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    Kleinlangheim

    Einspruch eines Bürgers macht Gutachten erforderlich

    Gleich zweimal traf sich der Kleinlangheimer Gemeinderat, um verschiedenste Punkte zu besprechen und Entscheidungen zu treffen. Am Donnerstagabend ging es um das geplante Baugebiet "Am Graben", für das Textänderungen und zusätzliche Gutachten notwendig wurden, nachdem ein Bürger mittels Anwalt die einstweilige Außerkraftsetzung des Bebauungsplans beantragt hatte.

    VG-Geschäftsstellenleiter Bernhard Hornig informierte, dass es seit Bekanntmachung des Bebauungsplans im November 2018 Änderungen in der Rechtssprechung gegeben habe und die Bezeichnung "allgemeines Wohngebiet" nicht mehr akzeptiert werde. "Das muss nun enger ausgelegt werden", sagte Hornig. Im Klartext bedeute dies: Zusätzliche Nutzungen, wie Gaststätten oder Gewerbe, müssen ausgeschlossen werden. Das Gremium folgte einstimmig dem Vorschlag Hornigs, durch ein ergänzendes Verfahren und die Änderung der textlichen Festsetzung den Ausschluss zusätzlicher Nutzungen festzulegen.

    Der Antrag zur Außerkraftsetzung des Bebauungsplans zielte auch darauf, den mit der Erschließung verbundenen auf Nachbaranwesen des Baugebiets möglichst auszuschließen. Im Antrag war von einem "Ermittlungsdefizit zum Verkehrslärm" die Rede. Laut dem VG-Geschäftsstellenleiter müsse nun ermittelt werden, mit welcher lärmtechnischen Auswirkung auf die bestehende Bebauung zu rechnen sei. Hornig schlug in diesem Fall vor, das bestehende Lärmgutachten des Planungsbüros TIG zu ergänzen, was einstimmig akzeptiert wurde.

    Bürgermeisterin Gerlinde Stier machte zudem darauf aufmerksam, dass im künftigen Neubaugebiet eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 7 Stundenkilometer geplant sei. Notwendig wird auch ein Sachverständigengutachten zur Schadstoffbelastung für das angrenzende Wohngebiet, was bei einigen Ratsmitgliedern auf Unverständnis stieß. "Die Rechtssprechung verlangt das", sagte die Bürgermeisterin dazu. Der Beschluss zu diesem Gutachten wurde einstimmig gefällt.

    In der Sitzung am Dienstagabend lag dem Rat der Antrag des Gleitschirmvereins Rüdenhausen zur Nutzung des Feldwegs mit der Flurnummer 314 in der Gemarkung des Ortsteils Atzhausen als Schleppstrecke für den Gleitschirmflug vor. Besagter Feldweg kreuzt in einen Weg der Gemeinde Düllstadt, den die Firma LZR wegen der Tongrube nutzt. Diese hat nichts gegen das Vorhaben des Vereins, solange der Arbeitsablauf gewährleistet ist, "was auch für den landwirtschaftlichen Verkehr gelten muss", wie die Bürgermeisterin forderte. Nach Angaben des Vereins soll der Weg an zehn bis 15 Wochenenden bei drei Stunden Schleppbetrieb genutzt werden. Der Rat stimmte dem Antrag des Vereins unter der Bedingung zu, dass eine Sondervereinbarung zwischen Verein und Gemeinde getroffen wird, der landwirtschaftliche Verkehr nicht behindert wird und die Erlaubnis zunächst auf ein Jahr befristet ist.

    Einstimmig beschlossen die Ratsmitglieder, die restliche Bahnhofstraße als Gemeinschaftsprojekt des Landkreises, der Marktgemeinde und der Teilnehmergemeinschaft neu zu gestalten. Beschlossen wurde auch die Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen im Gemeindegebiet durch den Bauhof. Eingetroffen ist der Bewilligungsbescheid der Regierung von Unterfranken zur Teilsanierung der Grundschule. Das Kostenvolumen beträgt rund 740 000 Euro, wovon etwa 564 000 gefördert werden.

    Wegen Beschwerden wegen Gefährdung spielender Kinder wird die Zufahrt zum Festplatz für den Auto-Durchgangsverkehr gesperrt. Für den Festplatzbereich wird eine Benutzerordnung erstellt. Die Bürgermeisterin dankte den Landfrauen, den Ausstellern, dem Bauhofteam und allen, "die für einen sehr gelungenen Frühlingsmarkt in der Kirchenburg sorgten".

    Bearbeitet von Winfried Worschech

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