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    Neuses am Berg

    Das krumme Marterl ist wieder hergerichtet

    An der Straße zwischen Neuses am Berg und Dettelbach steht das Marterl, das jahrelang Wind und Wetter getrotzt hat – wie beim Ortstermin Dieter Ofenhitzer (links) und Bürgermeisterin Christine Konrad.  Foto: Walter Sauter

    Dieter Ofenhitzer liegt der Erhalt der fränkischen Kulturlandschaft besonders am Herzen. Auf halbem Weg von seinem Heimatort Neuses am Berg nach Dettelbach ist ihm daher immer wieder der marode Zustand eines Bildstocks am Straßenrand aufgefallen. Gezeichnet von Wind und Wetter sowie zunehmend krumm habe das "Marterl" am Straßenrand gestanden.

    So hat Ofenhitzer kurzerhand an seinem runden Geburtstag auf Geschenke verzichtet und stattdessen Spenden für die Restaurierung des barocken Bildstocks gesammelt. 900 Euro kamen zusammen. Am Mittwoch war es endlich soweit: Ofenhitzer freute sich gemeinsam mit Dettelbachs Bürgermeisterin Christine Konrad über die nun wieder gerade stehende und behutsam restaurierte Bildtafel.

    Das abgebrochene Blumenmotiv wurde extra nicht ergänzt

    Zuvor war der aus dem Jahr 1784 stammende, drei Meter hohe und aus Schilfsandstein gefertigte Bildstock vorsichtig abgebaut und nach Königsberg in die Werkstatt von Michael Tully verfrachtet worden. Dort wurde er gereinigt, Risse wurden verfüllt und teils mit Microdübeln gesichert sowie Schadstellen behutsam ausgebessert. Ziel war es dabei, möglichst viel der original Steinsubstanz zu erhalten. So wurde auch darauf verzichtet, ein abgebrochenes Blumenmotiv auf der Vorderseite der Säule zu ergänzen.

    Die Form der Bildtafel sei "ungewöhnlich", erklärte Konrad vor Ort, und verwies auf das runde Kapitell, das von einem geflügelten Engelskopf getragen wird. Es zeigt die Krönung Mariens durch die heilige Dreifaltigkeit, umrankt von einem Ährenkranz.

    An den Kosten für die Restaurierung in Höhe von 3770 Euro beteiligten sich neben dem Spender mit 900 Euro auch die Stadt mit 1385 Euro sowie der Bezirk mit 595 Euro und der Landkreis mit 890 Euro.

    Nachahmer gesucht, damit die Landschaft noch reichhaltiger wird

    "Wir freuen uns, wenn wir Nachahmer finden", sagte Ofenhitzer. Und auch Konrad nannte es eine sehr gute Idee, den Erhalt von Kulturgütern durch Spenden zu fördern. Dadurch werde die Landschaft attraktiver und reichhaltiger.

    Und auch Dieter Ofenhitzer ist sich sicher: "Das tut uns Einheimischen gut, und es wird auch von unseren Gästen wahrgenommen." Vor allem Radfahrer und Wanderer gingen "mit offenen Augen" durch die Landschaft – und können sich nun auch an dem restaurierten Bildstock zwischen Neuses am Berg und Dettelbach freuen.

    An der Straße zwischen Neuses am Berg und Dettelbach steht das Marterl, das jahrelang Wind und Wetter getrotzt hat – wie beim Ortstermin Bürgermeisterin Christine Konrad (links) und Dieter Ofenhitzer. Foto: Walter Sauter

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