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    Kitzingen

    Das Bürgerzentrum und die Ja-aber-Zukunft

    Verein Bürgerzentrum mit seinen 16 Vereinen suchen Wege aus der Misere
    Engagierte Arbeit an drei Tagen in der Bürgerwerkstatt zur Zukunft des Bürgerzentrums: Seminarleiter Holger Schlemper erläutert die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt. Foto: Robert Haaß

    Hat das Bürgerzentrum in der Schrannenstraße in Kitzingen eine Zukunft? Und wenn ja - wie und wo? Das waren Fragen, denen sich in einer "Bürgerwerkstatt" Vereinsmitglieder, Bürger und Vertreter der Stadtpolitik stellten. Die Antwort: Ja – aber. Denn die Zukunft des Zuhauses für 16 Kitzinger Vereine und die ehrenamtlich betriebene Bürgerstube hängt in erster Linie von einem eigenen Gebäude ab. Und das ist alles andere als leicht zu finden.

    Der Hintergrund: 1992 beschloss der Stadtrat Kitzingen, Gebäude für "soziokulturelle Zwecke" zur Verfügung zu stellen. Die Trägerschaft sollte der Verein Bürgerzentrum übernehmen. Damit wurde ein städtisches Vereinsheim geschaffen, das sich unter dem Dachverband Bürgerzentrum e.V. entwickeln konnte. Nachdem das ursprüngliche Gebäude des Bürgerzentrums in der Fischergasse verkauft wurde, fand sich in der Schrannenstraße ein neues Haus, das "von den Mitgliedern des Vereins in Eigenleitung und mit Hilfe ortsansässiger Firmen und Spendern zu einem wahren Schmuckkästchen gestaltet" wurde, so Renate Fabian in einem Einführungsvortrag. Zum Ende vergangenen Jahres sprach die Stadt dem Verein Bürgerzentrum eine erste Kündigung aus, die dann allerdings bis Jahresmitte verlängert wurde. Denn die Stadt hat einen Investor, der im Haus des Bürgerzentrums ein Hotel errichten möchte – alleine es mangelt am Betreiber.

    Vieles nicht akzeptabel

    Für den Verein Bürgerzentrum allerdings begann die Zeit zu handeln. Denn die bislang vorgeschlagenen Alternativen für eine neue Unterkunft von Seiten der Stadt waren entweder zu klein, zu teuer oder aber – eine Ausgliederung der "Vereinsfamilie" an unterschiedliche Standorte –nicht akzeptabel, da sie das Ende der Einrichtung Bürgerzentrum bedeute.

    Von Freitag bis Sonntag Mittag setzten sich knapp 20 Interessierte - Bürger, Vertreter der Vereine und Stadträte - zusammen, um einen Weg zu erarbeiten, der aus dieser Misere führt. Die Mitglieder des Vorstands des Vereins Bürgerzentrums enthielten sich den Diskussionen der einzelnen Workshops, um ein möglichst neutrales Ergebnis zu erhalten.

    Viele Emotionen

    Auch nach den beiden Seminartagen war die Diskussion über die Zukunft des Bürgerzentrums immer noch sehr emotionsgetragen, wie die Abschlussveranstaltung am Sonntagvormittag zeigte, bei der die Ergebnisse nun auch in Anwesenheit des Vorstands beraten wurden. Wichtigste Erkenntnis dabei: Das Bürgerzentrum kann nur mit einem eigenen Gebäude erhalten werden – da waren sich alle Mitglieder einig. Der Verein Bürgerzentrum müsse dabei so aufgestellt werden, dass er ein relevanter Faktor für Kitzingen ist: Er muss sich noch besser sichtbar machen, die Präsenz ausbauen und das Haus noch stärker als soziokulturelles Zentrum präsentieren, was es heute schon als Heim für viele Vereine und die "Bürgerstube" ist.

    Gehadert wurde vor allem mit der Aufkündigung des Grundsatzbeschlusses des Stadtrats aus dem Jahr 1992, nachdem die Stadt die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Rätin Elvira Kahnt dazu: "Der Stadtrat hat sich aus der weiteren Suche nach einem Gebäude verabschiedet." Mit einem neuen Konzept könne der Verein ein Zeichen setzen und eine positive Haltung zeigen. Ratskollegin Andrea Schmidt möchte dazu eine öffentliche Diskussion im Stadtrat.

    "Wir wollen eine öffentliche Entscheidung des Stadtrats", forderte Vorstandsmitglied Reinhard Knieß, denn "wir wollen hier umsonst für Kitzinger Bürger arbeiten." Das Fundament für diese Arbeit sei allerdings ein Gebäude.

    Wie geht es weiter? Seminarleiter Holger Schlemper wird die Ergebnisse der Workshops zusammenfassen und gliedern. Die werden dann in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung präsentiert und, so das Resultat angenommen wird, der Vereinsvorstand beauftragt, dies umzusetzen.

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