• aktualisiert:

    Dettelbach

    „Flächensparen ist das Gebot der Stunde“

    Als Beispiel für leerstehende Objekte, die besonders prominent sind, nannten die Experten für Stadtentwicklung von der DSK neben einem Gebäude in Neuses am Berg dieses Haus in Effeldorf. Es bietet mit sämtlichen Nebengebäuden ein Flächenpotential von 2000 Quadratmetern. Foto: Walter Sauter

    Unbewohnte Häuser, ungenutzte Scheunen und Garagen, nicht bebaute Grundstücke im Ortskern: Leerstände und Baulücken beschäftigten den Stadtrat Dettelbach in seiner Sitzung. Dabei erschraken etliche Mitglieder des Gremiums über die Zahlen, die von den beiden Experten der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) nach einer ersten Analyse des Bestands in Dettelbach und Ortsteilen vorgelegt wurden. Demnach zählten sie 387 Leerstände und 280 Baulücken, von denen 202 kurzfristig genutzt werden könnten. Die meisten Leerstände gibt es in Dettelbach mit 105 Häusern und Nebengebäuden, gefolgt von Neusetz und Schernau (je 55) sowie Euerfeld (36).

    "Flächensparen ist das Gebot der Stunde", betonte Alexander Eberl, DSK-Gebietsleiter Bayern. Die hatte im Auftrag der Stadt zunächst eine Luftbildanalyse und eine fünftägige Erhebung vor Ort durchgeführt. Diese Daten sollen mit der Verwaltung und Bürgern abgeglichen und in eine Datenbank eingetragen werden, ehe die Experten für Stadtentwicklung Empfehlungen für die weitere Vorgehensweise erarbeiten. Zudem, so Sarah von Poblocki von der DSK, plane man Steckbriefe von besonders prominenten Objekten zu erstellen. Als Beispiele für solche Gebäude nannte sie zwei Häuser, einmal in Effeldorf und in Neuses am Berg.

    Leerstand vor allem in Ortsteilen

    Was die Zahlen anbelange, so Eberl auf Nachfrage, sei Dettelbach "kein Ausreißer". Auch Bürgermeisterin Christine Konrad meinte, Leerstände von 10 bis 15 Prozent seien nicht viel. Die relativ hohe Zahl an Leerständen seien besonders in den Ortsteilen der starken landwirtschaftlichen Nutzung gerade geschuldet, sagte von Poblocki. Rechne man die Nebengebäude heraus, bleibt nach ihrer Einschätzung nur noch rund die Hälfte der Leerstände übrig.

    Um dieses Flächenpotential zu nutzen, müssse man Zeit und Geld aufwenden. Damit schaffe man aber Mehrwert, so Eberl. Als nächste Schritte empfahlen die beiden Experten für Stadtentwicklung etwa eine Immobilienbörse auf der Homepage einzurichten, die Eigentümer per Fragebogen anzuschreiben  oder Veranstaltungen zum Thema Sanieren und Fördermittel durchzuführen. Eberl: "Das ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon".

    Termin für Arbeitsgruppe

    Auch der zweite Punkt der Tagesordnung beschäftigte sich mit diesem Thema. Bereits im Januar 2018 hatte der Stadtrat auf Antrag der CSU beschlossen, eine Richtlinie zu erarbeiten, wie die Stadt Eigentümern finanziell unter die Arme greifen kann, die Baulücken und Leerstände in neuen Wohnraum umwandeln wollen. Doch weiter ging es bisher nicht, denn ein Treffen der Arbeitsgruppe kam nicht zustande - aus Termingründen.

    "Eineinhalb Jahre kein Termin, das finde ich schrecklich", monierte Marcel Hannweber (CSU). "Es haben immer welche gefehlt", erklärte Konrad. Sie sagte jedoch zu, nun zügig einen Termin zu organisieren, "auch wenn nicht alle Fraktionen teilnehmen können". Für die fachliche Beratung indes gab es breite Zustimmung. Hannweber nannte sie richtig, zweiter Bürgermeister Herbert Holzapfel meinte: "Das Büro brauchen wir auf jeden Fall". Einstimmig wurde daher beschlossen, 20 000 Euro im Haushalt einzustellen, um ein Büro für Stadtplanung bei der Erarbeitung des Förderprogramms einzubeziehen.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!