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    Enheim

    Enheimer Arbeitskreis will "Sicherer Hafen" werden

    20 Interessierte aus dem Bereich der Flüchtlingshilfe trafen sich zu einem ersten Gesprächstermin im Gasthaus Stern in Enheim.  Der Enheimer Arbeitskreis „Runder Tisch Integration“ unter der Leitung von Gemeinderat Ulrich Falk und Pfarrerin Christine Stradtner, setzte so das Anliegen des Kirchenvorstandes um, sich mit dem Thema der Seenotrettung im Mittelmeer zu beschäftigen. Aus Marktbreit und Ochsenfurt waren ebenfalls Mitglieder der Helferkreise dazu gestoßen, informierten die Organisatoren in einer Pressemitteilung. 

    Sichere Häfen für Geflüchtete

    Andre Spiegel, Marina Bottke und weitere Mitglieder kamen von der Seebrücke Würzburg und informierten über Ziele und Grundsätze der zivilen Seebrücke-Bewegung. Bei der Seebrücke handele es sich um eine internationale, zivilgesellschaftliche Bewegung. Ein Hauptziel der Bewegung sei es, sichere Fluchtwege zu ermöglichen, um das Massensterben im Mittelmeer zu verhindern. Dabei sei wichtig, dass der Weg weg von der privat initiierten Seenotrettung wieder hin in die Obhut staatlicher Organisationsformen gehe.

    Ein weiteres Ziel sei es, Städte und Gemeinden in Deutschland zu motivieren, sich als „sichere Häfen“ für die aus dem Mittelmeer geretteten Geflüchteten einzusetzen. „Sicherer Hafen“ wird eine Stadt oder eine Gemeinde, wenn sie sich mit der Seebrücke-Bewegung solidarisch erklärt und sich beispielsweise öffentlich gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung und für eine menschenwürdige Aufnahme von Menschen auf der Flucht ausspreche.

    Starkes Engagement des Würzburger Stadtrates

    Inzwischen gibt es laut Pressemitteilung 86 „Sichere Häfen“ in Deutschland. Die Beiträge der „Sicheren Häfen“ seien dabei sehr unterschiedlich. Manche übernehmen Schiffspatenschaften oder nehmen über die Quotenregelung hinaus Geflüchtete auf, hieß es weiter. In Würzburg komme derzeit eine starke Unterstützung für die Seebrücke vom Oberbürgermeister Christian Schuchardt und dem Stadtrat, die sich in einer Erklärung mit den Geretteten solidarisierten (die Presse berichtete davon). Das Anliegen der Seebrücke Würzburg sei es, eine Bewegung von unten aufzubauen, um auf die aktuell prekäre Situation von Geflüchteten hinzuweisen.

    Die Runde in Enheim war sich einig, dass es sinnvoll sei, weitere Schritte zu gehen, um "Sicherer Hafen" zu werden. Es sei wichtig, dass auch kleine Gemeinden offiziell zum Ausdruck bringen, nicht mehr länger zuschauen zu wollen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Geflüchteten aktiv zu helfen. Diskutiert wurden Vorschläge, wie sich jeder einzelne für die Seenotrettung einbringen könnte. Sowohl die Mitglieder der Seebrücke Würzburg als auch die Teilnehmer des Projektes "Runder Tisch Integration" drückten ihre hohe Motivation für künftige Aktionen aus. 

    Termine für die nahe Zukunft

    Auch Einladungen wurden ausgesprochen.  Demnach wollen sich die Mitglieder beider Gruppen zum Vernetzungstreffen "Sicherer Hafen: Seebrücke" am Sonntag, 18. August, um 11 Uhr im Weltladen Würzburg, Plattnerstraße 14, treffen. Am Montag, 9.September findet um 19.30 Uhr wieder ein Gesprächsabend des Runden Tisches Integration in Enheim statt. Dieser informierte bereits im Vorfeld zu einer Aktion innerhalb der Interkulturellen Woche: Am Sonntag, 29. September, können alle Interessierte nach dem Film "Yves Versprechen", an einem Filmgespräch, ab 17 Uhr mit Regisseurin Melanie Gärtner, im Casablanca Kino Ochsenfurt teilnehmen. 

    Bearbeitet von Karin Angerer

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