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    Kitzingen

    Die Kommunalwahl 2020 in Kitzingen: Alle OB-Kandidaten im Überblick

    Fünf OB-Kandidaten wollen in Kitzingen Amtsinhaber Siegfried Müller beerben. Wer sind die Bewerber, für was stehen sie, und wer hat gute Chancen auf einen Wahlsieg?
    Wer regiert ab Mai das Kitzinger Rathaus? Am 15. März haben die Wähler das Wort.
    Wer regiert ab Mai das Kitzinger Rathaus? Am 15. März haben die Wähler das Wort. Foto: Corbinian Wildmeister

    Als Große Kreisstadt ist Kitzingen Zentrum des gleichnamigen Landkreises. Obwohl die Kreisstadt lange befürchtete, unter die 20 000-Einwohner-Grenze zu fallen, hat sie inzwischen durch Zuzüge die 23 500er-Marke überschritten und wächst weiter. Was kennzeichnet Kitzingen? Behördenstadt, Industriestadt, Schulstadt, Handelszentrum, Kreuzungspunkt von A 3/A 7/B 8, wichtiger Bahn-Halt und prominente Lage an der Wasserstraße Main. Die Vielfalt macht die Kreisstadt attraktiv.

    Zugleich hat sie Probleme: Es fehlen bezahlbare Wohnungen ebenso wie Baugebiete. Die Innenstadt muss sich erneuern. Marktplatz und Bahnhof sollen barrierefrei werden. Ein Klimakonzept ist genauso Mangelware wie ein gut getakteter Öffentlicher Personen-Nahverkehr. Und die Stadt muss auf soziale Ungleichheiten reagieren: Das ungelöste Problem Notwohngebiet brachte Kitzingen deutschlandweit in die Medien. Genug zu tun also für einen neuen Oberbürgermeister, denn Amtsinhaber Siegfried Müller (UsW) tritt nicht mehr an. Er möchte allerdings als Stadtrat ins Rathaus zurückkehren.

    Wer kandidiert 2020 für das Amt des Oberbürgermeisters in Kitzingen?

