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    Geiselwind

    Forstfachleute und Politiker sorgen sich um Wälder im Landkreis

    Neben Fachleuten rund um den Wald, Vertretern der holzverarbeitenden Betriebe in der Region, Jägern und kommunalpolitische Verantwortlichen war auch die interessierte Öffentlichkeit der Einladung von Barbara Becker zum Waldgespräch in Geiselwind gefolgt. Foto: René Gold

    Der Klimawandel macht auch vor den Wäldern in Unterfranken nicht halt. Laut einer Pressemitteilung hinterließen die Hitzesommer 2018 und 2019 auch in den Wäldern im Landkreis Kitzingen deutliche Spuren. Dies hat Folgen für den Wald selbst, aber auch für die regionale Holzwirtschaft, sagten Fachleute, die der Einladung von Landtagsabgeordneter Barbara Becker (CSU) zum Gespräch „Unser Wald verändert sich – Gehen wir´s an“ nach Geiselwind gefolgt waren.

    Neben Vertretern der holzverarbeitenden Betriebe in der Region, Jägern und kommunalpolitischen Verantwortlichen waren auch interessierte Bürger nach Geiselwind gekommen. Los ging es mit einem gemeinsamen Waldgang mit Forstingenieur Manuel Burger in einem Waldstück bei Geiselwind. Dort gab er dem Teilnehmerkreis einen Einblick in den Zustand der Wälder der Region, die Herausforderungen, die sich durch Klimawandel ergeben und die Folgen möglicher Flächenstilllegungen. Diese könnten als eine Auswirkung des Gesetzes zum Volksbegehren Artenschutz auch den Steigerwald treffen, sagte er.

    Wichtig für die Abgeordnete war es, von den Fachleuten mit Praxiserfahrung aus der Region zu erfahren, wie der Waldumbau in Zukunft in der Kitzinger Region gestaltet werden kann und welche Erfahrungen Beispiele für den gesamten Freistaat sein könnten. Von den Waldbesitzern bekam Becker Anregungen mit auf den Weg. So etwa die Forderung nach einem Herkunftsnachweis für Holz, ähnlich der Kennzeichnung bei Lebensmitteln. Nach Ansicht der anwesenden Fachleute sollte die Förderung von Scheitholz-, Hackschnitzel- und Pelletheizungen an die Verwendung von heimischem Holz mit Herkunftsnachweis zu koppeln. Die Erweiterung des Bezeichnung "heimische Baumarten" sollte erweitert werden und es sollte stattdessen von "geprüften, standortsgerechten und klimatoleranten Baumarten“ die Rede sein.

    Welche Bäume passen zu unseren heimischen Wäldern? Welche Baumarten können wir in Zukunft pflanzen? Welche Erfahrungen können wir dabei einbauen? All diese Fragen erörterten die Teilnehmer während ihres Gangs durch den Wald. Einig waren sie sich, dass es keine kurzfristigen Lösungen geben werde, Waldbau bedeute über Generationen zu denken. Als Symbol dafür pflanzte Becker einen Eichensetzling, der als klimastabile, heimische Baumart gilt.

    Im Anschluss besichtigte die Gruppe und die Landtagsabgeordnete den Holzverarbeiter und Parketthersteller Reinlein in Geisewind. Inhaber Stefan Reinlein gab einen Einblick in das mittelständische Unternehmen und informierte zur Fertigung und zu Produktionsabläufen vom Stammholz, das zum großen Teil aus dem Steigerwald stammt. 

    „Der Wald in unserer Region, seine Bewirtschaftung, die Holzindustrie und der Natur- sowie Klimaschutz bilden einen Kreislauf und sind keine Gegensätze“, fasste Becker zusammen und sprach sich für einen bestmöglichen Ausgleich aller Belange aus. „Ziel muss es sein, dass auch unsere nachfolgenden Generationen noch zukunftsfähige Wälder vorfinden. Für die Kitzinger  Region sei der Wald wichtig, mit Blick auf Naturschutz, aber auch als Wirtschaftsfaktor. 

    Bearbeitet von Karin Angerer

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