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    KITZINGEN

    Blick in den idealen Sternenhimmel

    Ideale Bedingungen: Ein klarer Himmel verschaffte beim Kitzinger Astronomietag tiefe Einblicke bei Tag und Nacht. Am Tag war die Sonne mit Protuberanzen (gewaltige Wasserstofffontänen, die aus der Sonne schießen) durch ein Sonnenteleskop mit einem Filter zu sehen. Foto: Alfred Striedacher

    Zum vierten Mal hatten Sternfreunde aus Kitzingen und Umgebung zum nationalen Astronomietag eingeladen. Diesmal kamen bei idealem Wetter die Besucher auf ihre Kosten. Die Erwartungen wurden teilweise mehr als übertroffen.

    Bereits vor 14 Uhr stellten Ulf Fiebig und Alfred Striedacher aus Kitzingen sowie Wolfgang Fürstenhöfer aus Langenfeld und Florian Köhler aus Schweinfurt die ersten Teleskope für die Sonnenbeobachtung auf dem Gelände bei der Eherieder Mühle auf. Die Attraktion war die Beobachtung der Sonnenprotuberanzen am Sonnenrand mit den Sonnenteleskopen. Nicht weniger attraktiv war die Beobachtung der Sonne im Weißlicht, wobei wegen geringer Sonnenaktivität nur wenige der sogenannten Sonnenflecken zu erkennen waren. Immer mehr Besucher kamen im Lauf des Nachmittags und begeisterten sich fast bis zum Sonnenuntergang am Anblick der Sonne. Erfreulich war für die Sternenfreunde, dass vor allem viele Kinder sich um die Teleskope drängten.

    Die Frage „Kann man denn Sterne auch am Tag sehen?“ beantworteten Ulf Fiebig und Florian Köhler: „Wenn man die Koordinaten kennt, können fast jeder Stern und vor allem auch Planeten am Taghimmel aufgefunden werden.“ Zur Demonstration richteten die beiden ihre Teleskope auf die Venus aus und so konnten viele der Gäste den Nachbarplaneten als strahlend helles Scheibchen am Himmel bewundern.

    Nach Sonnenuntergang überzog sich der Himmel mit Wolkenbändern. Nach Einbruch der Dunkelheit verschwanden diese und – nur aufgehellt durch den Mond – funkelten immer mehr Sterne am nächtlichen Firmament. Mit Begeisterung beobachtete Jung und Alt durch die Teleskope den Mond und die Mondkrater in verschiedenen Vergrößerungsstufen. Die Besucher konnten sich an den sogenannten Maren (zu deutsch Meere) und den vielen tausend Kratern nicht sattsehen.

    Und dann war auch der Ringplanet Saturn zu sehen. Als erster hatte Florian Köhler sein Glas auf den Herrn der Ringe ausgerichtet. Sofort peilten die anderen Sternfreunde diesen prächtigen Planeten an und die Besucher waren begeistert. Nach 22.30 Uhr erlebten alle einen Sternenhimmel wie schon lange nicht mehr. So konnte neben den Beobachtungen von Mond und Saturn durch die Gläser der Sternfreunde Ulf Fiebig, Alfred Striedacher und Reiner Kesper aus Kitzingen sowie Wolfgang Fürstenhöfer aus Langenfeld, Andreas Zoll aus Zeubelried, Jürgen Degen aus Nürnberg und Florian Köhler aus Schweinfurt den staunenden Gästen mehrere Galaxien (Sterneninseln außerhalb unserer galaktischen Heimat) Kugel-sternhaufen und offene Sternhaufen vorführen. Es wurde aber nicht nur beobachtet. Die Gäste erfuhren im Gesprächen einiges über Entfernungen im All, Entstehen und Vergehen von Sternen und Planeten.

    Insgesamt war es für die Sternenfreunde eine gelungene Veranstaltung und es gibt Überlegungen, solche Beobachtungsabende öfter anzubieten. Jedenfalls haben sich die Sternfreunde aus Kitzingen und Umgebung über das Interesse gefreut und bedanken sich bei den weit mehr als 100 Besuchern, die sich im Laufe des Nachmittags und bis in die späten Nachtstunden – Ende war erst gegen 23.30 Uhr – eingefunden hatten.

    Von Alfred Striedacher

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