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    Obernbreit

    Ein Albertshöfer will Bürgermeister in Obernbreit werden

    Barbara Becker gratuliert Thorsten König zur Nominierung für die Bürgermeisterwahl in Obernbreit, Foto: Robert Haaß

    Als das Ergebnis verkündet wurde, war Thorsten König tief gerührt, hatte Tränen in den Augen: Gerade hatten die Mitglieder der CSU Obernbreit ihn zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahlen am 15. März nominiert und das mit zehn von elf möglichen Stimmen. "Ich bin gerührt und fast sprachlos", sagte der 50-jährige Polizeibeamte aus Albertshofen über den Vertrauensvorschuss – und das trotz einem etwas holprigen Start in den Abend,

    Das begann schon mit der Frage des Ortsverbandsvorsitzenden Manfred Schmidt zur Genehmigung der Tagesordnung: "Ist jemand dafür oder ist jemand dagegen?" Gar nicht so leicht zu beantworten. Und setzte sich dann bei der Vorstellung Königs fort: "Wie kommt ein Albertshöfer nach Gnodstadt?" Eine Frage, die bei den Obernbreitern natürlich für Erheiterung sorgte, die aber schnell verziehen, da der Nervosität des Kandidaten geschuldet war.

    Bürgernähe an vorderster Stelle

    Er habe mit großem Erstaunen zu Beginn des Jahres gelesen, dass fast 40 000 Kandidaten für die Kommunalwahlen in Bayern benötigt werden und es nicht überall genügend für seine Partei gebe. Deshalb sein Entschluss, sich für den Posten eines Bürgermeisters im Landkreis zur Verfügung zu stellen. Nach Gesprächen mit der Kreisvorsitzenden Barbara Becker, die ihm die persönliche Eignung bescheinigte, wurde ihm Obernbreit angeboten, da der dortige Ortsverband keinen geeigneten Bürgermeisterkandidaten stellen konnte. Da Ehefrau Marianne seit einiger Zeit in Obernbreit arbeitet, befand er: "Das passt."

    "Natürlich musste ich ein paar Punkte auf’s Papier bringen", sagte König, um in der Versammlung am Abend zu erläutern, für was er steht. Ein detailliertes Wahlprogramm möchte er zusammen mit den Kandidaten für den Gemeinderat erst noch erstellen.

    An vorderster Stelle steht für ihn die Bürgernähe. Um möglichst oft in Obernbreit präsent sein zu können, möchte er im Falle der Wahl seine beruflichen Stunden reduzieren, eventuell nur noch zwei Tage in Kitzingen arbeiten um dann die restlichen Wochentage "jeden Tag in Obernbreit im Rathaus" zu sein. "Jeder Bürger kann jederzeit zu mir kommen", so König.

    Kandidatur ist eine Herausforderung

    Weitere Punkte seiner ersten Agenda sind die bestehenden finanziellen Freiräume weiter zu erhalten, um auf Unerwartetes reagieren zu können. Der geplante Umbau und die Sanierung des Kindergartens sollten im Jahr 2020 auch angegangen und gleichzeitig für Senioren die Möglichkeiten geschaffen werden, sich weiter am Leben im Ort zu beteiligen. Das sei ebenso wichtig, wie sich um Umwelt und Natur zu kümmern.

    Für Barbara Becker sind Personen wie Thorsten König "ein Glücksfall". Denn man könne nicht keine Kandidaten präsentieren "und dann motzen", sagte sie. Natürlich ist die Kandidatur eines Quereinsteigers eine Herausforderung, die aber, da er unbeeinflusst ist, durchaus ein Vorteil sein könne. An die Obernbreiter Parteifreunde appellierte sie für den Wahlkampf: "Da müsst ihr fleißig sein", denn so Becker "das kann gut gehen, das kann schlecht gehen."

    Thorsten König führt auch die Liste der Bewerber der CSU für die Gemeinderatswahl in Obernbreit an. Ihm folgen Udo Aust, Stefan Scherer, Matthias Weidinger, Susanne Löther, Christian Schmidt, Ulf Zaumsegel und Stefan Lobensteiner. Ersatzkandidaten sind Elisabeth Hofmann und Manfred Schmidt. Ein Teil der Kandidaten ist auf dem Stimmzettel mehrfach genannt.

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