 2010 ordnete das Landratsamt eine Untersuchung an wegen Hinweisen auf eine Bodenverunreinigung, und 2016 setzte das Würzburger Geotechnik-Büro GMP eine Detailuntersuchung an. Deren Ergebnisse präsentierte Alexander Reinhart, Diplom-Ingenieur Umweltschutz, in der jüngsten Stadtratssitzung.

    Die gute Nachricht: wirklich gefährliche Altlasten sind nicht vorhanden. Gleichwohl läuft mit dieser Detailuntersuchung eine Altlastenentsorgung, die fünf Jahre dauern wird. Für die Neugestaltung der Mainlände, ob mit oder ohne Hotel, wird dieser Bereich unterhalb der Brücke bis zum ersten Schiffsanleger aus der vom Stadtrat beauftragten Planung der Städtebauförderung herausgenommen.

    Nun sind Altlasten in Volkach nichts Unbekanntes. Als der neue Einkaufspark außerhalb der Innenstadt auf dem Areal des damaligen Tanklagers gebaut werden sollte, waren Kosten in Millionenhöhe zu entrichten gewesen. Wie teuer die Entsorgung der Altlasten am Main sein könnte, wollte Bürgermeister Peter Kornell nicht einmal schätzen. „Das wird ein Betrag, der uns überfordert“, sagte er, „da werden wir alle möglichen Ämter und Behörden um finanzielle Unterstützung bitten müssen.“ Leisten kann sich die Stadt die Kosten für die Untersuchung: Von den 47 600 Euro Gesamtkosten trägt die Stadt 29 700 Euro, den Rest trägt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt.

    Für die Detailuntersuchung am Main hatte Reinhart 30 Baggerschürfen veranlasst. „Was wir gefunden haben, sind viele organische Parameter“, sagte er. So fanden sich unter anderem Reste von Grillkohle, Ziegelsteinen, Metall, Holz, Porzellan, Gläser und sogar Zwetschgenkerne. Somit könne er auch nicht von Hausmüll sprechen, sagte er. „Wo genau diese Lasten herkommen und was genau dort ist, wissen wir nicht“, sagt Reinhart, Projektleiter Umwelt des Würzburger Büros und Fachmann für Altlasten, „so manches könnte auch mit Ablagerungen im Zug des Kanalbaus zu tun haben.“ Was er weiß, ist, dass der Eschbachgraben nicht belastet ist. „Dort habe ich nichts gefunden, was auf eine Verunreinigung hinweisen könnte.“ Und das Grundwasser besitzt dort die Eigenschaft, vom Main wegzufließen (Grundwassergefälle). Den Gedanken an eine (kostspielige) Sanierung des Grundwassers wird er aber dennoch nicht aus den Augen verlieren. Einer der nächsten Verfahrensschritte ist die sogenannte Hot-Spot-Sanierung. Das bedeutet, dass für das Gebiet nicht eine kostenintensive Komplettsanierung notwendig ist, „das haben Sie beim Tanklager ja genauso gemacht“.

    Das Problem mit Altlasten „existiert bundesweit an vielen Wasserstraßen“, weshalb die Entsorgung sowohl für Fachbehörden als auch Firmen „nichts besonders“ darstelle, so der Bürgermeister. Entsorgt werden müsse auf jeden Fall, so Reinhart, und der von Ratsmitglied Ulrich Hofmann angefragte „natürliche Abbau der organischen Stoffe“ sei nicht so einfach. „Da haben wir Halbwertszeiten von an die tausend Jahren und mehr“, sagte er. Insgesamt, schloss Kornell, „muss uns jetzt nicht Angst und Bange sein. Wir gehen die Planung an, und für die Busse zum Schiffsanleger planen wir eine neue Zufahrt“.

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