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    Kitzingen

    Die Glosse: Liebe in Zeiten der Corona

    Wie findet man die große Liebe, wenn jeder zuhause bleiben muss? Haben wir in neun Monaten Quarantäne-Kinder? Oder ist Liebe in Zeiten der Corona doch was anderes? Das fragt sich unser Autor.
    Sehnsucht in Zeiten der Corona: Wie findet man die große Liebe, wenn jeder zuhause bleiben muss?
    Sehnsucht in Zeiten der Corona: Wie findet man die große Liebe, wenn jeder zuhause bleiben muss? Foto: Andreas Brachs

    Mit Zärtlichkeiten ist es zurzeit schwierig. Kein Händeschütteln, keine Umarmung – und Küsschen erst recht nicht. Aber in den kommenden Wochen wird es fast unmöglich sein, jemanden zum Liebhaben zu finden. Eine Veranstaltung nach der anderen wird abgesagt. Sogar die Schulen bleiben erstmal dicht. Wie soll man da neue Leute kennen lernen, oder sich gar verlieben? Mit der Liebe ist es schwer in Zeiten der Corona. Aber es gibt Möglichkeiten.

    Die Glosse: Liebe in Zeiten der Corona

    In einem Kitzinger Supermarkt: Tobias will sich jetzt auch einen Notvorrat anlegen. Der Laden ist voll, und die Regale leer. Tobias versucht es trotzdem bei den Nudeln. Doch was auf den ersten Blick aussieht wie die letzten Fusilli, stellt sich als eine panisch zurückgelassene Packung Blumenerde heraus.

    Beim Klopapier ist es passiert

    Nächster Versuch: Klopapier. Tobias kann sein Glück kaum fassen! Genau eine Packung ist noch da. Er rennt los. Er muss seine Chance nutzen. Was Tobias nicht sieht: Auch Verena sprintet aufs Regal zu. Und dann passiert es, unmittelbar vorm Klopapier: Verena fällt Tobias in die Arme. Es knistert und funkt. Ihnen wird sofort klar: Das Toilettenpapier werden sie in der nächsten Zeit zusammen hamstern.

    Auch bei Uschi und Herbert hat's gefunkt: Schon seit 20 Jahren wohnen sie im selben Haus. Auf dem Flur tauschten sie oft verstohlenen Blicke aus. Wir sind doch schon zu alt, dachten die beiden immer. Doch jetzt steht das Haus unter Quarantäne. Und Herbert ist das Desinfektionsmittel ausgegangen.

    Namensideen für Quarantäne-Kinder

    Also klopft er bei seiner Nachbarin. Uschi hat leider auch keins, aber Obstler kann sie anbieten. Desinfiziert ja bekanntlich von innen. Fünf Schnäpse später sind alle Hemmungen gefallen. Auch wenn Uschi und Herbert schon zu alt sind – mal schauen, wie es in neun Monaten nach Corona aussieht. Ein paar Namensideen für potentielle Quarantäne-Kinder: Corinna, Corbinian, Cordula – oder warum nicht gleich Corona?

    Aber echte Liebe sieht anders aus – besonders in Zeiten der Corona. Anstatt uns über Einschränkungen zu beschweren, Desinfektionsmittel im Krankenhaus zu klauen oder Nudeln zu horten, könnten wir an die Alten und Schwachen in unserer Gesellschaft denken, einfach aus Liebe zu unseren Mitmenschen.

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