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    Schwarzach

    Ein Euro pro Einwohner fürs HvO-Fahrzeug

    Schwarzachs neuer Bereitschaftsleiter Daniel Meuser konnte in der Ratssitzung am Dienstag die Gemeinderäte von der Notwendigkeit eines neuen Helfer-vor-Ort-Fahrzeugs überzeugen. Foto: Peter Pfannes

    Schon im August könnte die Schwarzacher Sanitätsbereitschaft mit ihrem neuen Helfer-vor-Ort-Fahrzeug (HvO) zu Einsätzen fahren. Die Weichen stellte am Dienstag der Marktgemeinderat mit seiner Entscheidung, das Leasing-Projekt mit 3000 Euro pro Jahr (auf vier Jahre) zu unterstützen. Nach kontroverser Diskussion vor allem deshalb, weil die Unterstützung der örtlichen Sanitätsbereitschaft keine Pflichtaufgabe der Gemeinde ist, fiel der Beschluss letztlich einstimmig aus. Das neue HvO-Fahrzeug wird ein Ford Kuga, den das BRK als Neufahrzeug mit einem hohen Preisnachlass vom Hersteller bekommt.

    Schwarzachs neuer Bereitschaftsleiter Daniel Meuser, den zehn Sani-Kollegen und der neue Kreisgeschäftsführer Felix Wallström im Sitzungssaal mental unterstützten, stellte das Konzept des HvO im Gemeinderat vor. Alle Helfer vor Ort seien ehrenamtlich tätig. Der Dienst sei für die Bevölkerung kostenlos. Die Kosten trage die örtliche BRK-Bereitschaft. Die Aus- und Fortbildung der aktuell acht Helfer vor Ort sei kostenintensiv. Einsatzgebiet ist der Markt Schwarzach, die Autobahn A3, Großlangheim, Haidt, Stephansberg und Atzhausen. Insgesamt werden 5555 Einwohner betreut.

    Der Helfer vor Ort war im vergangenen Jahr 115 Mal im Einsatz. In diesem Jahr wurde er bereits 35 Mal alarmiert. Meuser stellte seine Mannschaft vor mit acht Rettungssanitätern, Rettungsdiensthelfern und Sanitätern vor. "Den Helfer vor Ort einzustellen, kommt aus unserer Sicht nicht in Frage", stellte Meuser klar und bat die Ratsmitglieder um finanzielle Unterstützung. Die Gesamtkosten für ein geleastes Fahrzeug Ford Kuga liegen bei 5500 Euro pro Jahr, auf vier Jahre hin. Zuschusszusagen von dritter Seite lägen vor, so Meuser. Er bat die Ratsmitglieder um einen jährlichen Zuschuss zum Leasing von 3000 Euro.

    Den Helfer vor Ort einzustellen, kommt aus unserer Sicht nicht in Frage
    Bereitschaftsleiter Daniel Meuser

    Es folgte eine rege Diskussion mit zahlreichen befürwortenden Wortmeldungen. Willi Priester fand es gut, dass es Helfer gibt, die ehrenamtlich diesen Dienst am Nächsten verrichten. Ralf Henninger brach "eine Stange" für das BRK. "Wir sollten das unterstützen. Ein Euro pro Einwohner ist doch wirklich akzeptabel", bat der dritte Bürgermeister seine Ratskollegen um eine positive Entscheidung pro neues Fahrzeug. Heiko Bonsack und Maria Fieber betonten: "Die Bevölkerung braucht diese Versorgung." Georg Ruhsert machte deutlich: "Das sollte uns einen Euro pro Einwohner wert sein. Es darf aber kein Automatismus nach den vier Jahren bei den Leistungen entstehen." "Ich kann mit 12 000 Euro in vier Jahren leben. Das sind wir der Bevölkerung schuldig", erklärte Thomas Weckert.

    Zweite Bürgermeisterin Johanna Sendner sah beide Seiten: "Wir reden zwar von Steuergeldern aber auch von Menschen. Wir brauchen den Helfer vor Ort." Bürgermeister Volker Schmitt wies darauf hin, dass die Unterstützung der Sanis keine Pflichtaufgabe der Gemeinde ist. Er wünschte sich, dass man nach kostengünstigeren Alternativen sucht. 3 000 Euro pro Jahr seien eine Menge Geld, meinte er und erinnerte an die enormen Investitionen der kommenden Jahre mit Schule und Kindergarten. In den vergangenen sieben Jahren sei das BRK mit 20 000 Euro unterstützt worden, so Schmitt. Markus Hein schlug der Bereitschaft vor, ein gebrauchtes Fahrzeug mit einer Einmalzahlung anzuschaffen. Letztlich stimmten aber auch das Gemeindeoberhaupt und Hein für die Finanzspritze für den HvO.

    Willi Priester beklagte sich über das Parkverhalten von Verkehrsteilnehmern vor allem in der Schweinfurter Straße in Münsterschwarzach. Er regte an, eine kommunale Verkehrsüberwachung einzuführen. Das das Thema schon mehrfach im Gemeinderat ohne Erfolg behandelt wurde, will Bürgermeister Schmitt demnächst einen erneut Anlauf im Gremium starten. Bisherige verkehrslenkende Maßnahmen zeigten dank uneinsichtiger Verkehrsteilnehmer keinerlei Besserung.

    Weil im Friedhof Stadtschwarzach von den 31 Urnengräber nur noch zehn unbelegt sind und dort kein weiterer Platz ist, soll im Friedhof Gerlachshausen Platz für neue Urnengräber entstehen.

    6035 Personen nutzten im vergangenen Jahr das Mainschleifenshuttle, das auch in diesem Jahr vom Landkreis Kitzingen mit 50 Prozent aus dem Topf des ÖPNV gefördert wird.

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