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    Marktbreit

    Bauausschuss in Marktbreit hält Abstand bei seinen Entscheidungen

    Nur mit großem Abstand voneinander tagte der Bauausschuss in Marktbreit mit (von links) Gerd Friedlein, Volker Iglhaut, Jürgen Huthöfer, Bürgermeisterin Martina Michel, Protokollant Joachim Lott, Harald Kopp, Christiane Berneth und Alexander Mader.
    Nur mit großem Abstand voneinander tagte der Bauausschuss in Marktbreit mit (von links) Gerd Friedlein, Volker Iglhaut, Jürgen Huthöfer, Bürgermeisterin Martina Michel, Protokollant Joachim Lott, Harald Kopp, Christiane Berneth und Alexander Mader. Foto: Robert Haaß

    "Bitte halten Sie Abstand zueinander", appellierte Martina Michel, Leiterin der Sitzung des Marktbreiter Bauausschusses und dritte Bürgermeisterin der Stadt, am Dienstagabend an die Sitzungsbesucher: keine Nähe zulassen. Desinfektionsmittel standen auf dem Tisch, ein weiterer Hinweis informierte, dass auf den Toiletten Händewaschen möglich sei.

    Abstand halten – das galt auch für die sechs Mitglieder des Bauausschusses, die Bürgermeisterin und den Protokollanten Joachim Lott. Bei so viel Zwischenraum reichte der Sitzungssaal gerade aus. Allein schon des notwendigen Abstands wegen wird in der nächsten Zeit in diesem Raum wohl keine Sitzung des gesamten Stadtrats mehr stattfinden können.

    Ablehnung für Ausnahmen

    Vor allem Abweichungen von den Festsetzung in den Bebauungsplänen und von der Gestaltungssatzung standen im Zentrum der Sitzung. So  im neuen Baugebiet Ohrenberg. Dort gilt für die Einfriedung von Grundstücken: Hecken ja, Zäune auch, aber Mauern sind tabu.

    Immer wieder werden Ausnahmen davon beantragt, die zum Teil auch schon gebaut wurden. Der Ausschuss geht in dieser Sache restriktiv vor, hat deshalb auch bereits Ortstermine abgehalten und Abweichungen konsequent abgelehnt. So war das auch am Dienstag.

    Bei einer Kontrolle stellte die Bauverwaltung fest, dass an einem Grundstück eine Betonmauer mit einer Höhe von bis zu 1,80 Metern stehe. Sowohl die Höhe als auch das Material sind eigentlich gar nicht genehmigungsfähig. Der Bauausschuss war in diesem Fall zu einem Kompromiss bereit: Die Höhe muss auf einen Meter reduziert werden, der Beton darf bleiben.

    Carport-Dach ist zu flach

    Auch nicht einverstanden waren die Räte mit einem Befreiungsantrag für ein Carport im Baugebiet "Am Steinbruch" in Gnodstadt. Zwar hatte der Ausschuss nichts gegen die jeweils nur geringfügige Überschreitung der Baugrenze und der Wandhöhe. Die Dachneigung dürfe allerdings nicht flacher sein als bei anderen Gebäude in der Umgebung.

    Die Dachgauben eines Bauvorhabens in der Schlossgasse werden so ausgeführt wie es in der Gestaltungssatzung vorgesehen ist. Allerdings störte sich eine Mehrheit der Räte an der Vorgabe des Städteplaners, die Wangen der Gauben, wie es die Satzung vorschreibt, nicht in Blech auszuführen und lehnten damit das gesamte Vorhaben ab. Deswegen soll noch einmal ein Gespräch mit dem Städteplaner geführt werden.

    Mehr Grün in der Innenstadt

    Zum fünften Mal verlängerte das Gremium einen Antrag aus Gnodstadt auf den Bau eines Schweinestalls. Die ursprüngliche Genehmigung aus dem Jahr 2008 muss im Falle einer Umsetzung allerdings an die aktuellen Vorschriften angepasst werden.

    Obwohl der Antrag erst am Tag vor der Sitzung eingegangen war, konnte die Verwaltung ein Bauvorhaben in der Pfarrer-Geyer-Straße in Gnodstadt, Abriss und Neubau eines Einfamilienhauses, prüfen. Die Räte stimmten vorbehaltlich der Stellungnahme des Städteplaners zu.

    Wieder ein Thema war der Antrag auf die Begrünung der Altstadt. Bei einem Ortstermin sprach sich der Städteplaner gegen Pflanzkübel aus. Es sollen Vorschläge für Pflanzflächen gemacht werden und die Bürger  dazu aufgerufen werden, Fensterkästen aufzustellen.

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