    • Stefan Güntner (CSU): Der 38-jährige Jurist im Würzburger Jobcenter ist in der Kitzinger Siedlung aufgewachsen, hat dort Fußball und Tennis gespielt. Schon als Jugendlicher hatte er den Wunsch, OB seiner Heimatstadt zu werden. Folgerichtig belegte er Wirtschaft und Recht in der Oberstufe und studierte Jura. Stefan Güntner griff schon 2014 nach den Sternen und forderte Amtsinhaber Müller heraus. Damals kam der Neueinsteiger prompt in die Stichwahl und erreichte respektable 47,5 Prozent. Seither ist Güntner Stadtrat und vertritt als Bürgermeister den OB. Wirtschaftsförderung möchte er zur Chefsache machen, den Wohnungsbau vorantreiben und die Stadt in einem Jahrzehnt auf 28 000 Einwohner anwachsen lassen.
    • Manfred Paul (SPD): Der Manager im Knauf-Konzern war jahrelang beruflich auf verschiedenen Kontinenten unterwegs. Der OB-Kandidat, der aus dem beschaulichen Weinort Wiesenbronn stammt und in Kitzingen wohnt, hat dennoch niemals die Bodenhaftung verloren. Jahrelang war er Vorsitzender des SV Wiesenbronn und des Stadtmarketingvereins Kitzingen. Heute leitet er den SPD-Ortsverein Kitzingen. Manfred Paul setzt auf Wohnungsbau, Wirtschaftsförderung, Modernisierung der Innenstadt und den klimafreundlichen Umbau Kitzingens. Pauls Schwachpunkte: Er hat noch kein politisches Mandat und ist bei der Wahl 62 Jahre alt. Damit hätte er nur eine Amtsperiode vor sich.
    • Uwe Pfeiffle (FW-FBW): Als kaufmännischer Leiter der Klinik Kitzinger Land ist Pfeiffle beruflich eng mit Kitzingen verbunden, obwohl er dort nur seinen Zweitwohnsitz hat, was es ihm ermöglicht, im Kitzinger Stadtrat aktiv zu sein. Mit seiner Familie wohnt der gebürtige Hesse in Mainstockheim. Uwe Pfeiffle trat 2014 schon einmal für die Kitzinger Freien Wähler als OB-Kandidat an, erreichte damals allerdings nur 7,6 Prozent – ein für das Wählerpotenzial der Freien Wähler unterdurchschnittlicher Wert. Dieses Mal möchte der 55-jährige, promovierte Verwaltungsfachmann zusätzlich mit seinen Erfahrungen aus dem Stadtrat und weiteren städtischen Gremien punkten, in denen er seit 2014 vertreten ist. Pfeiffle geht gern auf die Jagd und ist Mitglied in vier Kitzinger Feuerwehren.
    • Andrea Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen): Die 56-jährige OB-Kandidatin hat die längste Stadtratserfahrung unter allen Bewerbern. Sie zog 1996 für die ÖDP in das Gremium ein, in dem ihr Schwager noch den OB-Posten innehat. Zwischenzeitlich fraktionslos, wechselte sie mittlerweile zu den Grünen. Andrea Schmidts Stärken liegen im Sozialbereich, ist sie doch selbst ihr Leben lang vielfach sozial engagiert, als Vorstand im Siedlerbund, als Projektleiterin der Begegnungsstätte im Notwohngebiet oder beruflich als Inklusionsbeauftragte für Schwerbehinderte. Schmidt will aber auch Themen wie Wirtschaftsförderung, Klimaschutz und ÖPNV anpacken.
    • Bianca Tröge (ÖDP): Die Bewerberin mit der kleinsten Partei im Hintergrund sitzt seit 2014 im Stadtrat. Als Fachlehrerin für Handarbeit und Hauswirtschaft arbeitet Bianca Tröge stundenweise in einer Altenpflegeschule in Würzburg, gibt Ernährungskurse in Kindergärten und führt großteils ihr eigenes Geschäft, ein Café in der Kitzinger Altstadt. Die OB-Kandidatin setzt auf einen Wandel in der Klimapolitik Kitzingens. Die 47-Jährige möchte ein städtisches Klimakonzept erstellen, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt steigern und Familienpolitik mit christlichen Werten betreiben. Ihre Hobbys: jede Art von Handarbeit.

    Wie ist die Kommunalwahl 2014 in Kitzingen ausgegangen? 

    Bei der OB-Wahl 2014 traten noch sieben Kandidaten an, darunter Amtsinhaber Siegfried Müller (UsW), der sich am Ende mit 52,5 Prozent in der Stichwahl knapp gegen Stefan Güntner (CSU) durchsetzte.  Der Stadtrat besteht zurzeit inklusive OB aus 31 Mitgliedern: CSU (acht), UsW (fünf), SPD (vier) FW-FBW (3), KIK (3) Pro KT (2), ÖDP (2), Bayernpartei (1), Grüne (1) und eine Fraktionslose.

    Was wollen die OB-Kandidaten? 

    Wir stellen die fünf bereits zugelassenen Kandidaten in Kurz-Videos vor:

    Analyse: Wer hat gute Chancen auf den Job als Rathauschef?
    Andreas Brachs
    Andreas Brachs Foto: Angie Wolf
    Fünf Kandidaten bewerben sich um den Sessel des Kitzinger Oberbürgermeisters. Das wird ziemlich sicher für eine Stichwahl sorgen.
    Vieles spricht dafür, dass die Stadt Kitzingen, die in der Vergangenheit immer wieder zwischen CSU- und SPD-Vorsitz wechselte, auch 2020 wieder die Kandidaten dieser beiden Parteien nach vorne wählt. Mit einer Stichwahl zwischen Stefan Güntner (CSU) und Manfred Paul (SPD) ist am ehesten zu rechnen.
    Das wird spannend: Güntner ist der jüngste Kandidat, Paul der älteste. Güntner sitzt bereits im Stadtrat und als Bürgermeister ist er OB-Stellvertreter. Paul ist noch ohne Mandat, führt lediglich den SPD-Ortsverein. Allerdings gilt der welterfahrene Knauf-Manager als dynamischer Macher. Unterm Strich sehen viele Bürger derzeit in Güntner den Favoriten für die OB-Wahl.
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