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    Kitzingen

    Fürs Alter vorsorgen: 14. Seniorenwochen starteten

    Im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes gab es zur Eröffnung der Seniorenwochen für einige Gäste nur noch Stehplätze. Foto: Gerhard Bauer

    Mit zwei Impulsreferaten des Mediziners Prof. Dr. Michael Schmidt und des Rechtsanwaltes Ulrich Rothenbucher begannen im voll besetzten Großen Sitzungssaal des Landratsamtes die 14. Seniorenwochen 60+ mit dem Schwerpunktthema "Vorsorge für das Alter – perfekt organisiert".

    Viele dächten bei dem Thema an finanzielle Absicherung, merkte Landrätin Tamara Bischof zur Begrüßung an. Diese Entwicklung könne bei zunehmend geringer ausfallenden Rentenansprüchen und hohen Scheidungsraten vor allem für Frauen zum existenziellen Problem werden.

    Landratsamt stellt Notfallmappe zur Verfügung

    Es gehe aber auch um die Absicherung zuhause, wenn die gesundheitliche Situation eine Rolle spiele. Dann sollten Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung angefertigt und unterschrieben sein. Dazu passend habe das Landratsamt für alle Bürger eine Notfallmappe zusammengestellt, die in der Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement und Seniorenfragen erhältlich ist.

    Rechtsanwalt Rothenbucher sah das große Interesse in der Bevölkerung durch den Zuspruch bei den Fachvorträgen bestätigt. Zuhause sterben nur noch rund ein Drittel der Menschen, unterstrich er. Der Mensch sei besonders im  Alter von professionellen Dienstleistern umgeben, deren Wissen nicht immer mit dem Patientenwillen übereinstimme. Besonders bei Komplikationen würden die behandelnden Ärzte gerne die Behandlung fortführen. Was aber will der Patient, wie will er in bestimmten Situationen seine Zukunft geregelt sehen? Dazu gebe es eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht, in der jeder jede Einzelheit festlegen könne.

    Patient kann konkrete medizinische Maßnahmen festlegen

    Besonders in der Patientenverfügung lege der Patient konkrete medizinische Maßnahmen fest für den Fall, dass er seinen Willen nicht mehr äußern kann. In der Vorsorgevollmacht setze er Menschen seines Vertrauens ein und verhindere so die Einsetzung eines gesetzlichen und ihm meist unbekannten Betreuers.

    Die Notfallmappe des Landkreises präsentieren (von links): Rechtsanwalt Ulrich Rothenbucher, Landrätin Tamara Bischof und Professor Dr. Michael Schmidt. Foto: Gerhard Bauer

    Ergänzend brachte Michael Schmidt umfangreiche Erfahrungen als Schwerpunktleiter der Universitätsklinik Würzburg ein. Meist seien Patientenverfügungen zu allgemein, nicht individuell und zu wenig konkret formuliert und ließen ohne Bezug zur Person beim Behandler Fragen offen. Sie seien daher oft nicht anwendbar.

    Konkret müsse zum Beispiel die Dauer und der Ausschluss von Behandlungen bezeichnet werden, die Begrenzung von Folgeschäden, aber auch welche Wünsche und welche Behandlungen man möchte, etwa was Lebensrettung und Lebenserhaltung betrifft, wenn es um Organspende geht, aber auch Therapieziele.

    Ein begonnener Sterbeprozess darf nicht verlängert werden

    Wichtig sei zu wissen, dass ein begonnener Sterbeprozess nicht verlängert werden dürfe und dass alle Festlegungen getroffen werden müssen, so lange der Patient noch entscheidungsfähig sei. Das könne der Hausarzt bescheinigen.

    Die 14. Aktionswochen enden am 21. Oktober um 14 Uhr mit der Abschlussveranstaltung und Kurzvorträgen im Landratsamt. Bis dahin bieten Vereine und Organisationen eine Vielzahl von auf Senioren abgestimmten Veranstaltungen in den Gemeinden im Landkreis an. Das Programm ist im Foyer des Landratsamtes, in Rathäusern, Arztpraxen und Apotheken erhältlich.

    Die Eröffnungsveranstaltung wurde vom Volkacher Gitarrentrio MaNiJo musikalisch begleitet.

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