• aktualisiert:

    Wiesentheid

    Die IG Bau will einen „dreisten Rentendiebstahl“ verhindern

    Carsten Burckhardt vom IG Bau Bundesvorstand wetterte in Wiesentheid gegen eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Foto: Hartmut Hess

    "Das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben, das wäre für viele Beschäftigte nichts anderes als ein dreister Rentendiebstahl und eine kalte Enteignung. Dagegen wehren wir uns mit Vehemenz", sagte Carsten Burckhardt, Bundesvorstandsmitglied der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Er sprach am Mittwoch beim bayerischen Landesseniorentreffen in der Wiesentheider Steigerwaldhalle vor 800 BAU-Senioren, die zum 150. Jubiläum der fünfgrößten Industriegewerkschaft in Deutschland gekommen waren.

    "Es ist ein Skandal, wenn jemand 35 Jahre arbeitet und dann trotzdem noch auf Sozialleistungen angewiesen ist", sagte Carsten Burckhardt zum Thema Grundrente und erntete dafür großen Applaus. "Eigentum verpflichtet" sei im Grundgesetz klar festgelegt, riss Burckhardt ein weiteres Thema an, das derzeit auf der politischen Agenda steht. Die öffentliche Hand und Immobilienbesitzer müssten ihrer Verantwortung für bezahlbaren Wohnraum gerecht werden.

    Schwer erkämpfte Errungenschaften

    Er zeigte viele schwer erkämpfte Errungenschaften auf und betonte, dass die IG BAU froh sei, dass sie vor zwei Jahren das Bundesurlaubskassenmodell zusammen mit der damaligen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles retten konnte. "Wir wollen, dass die Auftragsbücher der Arbeitgeber voll sind, aber auch, dass sozial- und umweltverträglich gebaut wird", so Carsten Burckhardt.

    Die BAU sei stolz darauf, dass sie 1996 die erste Gewerkschaft war, die einen Branchen-Mindestlohn festklopfen konnte. "Es darf nicht passieren, dass die Arbeitgeber unseren Bau-Mindestlohn an den gesetzlichen Mindestlohn anpassen wollen", gab sich der prominente Gewerkschafter kämpferisch. Die IG BAU habe sich vor geraumer Zeit den Slogan "Faire Arbeit jetzt" auf ihre Fahnen geschrieben und streite für gute, sichere, ordentlich bezahlte und tariflich abgesicherte Arbeit.

    Die IG BAU mit ihren heute 247 000 Mitgliedern und ihrer Vorgänger-Gewerkschaften  IG Bau-Steine-Erden hat ihren Ursprung im Jahr 1869 mit dem Allgemeinen Maurerverein.

    Zu den 800 Gewerkschaftssenioren aus ganz Bayern sprachen in Wiesentheid (von links) IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt, Mainfanken-Regionalleiter Hans Beer, Senioren-Bezirksvorsitzender Manfred Schmitt, Grußworte kamen von Bürgermeister Werner Knaier und Vizelandrat Paul Streng. Foto: Hartmut Hess

    Der Organisator und Bezirksvorsitzende der Gewerkschaftssenioren, Manfred Schmitt aus Großlangheim, lobte das Engagement des Mainfranken-Bezirksvorsitzenden Michael Groha im Vorfeld der Veranstaltung. Viktor Grauberger vom Deutschen Gewerkschaftsbund sprach einige Missstände wie die bundesweit rückläufige Tarifbindung an, in dieser Hinsicht nehme Mainfranken landesweit leider den letzten Platz ein.

    Weitere Grußworte sprachen IG BAU-Regionalleiter für Mainfranken, Hans Beer, Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier und stellvertretender Landrat Paul Streng. Bundesseniorenvorsitzende Elke Garbe stufte die Senioren als wichtiges Element der Organisation ein. Sie wies auf die Wanderausstellung "Bauarbeiter erneuern unsere Stadt, unser Land und unsere Welt" hin, die in der Steigerwaldhalle zu sehen war und die Gäste wurden mit einem Kurzfilm auf das Jubiläum eingestimmt.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!