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    Kitzingen

    Flo-Halle soll vorübergehend eine Veranstaltungshalle sein

    Die Florian-Geyer-Halle in Kitzingen ist eine Sporthalle. Nun könnte sie – vorübergehend – Veranstaltungshalle werden. Foto: Siegfried Sebelka

    Selbst einige Stadträte nahmen den Satz in den Mund: Der Wahlkampf macht's möglich – die Kitzinger Florian-Geyer-Halle soll bald wieder für Veranstaltungen öffnen dürfen. Bislang ist das Gebäude eine reine Sporthalle und wegen inzwischen geänderter gesetzlicher Vorschriften nicht für Veranstaltungen mit mehr als 200 Besuchern zugelassen.

    Dabei hätte es schon immer eine Möglichkeit gegeben, die Sporthalle zu einer Mehrzweckhalle – und damit fit für Veranstaltungen von Vereinen oder Firmen – zu machen. Doch der Stadtrat konnte sich seit 30 Jahren, wie Zweiter Bürgermeister Klaus Heisel (SPD) zurückblickte, nicht auf einen großen Umbau einigen. Mit der Folge, dass die KiKaG die Halle 2020 nicht mehr für ihre Rosenmontagssitzung mit Schlappmaulordenverleihung bekommen soll und  die TGK schon 2019 eine Abfuhr für die Austragung ihres Sport- und Spielnachmittags erhielt.

    Großen Umbau abgelehnt – Zwischenlösung befürwortet

    Einen großen Umbau, der je nach Ausstattung zwischen 1,8 und 2,9 Millionen Euro gekostet hätte, lehnte der Stadtrat noch vor genau einem Jahr mit 23:4 Stimmen ab. Nun unternahm die CSU einen Vorstoß, der am Ende eine Mehrheit von 21:5 Stimmen fand: Die Florian-Geyer-Halle, die sowieso schon für 510 000 Euro saniert werden muss, soll noch einmal 300 000 Euro mehr erhalten, um die Mindestbedingungen für Veranstaltungen zu erfüllen – allerdings nur provisorisch. So soll außer dem Brandschutz auch der Fluchtweg den Erfordernissen von bis zu 600 Besuchern angepasst werden. 

    Dabei denkt die CSU nicht daran, die Halle dauerhaft für große Veranstaltungen wie Abi-Bälle, KiKaG-Sitzungen, Firmenfeiern oder Messen zu nutzen, wie Bürgermeister Stefan Güntner in seinem Antrag erklärte. Vielmehr halten die Christsozialen an ihren Plänen fest, eine Vereinbarung zwischen der Stadt und einem privaten Hallenbesitzer zu schließen. Nach Vorstellungen der CSU könnte zum Beispiel im ConneKT eine solche Halle umgebaut und angemietet werden. Doch da das aus Sicht der Fraktion erst in frühestens vier Jahren zum Ziel führt, kam sie auf die Zwischenlösung mit der Flo-Halle. 

    Entscheidung vor der Kommunalwahl

    Ihre eilige Zwischenlösung wenige Monate vor den Kommunalwahlen brachte der CSU spitze Bemerkungen aus anderen Fraktionen ein, die sie daran erinnerten, dass sie sich bisher einer Stadthallen-Lösung am Standort Flo-Halle verweigert hatte. Doch zugleich ließ die Ratsmehrheit wissen, dass sie sich für die Interimslösung erwärmen könne.

    Den Clou an diesem Zwischenschritt erklärte Oberbürgermeister Siegfried Müller (UsW) auf Nachfrage: Mit der Zustimmung des Stadtrats für eine Minimalsanierung im Rücken würde Müller schon vor Ende der Bauarbeiten Ausnahmegenehmigungen für Veranstaltungen erteilen wollen. Das zielt unter anderem auf die Schlappmaulorden-Sitzung der KiKaG, die am Rosenmontag, 24. Februar 2020, stattfinden könnte. Vertreter der KiKaG waren unter den Zuhörern im Saal. Der Umbau sei bis dahin nicht zu schaffen, sagte Bauamtsleiter Oliver Graumann. Aber die Ausnahmegenehmigung, die Müller der KiKaG schon 2019 gegeben hatte, ist wohl wiederholbar – so sieht es zumindest der OB. 

    Eine neue Chance für KiKaG, TGK und andere?

    Ob damit auch der Sport- und Spielenachmittag der TGK wieder eine Chance hat? Wahrscheinlich. Denn noch einmal kann die Stadtverwaltung kaum der KiKaG eine Zusage geben und sie gleichzeitig der TGK verwehren. Dann wäre allerdings die Terminfrage zu klären, denn beide Vereine bevorzugten bisher für ihre Veranstaltungen das Faschingswochenende. 

    Einschränkungen für Sportler würde ein Umbau der Halle und die folgende Nutzung für Veranstaltungen allerdings mit sich bringen. Heisel vermutete, dass der Sport freitags und montags ausfallen müsste, wenn auf- bzw. abgebaut werden muss. 

    Genaue Kosten bleiben noch ungewiss

    Trotz der großen Zustimmung aus den Fraktionen kamen im Rat vereinzelt Zweifel auf, ob die nun insgesamt 810 000 Euro denn für eine veranstaltungstaugliche Sanierung reichen würden. Den Umbau zu einer echten Veranstaltungshalle für 1,8 Millionen Euro hatte der Stadtrat als zu teuer abgelehnt. Was aber, wenn die Kosten für die Zwischenlösung auf eine Million Euro steigen würden, fragte Wolfgang Popp. OB Müller geißelte seine spekulativen Zahlen umgehend als unseriös. 

    Mehrere Redner wiesen auch auf das Problem fehlender Stellplätze oder mangelnder Behindertentoiletten hin. Sie vermuteten, dass all dies in der Kostenschätzung der CSU fehle. Tatsächlich bestätigte Graumann, dass man erst im nächsten Schritt eine tatsächliche Kostenberechnung anstellen könne. Der großen Mehrheit reichte diese Wissensgrundlage für eine Zustimmung. 

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