• aktualisiert:

    MAINBERNHEIM

    Ein Schützenleben rund um die 8

    Kurt Lechner und seine Schützenscheibe. Der Schossmeister der Mainbernheimer Schützengesellschaft hat sich viele Gedanke... Foto: Carmen Lechner

    Ein Zahlenspiel rund um die 8 hat sich Kurt Lechner aus Mainbernheim für seine Schützenscheibe anlässlich der Mainbernheimer Kirchweih ausgedacht. Der diesjährige Schossmeister der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft hat historische, regionale sowie private Daten und Themen in und um einen riesigen Achter vom heimischen Künstler Georg Rügamer malen lassen.

    Das erste Kernstück ist eine topografische Zeichnung Mainbernheims, durch die sich die Bundesstraße 8 schlängelt. Die wurde 1938 fertig gestellt und schlängelt sich zwischen dem niederländischen Elten und Passau auf rund 800 Kilometern seither an Mainbernheim vorbei.

    800 Fahrzeuge im Jahr 1910

    Lechner hat auch einige Zahlen zu dieser Verkehrsader recherchiert: So wurden noch im Jahr 1910 rund 800 Fahrzeuge im Jahr registriert. 2015 waren es dann rund 10 500 pro Tag.

    Der zweite Hauptteil zeigt die beiden Kirchtürme von Lechners Heimatdorf Hüttenheim mit dem Tannenberg im Hintergrund. Ebenfalls 1938 entstand in Hüttenheim die Gärtnerei Lechner, die seine aus Mainbernheim stammende Mutter und sein Vater aufgebaut haben und die heute noch als Gärtnerei Schunke existiert. 2008 zogen die Lechners dann nach Mainbernheim, zehn Jahre später ist Kurt Lechner nun also Schossmeister.

    Weitere Mainbernheimer Kennzahlen mit dem Achter: 1548 wurden das Rathaus, 1648 der Weidtenturm (Oberes Tor) gebaut. Historische Daten: 1618 bis 1648 – Dreißigjähriger Krieg, 1818 Bayerische Verfassung, 1948 Währungsreform – die Acht war immer dabei.

    Temperaturen im Keller

    Und auch die Gegenwart hat auf Lechners Scheibe Einzug gehalten, bildlich dargestellt mit einem Thermometer. „2018 war ein sehr trockenes Jahr, da geht das Quecksilber hoch. Und im selben Jahr verweigerte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland ihre Leistung, da gehen die Temperaturen in den Keller“, beschreibt Lechner diesen Gag.

    Bei der Mainbernheimer Traditions-Schützengesellschaft nimmt jedes Jahr ein anderes Mitglied das Amt des Schossmeisters ein. Er ist laut Statuten für die „ordnungsgemäße Abwicklung des Schießens“ verantwortlich und hat an seiner Seite ein Gremium von „Siebenern“.

    Neue Scheibe

    Außerdem lädt er am Schützenmittwoch seine Kameraden zum Mittagessen ein und stiftet eine neue Scheibe. Für diese nimmt er sich ein Thema seiner Wahl vor, das während einer Rede der Gesellschaft vorgestellt wird. Wann ein Mitglied Schossmeister wird, hängt von der Reihenfolge seines Eintritts ab. Man kann das Jahr auch tauschen.

    So wäre der erst 2011 den Schützen beigetretene Kurt Lechner im Jahr 2030 dran gewesen, hat aber mit einem jüngeren Mitglied getauscht. Regelmäßig tritt der 71-Jährige bei Wettkämpfen in den Seniorenrunden noch beim aufgelegten Schießen mit dem Luftgewehr an.

    Bearbeitet von Carmen Lechner

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!