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    Gnodstadt

    Bauvorhaben Neubaustraße erneut abgelehnt

    Der Bebauungsplan Mühlsteige in Marktbreit ist groß. Er umfasst über 400 Baugrundstücke auf rund 30 Hektar Fläche. Er ist alt, er stammt aus dem Jahr 1979. Er ist mehrfach geändert, die Bauvorhaben erhielten viele Ausnahmen und das Gelände ist sehr unterschiedlich, von steil bis fast flach. Grund genug, so der Marktbreiter Stadtrat am Montag in Gnodstadt, den Plan zu erneuern und, da sich Besitzerwechsel häufen, modernen Gegebenheiten anzupassen. Dazu wäre auch eine Digitalisierung des Plans wichtig.

    Allerdings: Diese Erkenntnis ist erst vor wenigen Wochen gewachsen. Der Hauptgrund für die Planneuordnung ist der Versuch, ein Mehrfamilienhaus in der Neubaustraße zu verhindern. Seit fast zwei Jahren beschäftigt sich der Stadtrat mit dem Bauvorhaben, nach vielen Änderungen und Nachbesserungen sieht die vorgesetzte Behörde kaum noch Gründe, die Baugenehmigung zu versagen. Denn aus ursprünglich zwei Häusern mit je sieben Wohneinheiten wurde nun noch ein Bau mit fünf Wohnungen. Die Befürchtung der Räte: Ist der Bau einmal genehmigt, folgt der zweite Teil sogleich und führt in diesem Bereich zu einer ungewollten Verdichtung.

    Von der Aufhebung des Planes über eine Neuaufstellung, eine Änderung und die Funktionslos-Stellung reichten die Vorschläge der Verwaltung für das weitere Vorgehen. Am Ende einigte sich eine Ratsmehrheit auf eine erneute, diesmal aber grundlegende Änderung des Bebauungsplanes. Um in der Zeit des Änderungsverfahrens, geschätzt werden zwei Jahre, größere Bauvorhaben zu verhindern, beschlossen die Räte zudem eine Veränderungssperre. Kleinere Baumaßnahmen können zwar genehmigt werden, bedürfen für die Dauer dieser Sperre aber eine Genehmigung durch den Stadtrat.

    Für Martina Michel war die Veränderungssperre eine zu harte Maßnahme. Martin Näck machte deutlich, dass auch mit geändertem Bebauungsplan eine Verdichtung der Bebauung nötig sei. Und Volker Iglhaut forderte, die Zu- und Abfahrt zum Baugebiet bei der Planänderung zu überdenken.

    Mit dem Änderungsbeschluss für den Bebauungsplan und der Veränderungssperre für Bauvorhaben wurde dann das Bauvorhaben für den Neubau eines Wohnhauses mit fünf Wohneinheiten in der Neubaustraße erneut abgelehnt - mit 9:7 Stimmen.

    Auch wenn SPD-Mann Martin Schulz am 6. Mai in Schweinfurt erwartet wird: Der Stadtrat beschloss am Montag mehrheitlich, trotz Bedenken von SPD-Rätin Maria Luise Thein,  an diesem Tag die nächste Ratssitzung anzuberaumen, denn zum regulären Sitzungstermin ist der Bürgermeister in München, wo eine verdiente Marktbreiter Persönlichkeit ausgezeichnet wird. Weitere Sitzungen sind am 11. und 16. April Bürgerversammlungen in Marktbreit und in Gnodstadt, am 23. April Bauausschuss und am 20 Mai Haushaltssitzung.

    Da die Mitarbeiter der Stadt wegen des Jubiläumsjahres 200 Jahre Stadterhebung weitgehend ausgelastet sind, werden städtische Gebäude beim Tag des Denkmals nur dann geöffnet, wenn sich Freiwillige zur Aufsicht melden. Vorgeschlagen zur Präsentation sind das E-Werk, das Malerwinkelhaus, das Schloss und das Lagerhaus.

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