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    Kitzingen

    Auf der Suche nach Bomben und Granaten am Oberen Mainkai

    Abgeschlossen: Bei der Kampfmitteluntersuchung am Oberen Mainkai haben die Mitarbeiter der HRS Ingenieur- und Rohrleitungsbau zwei Verdachtsstellen identifiziert. Foto: Lisa Marie Waschbusch

    Der große, gelbe Bagger hebt Erde aus dem Boden, wo zuletzt noch Autos parkten. Nach eineinhalb Metern erreicht er den Wasserspiegel, Mainwasser läuft in das Loch. Bastian Schumann steigt mit einem Eisendetektor in der Hand hinein. Nichts, keine weiteren Anomalien. Neben dem Loch liegt ein zerdrücktes Stück Blech. Eine Hülse, vermutlich von einer Flakgranate aus dem Zweiten Weltkrieg, ohne Pulver und Zündstück. Mehr hat Schumann nicht gefunden. Damit ist das Gebiet am Oberen Mainkai in Kitzingen offensichtlich kampfmittelfrei.

    Schumann und seine Kollegen von der Ingenieur- und Rohrleitungsfirma HRS aus Au in der Hallertau untersuchten das Gebiet, in dem die alte Kaimauer saniert wird, auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Untersuchung im Wasser hat eine auf Wassersondierungen und Taucheinsätze spezialisierte Subfirma von HRS bereits vor Wochen abgeschlossen.

    Es habe 58 Verdachtsstellen gegeben; gefunden habe man lediglich Zivilschrott, darunter ein vor Jahren geklautes Mofa, das nun von der Polizei abgeholt wurde, erklärt Tobias Haupt vom Bauamt Kitzingen. Gesucht haben die Arbeiter innerhalb eines 25 Meter breiten Streifens parallel zur Kaimauer. Von dort aus sollen im Anschluss Bohrungen im Main stattfinden. "Und dann muss man sicher sein, dass darunter keine Bomben liegen", erklärt Haupt.

    Bastian Schumann vom Ingenieurbüro HRS untersucht die Verdachtsstelle. Foto: Lisa Marie Waschbusch

    58 verdächtige Orte untersucht

    Vergangene Woche begann die Untersuchung an Land. Während einer fußläufigen Sondierung, bei der der Boden Schritt für Schritt auf Anomalien überprüft wurde, konnte die Firma aus Oberbayern zwei Verdachtspunkte festmachen, die untersucht werden mussten. "Wenn ich Körper habe, die keinem oberflächlich sichtbaren oder laut Bestandsplänen vorhandenen Bauwerksteilen zugeordnet werden können, ist es eine Anomalie, die überprüft werden muss," erklärt Schumann. 

    Bei der ersten Grabung fand er eine alte Wand, die ursächlich für die Anomalie war, bei der zweiten die alte Hülse. Sind die Sondierungen abgeschlossen, erhält die Stadt Kitzingen als Auftraggeber eine Freigabekarte mit den Bereichen, die untersucht wurden. Anschließend kann das Bauvorhaben wie geplant weitergehen. 

    Bei der Sondierung fand das Ingenieurbüro HRS an einer der Verdachtsstellen eine Hülse, vermutlich von einer Flakgranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Lisa Marie Waschbusch

    Baustelle tangiert Bodendenkmal

    Die Baustelle liegt im Bereich des Bodendenkmals, das bis zur Kaimauer reicht. Um dort Grabarbeiten durchführen zu können, müsse man vorher bei der Denkmalschutzbehörde die Erlaubnis dafür einholen, so Haupt vom Bauamt. Aus diesem Grund war bei der Kampfmitteluntersuchung an Land ein Archäologe dabei. Markus Rehfeld von BfAD Heyse untersuchte das Gebiet auf historische Strukturen, zuerst innerhalb der Ausgrabungsstellen des Kampfmittelräumdienstes, anschließend stand eine rein archäologische Sondierung an. 

    Die Sanierung der alten Kaimauer hat am 6. Mai angefangen; die Planungen reichen deutlich weiter zurück. 2013 untersuchte man die Kaimauer das erste Mal mit Tauchern und stellte erhebliche Mängel fest. Die Bauarbeiten sollen bis Dezember 2020 dauern. Im Anschluss steht die Platzgestaltung bis zu den Häusern an, die wiederum ein halbes bis dreiviertel Jahr in Anspruch nehmen könnte. Jetzt braucht die Stadt aber erst einmal die Kampfmittelfreiheit an Land, um mit dem Bau weitermachen zu können.

    Nach der Kampfmittelsondierung untersucht der Archäologe Markus Rehfeld das Gebiet auf historische Strukturen. Foto: Lisa Marie Waschbusch

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