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    MARKTBREIT

    Der Mann der Gebietsreform

    Glückwunsch: Landrätin Tamara Bischof und Bürgermeister Erich Hegwein gratulierten Alt-Landrat Rolf Bauer (Mitte) am Sonntagvormittag zum 85. Geburtstag.
    Glückwunsch: Landrätin Tamara Bischof und Bürgermeister Erich Hegwein gratulierten Alt-Landrat Rolf Bauer (Mitte) am Sonntagvormittag zum 85. Geburtstag. Foto: Robert Haass

    Es gibt das Alter, in dem die „Lebensleistung“ nicht mehr die zentrale Rolle spielt, in dem eigentlich alles was war in genügend Archiven erfasst ist, in dem bei großen Geburtstagen anderes zählt. So auch beim 85. Geburtstag von Altlandrat Rolf Bauer am Sonntag in Marktbreit.

    Wichtiger als salbungsvolle Worte und ellenlanger Lebensrückblick ist der persönliche Kontakt, das Gespräch, einfach der Besuch selber. Das galt am Vormittag auch für Landrätin Tamara Bischof und Bürgermeister Erich Hegwein, die zusammen zum Gratulieren erschienen waren.

    Deshalb war auch die Freude beider über die noch immer gute Gesundheit von Rolf Bauer zum Ausdruck zu bringen und auch die Tatsache, dass es doch immer wieder Treffen miteinander gibt eher erwähnenswert.

    Spannende Aufgabe

    Die Landrätin ging dann auch nur ganz kurz auf Bauers Zeit als Vorgänger im Amt ein und verwies vor allem auf die Gebietsreform Mitte bis Ende der 1970er Jahre.

    „Das war sicher eine spannende Aufgabe, die klug und geschickt in die Wege geleitet wurde“, sagte Bischof mit Blick auf andere Landkreise, die bis heute an den Folgen der Reform zu nagen haben. Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein ist „froh, den Alt-Landrat in unseren Stadtmauern zu haben“. Er dankte Bauer für sein Engagement beim eigenen Bürgermeisterwahlkampf.

    Altlandrat und CSU-Kommunalpolitiker Rolf Bauer ist gebürtiger Marktbreiter, stammt aus einer angesehenen Lehrerfamilie und verbrachte seine Jugendzeit in Lindau am Bodensee, wo er sein Abitur ablegte.

    Sein Jura-Studium absolvierte er in München und an der berühmten amerikanischen Harvard-Universität, bevor er 1958 als Jurist zur Regierung von Unterfranken ging. Im selben Jahr trat er in die CSU ein. Weitere berufliche Stationen führten ihn an das Bundesverwaltungsgericht nach Berlin sowie an die Landratsämter von Lohr, Hofheim und Kitzingen sowie die Regierung von Unterfranken und zuletzt das Land Thüringen.

    Dazwischen lagen die 14 Jahre, die Bauer im Landkreis Kitzingen bekannt machten. 1970 kandidierte er für eine Freie Wählergemeinschaft und gegen einen CSU-Bewerber für das Amt des Landrats, was ihn neben den Wahlsieg den Ausschluss aus der Partei einbrachte, die ihn aber später wieder aufnahm. 1972 und 1978 wurde er im Amt bestätigt; 1984 stellte die CSU Siegfried Naser auf, der auch zum Landrat gewählt wurde.

    Politische Erfolge

    „Mir wurde damals meine Scheidung angekreidet“, so Bauer einmal in einem Interview. Mittlerweile ist er in zweiter Ehe verheiratet und lebt seit 1988 wieder in seiner Heimatstadt Marktbreit. Neben Frau und den fünf Kindern mit Partnern waren unter den vielen Gratulanten selbstverständlich die 22 Enkel und drei Urenkel an vorderer Stelle.

    Rolf Bauers große politische Erfolge in seinen Jahren als Landrat war der Neubau des Kreiskrankenhauses in Kitzingen, der Erhalt des Volkacher Krankenhauses und die Umsetzung der Gebietsreform. 1984 erhielt Rolf Bauer das Bundesverdienstkreuz am Bande.

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