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    Kitzingen

    Ausstellung: Die Rückkehr einer alten Weizensorte

    Lassen alte Weizensorten rund um Gnodstadt wieder aufleben: Martin Keller (links) und Hans Gebert. Foto: Barbara Keller

    Um Einkorn, Emmer, Dinkel und Weizen dreht sich eine Ausstellung vom Mittwoch, 24., bis Sonntag, 28. Juli, in der Alten Synagoge Kitzingen. im Mittelpunkt steht dabei die Wiedereinführung der alten unterfränkischen Weizensorte "Grells unterfränkischer Landweizen".   Präsentiert werden 100 Weizenarten, darunter auch Raritäten wie indischer und persischer Weizen sowie Rauweizen und Gommer.

    Hinter dem Projekt stecken Barbara und Martin Keller von der Projektwerkstatt "openhouse" in Mainstockheim sowie der Landwirt und Bäcker Hans Gebert aus Gnodstadt. Es ist ein spannendes Experiment, das da gerade in dem Marktbreiter Ortsteil läuft: Hans Gebert testet alte Getreidesorten auf Herz und Nieren. Die Sorten waren früher in Franken heimisch, gerieten dann aber in Vergessenheit oder mussten schließlich dem massentauglichen Einerlei weichen.

    Dem Vergessen entreißen

    Alte Weizensorten sind geschmacklich überzeugender – da sind sich die Beteiligten einig. Die alten Sorten dem Vergessen zu entreißen, ist das gemeinsame Hauptanliegen. Dabei geht es in erster Linie bei "Grells unterfränkischem Landweizen", den die Kellers vor einigen Jahren wiederentdeckten. Nach kleineren Tests im eigenen Garten wurde daraus jetzt ein großer Feldversuch – eben bei den Geberts in Gnodstadt. Der Demeter-Bäcker hat von Natur aus einen anderen Blick auf die Dinge, probiert gerne aus.

    Die Kette von der Produktion bis zum Verkauf könnte nicht besser sein: Hans Gebert ist Landwirt, Müller und Bäcker. Im Herbst wurde ein Sack "Grells unterfränkischer Landweizen" zusammen mit einem Sack Champagner-Roggen, ebenfalls eine alte Sorte aus Süddeutschland, nach Gnodstadt geliefert und wenig später ausgesät.

    Kostproben inklusive

    Das Projekt wird nun gebührend gefeiert: Zusammen mit der Volkshochschule bietet "openhouse" eine Ausstellung zum Thema Weizen und Vorträge samt Verkostung in der Alten Synagoge in Kitzingen an. Neben den Kellers wird auch Hans Gebert anwesend sein und von seinen Erfahrungen im Anbau und in der Backstube berichten. Es darf selbstverständlich gekostet werden, auch wenn die aktuelle Ernte noch auf sich warten lässt, die Reife des Weizens dauerte länger als gedacht.

    Die Ausstellung "Einkorn, Emmer, Dinkel und Weizen – Die Weizenarten, ihre Entwicklung und ihre Bedeutung" ist in der Alten Synagoge in Kitzingen von Mittwoch bis Sonntag zu sehen. Gezeigt wird die wichtigste Nahrungspflanze der Menschen und die damit verbundene Kulturgeschichte. Weizen prägt maßgeblich das menschliche Leben: Was wären wir ohne unser täglich Brot, Nudeln, Mehl und Pizza?

    Ausstellung: Einkorn, Emmer. Dinkel, Weizen, 24. bis 28. Juli, Alte Synagoge Kitzingen. Ausstellung und Vorträge sind kostenlos in Kooperation mit der Kitzinger Volkshochschule.

    Öffnungszeiten: 24. Juli, 18 bis 19.30 Uhr, 25. Juli, 15 bis 19.30 Uhr sowie 26. bis 28. Juli, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

    Vorträge: 24. Juli ab 19.30 Uhr: Die Re-Kultivierung von historischen Getreidelandsorten und frühen Getreidezuchtsorten in Bayern, Referent: Klaus Fleißner. 25. Juli, 19.30 Uhr: Die Geschichte des Weizens und seiner Verwandten Einkorn, Emmer, Dinkel, Referentin: Barbara Keller.

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