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    KITZINGEN

    Ballonfahrer-Jubiläum: 500 Mal die Welt von oben

    Ein Ballonfahrer braucht gutes Wetter, starke Nerven und Thea – dann schafft er es, 500 Mal aufzusteigen. Wolfgang Ruft aus Kleinlangheim ist das gelungen. Ende Juni startete zu seiner Jubiläumsfahrt. Mit dabei: seine Frau Thea. Aber nicht im Korb, sondern auf der Erde. Sie hat – wie fast immer – den Bodendienst übernommen. „Ohne sie geht nichts“, sagt Ruft.

    Seit 1994 Ballonpilot

    Ballonpilot ist das Mitglied im Luftsportclub (LSC) Kitzingen seit 1994. Bevor er die Ausbildung begann, fragte er seine Frau, ob sie ihn dabei unterstützt und den Bodendienst übernimmt. Das heißt, sie verfolgt auf der Erde den Ballon vom Start bis zur Landung. So auch bei der 500. Fahrt, die Ruft vom Kitzinger Flugplatz nach Seinsheim führte.

    Eigentlich war Ruft Segelflieger im LSC, doch dann bekam der Verein den Ballon mit dem süßen Wolf und keiner konnte ihn fahren. Also machte er die Ausbildung zum Ballonfahrer. Seine erste Ausbildungsfahrt war seine erste Fahrt im Ballon überhaupt. Am 3. September 1994 war das und seitdem darf er sich „Ritter Wolfgang luftsportbegeisterter Hüter des Gesetzes an der Veste Heldburg aufgestiegen um den Himmel mit lodernden Flammen zu bezwingen“ nennen – ein nicht unbedingt gängiger Rufname.

    Adelstitel für die Gäste

    Als Pilot hat er das Recht, sich solche Adelstitel für Gäste auszudenken, die das erste Mal in den Korb steigen. „Das macht aber meistens meine Frau“, sagt Ruft lachend. Die Aufnahme in den Ballonadelsstand ist ein Brauch, der auf die Anfänge der Ballonfahrt zurückgeht: König Ludwig XVI. von Frankreich erließ ein Gesetz, dass sich nur der Adel mittels eines Ballons in die Lüfte erheben darf.

    Damals wie heute sind die Ballonfahrer vom Wetter abhängig. Mindestens vier Stunden darf es nicht regnen, kein Gewitter oder Böen geben und die Thermik muss passen. „Das Wetter wird immer schlechter“, erklärt der 60-Jährige. Vor zehn Jahren konnte er noch drei Tage im Voraus seine Fahrten planen. Jetzt weiß er morgens beim Aufstehen nicht, ob er abends in den Ballon steigen kann. „Im vergangenen Jahr bin ich nur fünf Mal aufgestiegen“, sagt er. 2016 waren es 40 Fahrten.

    Bestes Wetter zum Jubiläum

    Bei seiner Jubiläumsfahrt hat das Wetter bestens gepasst. Auf dem Kitzinger Flugplatz machte er den 25 Meter hohen Ballon fertig. 19 Meter hat er im Durchmesser, 3600 Kubikmeter Gas nimmt er auf. Nach etwa 30 Minuten startet die Fahrt. Dieses Mal hatte er ein Ehepaar aus Mönchsondheim dabei. „Allein fahre ich fast nie. Da müsste ich Gewichte mitnehmen“, erklärt Ruft. Bei Seinsheim, nach etwa 70 Minuten, endete seine 500. Fahrt. Besondere Vorkommnisse: keine.

    Mitten in der Zellerau gelandet

    An eine Fahrt kann sich der Pilot aber noch genau erinnern. „Da bin ich mitten in Würzburg gelandet“, erzählt er. Gestartet wurde in Randersacker. „Über der Augustinerstraße in Würzburg ging's nicht mehr weiter.“ Der Ballon stand etwa in zwei Kilometern Höhe in der Luft. „Es ging weder vor noch zurück“, sagt Ruft. „Da hieß es Nerven behalten und Ruhe bewahren.“ Weil es über den Dächern mehr Luftbewegung gibt, rief er die Würzburger Polizei an und informierte sie über den Plan, Gas abzulassen. „Auf einem kleinen Parkplatz in der Zellerau sind wir dann gelandet. Da habe ich schon geschwitzt“, erzählt er.

    In Seinsheim landete er ohne Probleme um 20.42 Uhr. Seine Thea holte ihn ab – ohne sie geht schließlich nichts. Und außerdem hatten sie Hochzeitstag.

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