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    Kitzingen

    Auflagen setzen landwirtschaftlichen Betrieben zu

    Amtsleiter Gerd Düll berichtete den Mitgliedern des Kreisberatungsausschusses des Bayerischen Bauernverbandes über die Entwicklung der Betriebe. Foto: Gerhard Bauer

    Der Kreisberatungsausschuss des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit den Berichten der Arbeitskreise und Fachbereiche, heißt es in einer Pressemitteilung. 

    Landrätin Tamara Bischof weiß um die Komplexität des Themas Abfallbeseitigung, in der es immer wieder Probleme gibt. Daher wolle der Landkreis 2022 den Wertstoffhof selbst übernehmen. Wichtig sei in der Landwirtschaft Flagge zu zeigen. Selbst aus der Landwirtschaft kommend wolle sie sich lieber nicht vorstellen, was aus der Kulturlandschaft werden könne, wenn Landwirte aufhören.

    Das Kreislaufwirtschaftsgesetz

    Aus der Abfallberatung des Landratsamtes berichtete Philipp Kuhn von den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und seinen Auswirkungen für die Landwirtschaft. Es gelte die Vorgabe, dass Vermeidung von Abfall an erster Stelle stehe. Erst zuletzt gehe es dann um Abfallverwertung. Bei Gewerbeabfall aus der Landwirtschaft sei energetische Verwertung nur noch in Ausnahmefällen möglich.

    Wein von grandioser Qualität

    Aus dem Weinbau berichtete Peter Wolter, dass der Wein 2019 trotz witterungsbedingter Schäden von grandioser Qualität sei. 56 Hektoliter je Hektar sei die niedrigste Erntemenge seit 1984. Durchschnittlich wurden 90 Grad Oechsle gemessen.

    Wegen der Trockenperioden sei Bewässerung ein großes Thema, da Wasserentnahmen im Sommer weitgehend ausgeschlossen seien. Wolter empfahl gute Bodenbewirtschaftung mit Humuseintrag zur Wasserspeicherung. Nach Wegfall des Glyphosat-Einsatzes sei noch keine passende Lösung gefunden.

    Zu wenig Regen

    Winzer Werner Emmerich unterstrich, dass sich Düngeverordnung und Erosionsschutz in Steillagen nicht vertrügen. Betriebe könnten die Auflagen nicht mehr schultern. Insolvenzen und Flächenstilllegungen mit ungehinderter Ausbreitung von Pilzkrankheiten seien die Folge. Insolvenzen mit Pachtungen aufzufangen sei kaum noch möglich und die Auswirkungen auf die Kulturlandschaft somit absehbar. In Trauben müsse eine bestimmte Menge Stickstoff enthalten sein, die Stickstoffgabe bewege sich aber bereits am unteren Rand. Zudem fehle Regen.

    Wären zwei Ernten möglich?

    Gäbe es die Wasserfrage nicht, seien zwei Ernten möglich, berichtete Herbert Pfriem aus Pflanzenbau und Landschaftspflege. Die Niederschlagsverteilung löse Ertragsschwankungen wie bei Sonnenblumen aus. Deren Preis stehe ganz unter dem Eindruck des Assoziierungsabkommens mit der Ukraine. Der Weizen leide unter der mangelnden Stickstoffdüngung und daher fehlender Eiweißbildung.

    Für die Bereiche Jagd, Wald und Forsten müsse die Politik neue Rahmenbedingungen stecken. Jede Generation habe die Verpflichtung auf den Wald aufzupassen, damit er sich regenerieren könne.

    Tierarmer Landkreis

    Pfriem beklagte eine dramatische Entwicklung bei den landwirtschaftlichen Betrieben mit Auflösungen oder Umorganisation als Nebenerwerb. Der bereits tierarme Landkreis werde so weiter Tiere verlieren.

    Überproduktion beim Gemüse

    Der Gemüsemarkt ist nach Worten von Rainer Hofmann geprägt von Überproduktion. Bei einzelnen Gemüse- und Salatsorten kam er allerdings zu unterschiedlichen Einschätzungen. Die Herstellungskosten stiegen wegen der Heizkosten insgesamt an, wobei die CO2-Abgabe (10 000 Euro/Hektar) zusätzliche Kosten befürchten lasse. Damit sei kein Gärtner mehr mit dem Ausland konkurrenzfähig.

    Für den Gärtnerort Segnitz befürchtet Hofmann, dass bald kein Betrieb mehr weitergeführt werde, wenn der derzeitige Betriebsleiter in Rente gehe. Als Ursache nannte er ständig neue Umweltauflagen. Ein weiteres Problem sei die Bewässerung, denn die täglich benötigte Wassermenge könne nicht bevorratet werden.

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