• aktualisiert:

    MAINBERNHEIM

    Bodo Bach kommt mit Pech im Gepäck nach Mainbernheim

    Spaß mit Bodo Bach: Der Comedian kommt am 8. September in die Mehrzweckhalle nach Mainbernheim. Foto: Robert Maschke Photography

    Der hessische Spaßmacher Bodo Bach kommt nach Mainbernheim. Was erwartet die Besucher? Wie kam es zu dem Alias-Namen? Und wie viel Pech steckt in dem Programm?

    Frage: Seit wann genau gibt es Bodo Bach?

    Bodo Bach: Seit 1994 – das ging damals im Radio mit meinen Telefonspäßen los. Die Anrufe haben sich schnell großer Beliebtheit erfreut. Mein wirklicher Name Robert Treutel war allerdings etwas schwer zu merken. Ich brauchte also einen Namen, den sich die Leute gut einprägen können – und das ist mir mit Bodo Bach dann auch gelungen.

    Was schätzen Sie: Wie viele dieser Gespräche haben Sie geführt?

    Bach: Irgendwas zwischen 1500 und 2000. Wobei ich ungern über die alten Zeiten rede. Was ich heute mache, hat mit dem Telefon nichts mehr zu tun. Die Anrufe haben mir zwar große Popularität in Deutsachland gebracht. Inzwischen bin ich aber auch schon wieder 16 Jahre auf der Bühne unterwegs und das Telefon habe ich bestimmt seit acht Jahren nicht mehr in Betrieb.

    Keine Lust mehr auf Radio

    Reden wir trotzdem über die Radiozeiten: Heute gibt es viel Mainstream mit gefühlt immer drei gleichen Liedern – was hat sich aus Ihrer Sicht geändert?

    Bach: Ich habe die Entwicklung komplett miterlebt. Meine ersten Gehversuche im Radio waren Anfang der 80er Jahre beim Westdeutschen Rundfunk. Damals hatten wir alle Freiheiten. Wir suchten die Musik selbst aus und redeten, wenn wir meinten, dass es etwas zu sagen gibt. Später in Frankfurt bei Hitradio FFH habe ich gelernt, was Formatradio ist. Das war eine Zeit lang interessant. Zum Schluss aber führte es dazu, dass ich keine Lust mehr auf Radio hatte. Der Sender hatte zudem gebeten, mich offensiver zu verkaufen. Aber ich bin eher ein zurückhaltender Mensch, auch wenn man das nicht glaubt, wenn ich auf der Bühne stehe. 2002 jedenfalls habe ich dann gesagt: Jetzt müsst ihr ohne mich Radio machen.

    Premiere am Freitag, den 13.

    Gibt es trotzdem noch einen Lieblingssender?

    Bach: Ich höre ganz gerne Deutschlandfunk Nova. Das ist eigentlich für junge Leute und nicht für einen alten Sack wie mich. Aber mir gefällt diese Art von Wissens-Radio und die Musik geht am Mainstream vorbei. Außerdem höre ich inzwischen viel Musik übers Handy von den verschiedenen Stream-Diensten – wie man das heutzutage so macht.

    Ihr aktuelles Programm heißt „Pech gehabt“ - ein ungewöhnlicher Titel . . .

    Bach: Der Grund war: Meine Agentur hatte festgelegt, dass die Premiere für mein neues Programm – das es damals noch gar nicht gab – an einem Freitag, den 13., ist. Da habe ich gesagt: Na gut, dann nennen wir den Titel 'Pech gehabt'. Ab da habe ich mich mit dem Pech beschäftigt. Dabei denkt man ja erst einmal an Missgeschicke und schlechte Laune – es hat sich dann aber zu einem unterhaltsamen Thema entwickelt. Ich sage dem Publikum übrigens gleich am Anfang, dass es ganz traurig wird und wir in einer halben Stunde alle weinen werden – aber zum Glück kommt es anders. Die meisten gehen jedenfalls nach zwei Stunden gut gelaunt raus.

    Flieger verpasst

    Wie sehr verfolgt Sie das Pech?

    Bach: Ich bin schon jemand, der nicht immer Glück hat. Bei mir ist aber auch oft Dummheit im Spiel. Ich habe zum Beispiel schon am Flughafen gesessen und den Flieger verpasst, weil ich so beschäftig war mit meinem Handy. Das ist dann aber – wie gesagt – eher Blödheit.

    Wenn der Robert den Bodo beschreiben müsste – was würde er sagen?

    Bach: Dass die beiden sich mittlerweile sehr ähnlich sind. Rein äußerlich gibt es keine Unterschiede, der Bodo trägt die Klamotten vom Robert. Beide schlafen auch zusammen in einem Bett. Natürlich ist der Bodo jemand, der versucht, die Dinge zuzuspitzen – das ist ja das Geheimnis der Comedy-Unterhaltung. Ich würde es so sagen: Der Robert ist das Gehirn und der Bodo ist der, der es ausplappert.

    Samstags bei Ikea

    Was erwartet die Besucher in Mainbernheim?

    Bach: Auf alle Fälle ist ein samstäglicher Besuch bei Ikea dabei. Es geht um Weinwanderungen und um meine liebe Frau. Die hat allerdings mit Pech nichts zu tun, sie ist im Gegenteil mein größtes Glück. Ich werde aber von meiner Ehe erzählen. Wobei ich das nicht nur erfinde – die Geschichten haben alle einen wahren Hintergrund. Am Schluss geht es auch um früher und heute, etwa der Vergleich zwischen dem Telefon mit Schnur und den Handys.

    Gibt es für Bodo Bach außerhalb von Hessen eigentlich Verständigungsprobleme?

    Bach: Das denkt man immer, ist aber nicht so. Mich verstehen alle. Das Hessisch lässt sich zum Glück auch sehr schön dosieren.

    Franken lachen gerne

    Welche Franken-Erfahrungen haben Sie?

    Bach: Ich bin eigentlich oft in Franken. Ich mag die Franken, vom Zungenschlag her gibt es fast ein paar ähnliche Begriffen. Und: Die Franken lachen gerne. Bis jetzt wurde ich zudem immer freundlich empfangen.

    Ihr schönster hessischer Begriff oder Satz?

    Bach: Der Klassiker ist ja der 'Aschebescher' – aber der gehört dem Maddin Schneider. Mein Satz ist: 'Ich hätt' da gern mal ein Problem.' Das war immer der Anfang meiner Telefonate und ist inzwischen ein geflügeltes Wort.

    Karten im Vorverkauf unter der Ticket-Hotline (09 31) 60 01 60 00 oder per Mail: info@mainticket.de sowie bei allen bekannten Verkaufsstellen.

    Zur Person

    Infos zur Person. Ein paar wichtige Informationen zum Interviewpartner, Lebenslauf, Bücher usw... (Kürzel)

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!