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    DETTELBACH

    Es bröckelt unterm Kirchendach

    Die bösen Überraschungen haben den Finanzbedarf für die Sanierung des Gotteshauses – außen und innen – deutlich aufgebläht. Sprachen die Verantwortlichen noch vor kurzem von bis zu einer Million Euro, geht's jetzt laut Architekt Oliver Kuhn um „1,5 bis 1,7 Millionen“. Alleine die Außensanierung des inzwischen fast komplett eingerüsteten Gebäudes sei rund 400 000 Euro teurer geworden, so Kuhn bei einem Vor-Ort-Termin mit Verantwortlichen der Diözese und der Kirchenstiftung.


    Um die Erneuerung zu stemmen, muss die Kirchenstiftung als Trägerin tief in die Kasse greifen. Zuletzt war die Rede von 180 000 Euro. Und der Rest? Laut Dill hat die die Stiftung schon etliche Förderanträge bei verschiedenen Institutionen gestellt.

    Große Hoffnungen ruhen auch auf der Diözese, die zwar helfen will, aber laut Jürgen Lenssen, Leiter des bischöflichen Bauamts, noch keine exakten Zuschuss-Summen nennen kann. Nicht zuletzt hofft Dill auf Spenden und diverse Aktionen – und vermutlich wird sie einen großen Batzen Geld von ihrem gemeinsamen Auftritt mit Stadtpfarrer Johannes Messerer bei Jörg Pilawas Quiz-Show mitbringen.

    Das Geld wird auch dringend gebraucht. Die Arbeiten an der teilweise maroden Holzkonstruktion des Kirchendachs sind im Endspurt, das schwer angeschlagene Schieferdach wird ab kommender Woche erneuert, die Ziegel über dem Langschiff sind danach dran. Und schon Ende Oktober möchte Architekt Kuhn das Äußere von St. Augustinus saniert und die komplette Fassade in neuen Glanz versetzt haben. Bis dahin sollen auch die Steinquader wieder sicher im Bauwerk verankert werden, die bei einer Sanierung vor gut 30 Jahren laut Kuhn wohl nicht fachgerecht in die Pfeiler eingefügt wurden.

    Die Arbeiten sind „keine Schönheitsreparaturen“, wie Dill betont. Die Kirchenstiftung wolle jetzt alles „grundlegend“ reparieren, was jahrelang liegen geblieben sei. Einer deutlichen Aufwertung des Gotteshauses dient der aufwendige Innenausbau, der aus St. Augustinus ein zweites „geistliches Zentrum“ neben der Wallfahrtskirche machen soll.

    Die nach bisheriger Schätzung rund eine halbe Million Euro teuren Arbeiten werden dem Innenraum der Kirche ein neues Gesicht geben. Mehr Licht soll in die bislang recht düstere Kirche strömen und diese ein „richtiges Eingangsportal“ bekommen.

    Beides hängt zusammen: Der repräsentative Eingang von Westen her wird von einem der sechs großen, neugotischen Fenster beherrscht, die bislang ihre bunte Vielfalt im Kirchenschiff über dem Alter entfalten. Eines der nach ihrem Schöpfer genannten Clobes-Fenster wird zum Portal, der Rest werde den dahinter liegenden Windfang schmücken, so Baureferent Lenssen. Die Fenster werden durch neugotische Nachfolger ersetzt, die laut Lenssen dann besser mit den drei älteren Fenstern harmonisieren.

    Mehr Licht im Kirchenschiff ist eine Neuerung, die zweite betrifft den Altar. Der wird völlig neu, zentraler ins Gotteshaus gerückt und Lenssen zufolge auf drei Seiten von Kirchenbänken umgeben und oben von einem Radleuchter erhellt sein. Neben einigen künstlerischen Neuerungen in der Kirche sei auch geplant, die Erhöhung im vorderen Teil auf das Niveau im Kirchenschiff zu senken – auch um Behinderten einen barrierefreien Zugang zu St. Augustinus zu ermöglichen.


    Von unserem Redaktionsmitglied Harald Meyer

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