• aktualisiert:

    Kitzingen

    Das Kitzinger Weinfest kommt gut an, aber geht es noch besser?

    Auch von der anderen Mainseite schön – das Kitzinger Weinfest. Foto: Andreas Schindler

    Eine Grundsatzfrage beschäftigte kürzlich den Kitzinger Stadtrat: Soll das Kitzinger Weinfest, das aus Sicht des Gremiums gut läuft, in bewährten Händen bleiben, oder soll man durch eine Ausschreibung potenzielle neue Betreiber einladen, sich dafür zu bewerben?

    Seit 2012 richtet ununterbrochen die Kitzinger Promenaden Weinfest GbR das Weinfest am Mainkai aus. Dahinter stehen die Metzgerei Frickel, das Weingut Röser und die GWF (alle Kitzingen). Aus Sicht der Verwaltung läuft die Zusammenarbeit "reibungslos"; die Weinfeste sieht sie als "gelungen und erfolgreich". Da der laufende Drei-Jahre-Vertrag mit dem vergangenen Weinfest endete, stand eine Neuvergabe an. Die Verwaltung schlug vor, wieder die Kitzinger Promenaden Weinfest GbR zu berücksichtigen – entweder für die nächsten drei oder sogar fünf Jahre, weil sie bereit sei, in Neuerungen zu investieren.

    Gute Zusammenarbeit mit bisherigem Betreiber

    Die Verwaltung begründete dies mit der "sehr guten Zusammenarbeit", der "hohen Akzeptanz bei den Bürgern und Anliegern" und damit, dass es bislang keine "sicherheitsrechtlichen Vorkommnisse" gegeben habe. Außerdem seien alle Akteure aus Kitzingen, darunter das "Aushängeschild " GWF.  Die Stadt beteiligt sich an den Kosten jährlich mit 10 000 Euro sowie mit Bauhofleistungen im gleichen Umfang. 

    Im Stadtrat entwickelte sich dennoch eine Grundsatzdiskussion: Uwe Hartmann (Bayernpartei) befand, dass man auch anderen Betreibern eine Chance geben sollte, sich zu bewerben. Immer an dieselben zu vergeben, habe ein "Gschmäckle". Er kritisiere nicht die Qualität des Weinfestes, sei aber für Fairplay. Auch Astrid Glos (SPD) fand es nicht richtig, "eine permanente Verlängerung" anzustreben. 

    Spannend wurde es auf die Frage von Jens Pauluhn (ÖDP), ob denn eine Vergabe ohne Ausschreibung rechtmäßig sei. Oberbürgermeister Siegfried Müller (UsW) sagte: "Ich bin der Meinung, dass eine Verlängerung möglich ist." Erst auf Nachfrage räumte er ein, dass Rechtsdirektorin Susanne Schmöger "es anders sieht als ich". Sie präzisierte dann, dass man allen Bewerbern die Möglichkeit geben müsse, "auf städtischen Flächen Geld zu verdienen". Allerdings sei dafür kein förmliches Verfahren nötig. 

    Für drei Jahre an Promenaden Weinfest GbR vergeben

    Thomas Rank (CSU) plädierte dafür, die bewährten Partner nicht zu vergraulen. Und Dietrich Hermann (FW-FBW) fragte gar: "Was soll noch kommen?" Am Ende kam eine Mehrheit im Rat zu dem Schluss, dass eine Ausschreibung für 2020 zu spät käme, da jetzt schon Verträge, zum Beispiel mit den Kapellen, gemacht werden müssten. So entschied der Rat mit 18:9 das Weinfest für weitere drei Jahre an die bewährte Gesellschaft zu vergeben.

    Zugleich hielt das Gremium fest, dass 2022 frühzeitig über eine Neuvergabe diskutiert werden solle – dann unter einem neuen OB und in einem neuen Stadtrat.

    Fotos

      Kommentare (1)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!