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    Kitzingen

    Aus dem Gericht: Freiheitsstrafe für vorbestraften Ebay-Betrüger

    Weil er dem Käufer eines Smartphones trotz erhaltener Bezahlung die Ware nicht auslieferte, wurde ein Ebay-Betrüger aus dem Landkreis Kitzingen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.  Foto: Monika Skolimowska (dpa)

    Es war nicht das erste Smartphone, das ein 34-Jähriger aus dem Landkreis über das Internetportal Ebay Kleinanzeigen verkaufte. Und es war auch nicht das erste Mal, dass dieses nicht bei seinem neuen Besitzer ankam, obwohl dieser den Kaufpreis längst überwiesen hatte. Für den jüngsten Fall, bei dem der Verkauf Ende März stattfand, musste sich der Mann nun erneut wegen Betrugs vor dem Amtsgericht Kitzingen verantworten. 

    Der Angeklagte stritt nicht ab, dass er das Smartphone über die Internetplattform angeboten hat. Seine Erläuterungen, warum das Handy nie bei dem Käufer ankam, schienen dem Gericht allerdings eher unglaubwürdig. Nicht zuletzt auch wegen seiner sechs Vorstrafen, "die alle merkwürdig verdächtig klingen", so die Richterin.

    Laut dem Angeklagten ist der Versuch, die Ware an den neuen Besitzer aus Neustadt an der Weinstraße zu schicken, missglückt. Die Sendung sei zurückgekommen, sagte er. Eine Sendungsnummer, die die Sendung hätte belegen können, schickte er dem Käufer trotz Nachfrage nie. "Ich schmeiß' immer gleich alles weg", war seine Erklärung dafür.

    Übergabe fand nie statt

    Daraufhin habe er dem 26-jährigen Käufer angeboten, ihm das Smartphone vorbeizubringen, weil er ohnehin kurz darauf in der Gegend unterwegs sei. Der Käufer solle zu einem Ikea-Kaufhaus kommen, was dieser verneint haben soll. Von besagtem Treffen bei Ikea will der Käufer wiederum nichts gewusst haben. Laut ihm hätte es einen anderen Treffpunkt gegeben. Dort habe er vergeblich auf den Angeklagten gewartet, der immer wieder Ausreden parat gehabt hätte. Ein Treffen fand letztlich nie statt.

    "Nach dem Treffen, das nicht stattgefunden hat, wollte der sein Geld wieder", sagte der Angeklagte beinahe bestürzt. Er habe ihn dann extra darauf warten lassen. Sein Geld, 450 Euro, bekam der Käufer tatsächlich zurück – allerdings erst, nachdem er bei der Polizei eine Anzeige wegen Betrugs erstattete und einen Anwalt einschaltete. Am Tag, an dem der 26-Jährige das Geld erhielt, habe er einen beleidigenden Anruf des Angeklagten erhalten. Als der Geschädigte den Raum verließ,  entschuldigte sich der 34-jährige Betrüger bei ihm.

    Gericht hält Angeklagten für schuldig

    Für die Staatsanwaltschaft gibt es keinen Zweifel: der Angeklagte ist schuldig. Immer wieder fiel er bei der Justiz auf, schon 2014 verkaufte er Smartphones über das Internet und lieferte die Ware nicht. "Ich glaube dem Angeklagten kein Wort", so der Staatsanwalt. Es handele sich bei der Rückerstattung des Kaufpreises lediglich um Schadenswiedergutmachung. Trotz seiner mehrfach einschlägigen Vorstrafen habe es "ihn nicht davon abgehalten". Während die Staatsanwaltschaft keine Chance mehr für eine Geldstrafe sah, forderte der Verteidiger genau das.

    Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten ohne Bewährung. 

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