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    Iphofen

    Bis Advent soll die neue Kapelle in Iphofen stehen

    Der Blick von oben auf die künftige Kapelle des Iphöfer Altenbetreuungszentrums. Im Hintergrund erhebt sich die Stadtpfarrkirche St. Veit. Foto: Eike Lenz

    Von außen sieht es aus wie der Turmbau zu Babel, doch bei näherer Betrachtung kann man sich dann doch vorstellen, dass aus diesem Rohbau einmal die neue Kapelle des Iphöfer Altenbetreuungszentrums werden soll. Am Montagabend besuchte der Bauausschuss die Baustelle, und Bürgermeister Josef Mend konnte zwischen Stützpfeilern und Mauervorsprüngen verkünden. „Alles im Plan. Es gibt keine Probleme.“ Wenn alles so bleibt, könnte es mit dem Eröffnungstermin tatsächlich klappen: Bis zum ersten Advent dieses Jahres soll das Gotteshaus fertig sein.

    Vor einem Jahr wurde das Projekt gestoppt

    Auf mehr als eine halbe Million Euro waren die Baukosten geschätzt, und es sieht so aus, als bliebe die Stadt als Bauherrin auch hier im Rahmen. Alle Gewerke sind vergeben, am Montag gingen die letzten Aufträge für Bodenbelags- und Tischlerarbeiten sowie für die Gestaltung der Außenanlage raus. Die ersten Ausschreibungen hatten Mitte 2018 noch dazu geführt, dass der Stadtrat das Projekt stoppte. Die Kosten lagen damals nach Angaben der Stadt 78 Prozent über der Schätzung. Der Rat entschied sich dafür, die Phase der überhitzten Konjunktur auszusitzen – mit Erfolg. „Die erneute Ausschreibung hat ein deutlich wirtschaftlicheres Angebot erbracht“, heißt es nun von der Verwaltung.

    Der geschwungene Rohbau der Kapelle auf dem Areal des Iphöfer Altenbetreuungszentrums ist fertiggestellt. Nur das Dach fehlt noch. Es soll später begrünt werden. Foto: Eike Lenz

    Im April begann schließlich der Abbruch der alten Kapelle, besser gesagt: dessen, was man bis dahin als Kapelle genutzt hatte – ein Therapieraum, der dem stetig gewachsenen Bedarf an Sitz- und vor allem an Rollstuhlplätzen schon länger nicht mehr gewachsen war. Rund 40 000 Euro kostete der Abbruch, der Rohbau noch einmal mehr als 160 000 Euro. Wer genau hinschaut, erkennt die geschwungene Form des Baukörpers. Im Innern soll auf gut 80 Quadratmetern Platz für 28 Rollstühle und weitere 36 Gottesdienstbesucher sein, die auf einer Rundbank an der Wand sitzen. An der Ostwand will die Stadt das ehemalige Deckengemälde aus der abgebrochenen Kapelle integrieren; es stammt vom französischen Künstler Fernand Renard, der von 1940 bis 1945 als Kriegsgefangener in Iphofen lebte.

    Manche sehen die Holzfassade kritisch

    Die Fassade wird mit Holz verkleidet, das Dach begrünt; vor allem über die Holzverkleidung war es im Stadtrat zu Diskussionen gekommen. Die meisten finden die Optik zwar gefällig, geben aber zu bedenken, dass das Holz mit der Zeit verwittert und grau wird. Auch bei der Baustellenbesichtigung am Montag waren solche Stimmen wieder zu hören. Bürgermeister Mend erwartet dennoch, dass aus der Kapelle ein „interessantes und spannendes Bauwerk“ wird.

    Direkt nebenan läuft eine weitere Baustelle. Dort sind die in die Jahre gekommenen Anwesen Kirchgasse 11 und 13 abgebrochen, die die Stadt vor einiger Zeit erworben hatte. Frühestens im Herbst, vermutlich erst im Frühjahr 2020 soll auf dem geräumten Grundstück mit dem Bau neun altengerechter Mietwohnungen begonnen werden. Zwei Millionen Euro wird das Projekt nach ersten Schätzungen kosten. Es wird vom Staat mit 30 Prozent echtem Zuschuss und einem zinslosen Darlehen von 60 Prozent der Bausumme gefördert, den Rest trägt die Stadt als Eigenanteil.

    Die Stadt will ein größeres Areal verkaufen

    Auch auf dem Grundstück Bahnhofstraße 29 sollen neue Wohnungen entstehen. Dieses Projekt soll nach Willen des Stadtrats aber ein privater Investor vorantreiben. Das gesamte Areal, so wurde es in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, soll verkauft werden. Betroffen sind mehrere Mietverhältnisse, darunter jenes des dort ansässigen Getränkemarkts, wie Bürgermeister Mend sagte. Die Kühlzelle der Forstverwaltung wird ins benachbarte Postgebäude verlagert.

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