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    Mainstockheim

    Fußballclub feiert 100-jähriges Bestehen

    Ehrenpreis: Laudator Holger Lenz (links) und Vorsitzender Franz Rüdling (rechts) würdigten die Leistungen von Manfred Trinklein und überreichten den erstmals vergebeben Ehrepreis des Fußballclubs. Foto: Gerhard Bauer

    Am 27. Mai 1919 kamen 30 Sportfreunde in Mainstockheim zusammen, um einen Fußballclub unter Vorsitz von Berthold Sonder zu gründen. 100 Jahre später feierte der FC in der Turnhalle sein 100-jähriges Bestehen mit einem Festabend, den die heutigen Vorsitzenden Franz Rüdling und Manfred Trinklein moderierten. Von den Gründungsmitgliedern sei zwar keiner mehr da, doch habe jeder im Ort viel von ihnen gehört und es sei vieles überliefert, erklärte Rüdling.

    Trinklein begrüßte zahllose Ehrengäste, Mitglieder, ehemaligen Spieler und Trainer, Vereinsvertretern und Sponsoren. Zur Würdigung derer, die den Verein in 100 Jahren prägten, hatte Uwe Ungerer einen Filmstreifen hergestellt, in dem er als Stouga Productions Kamera und Regie führte und Verantwortungsträger zu Wort kommen ließ.

    Seit rund 15 Jahren bringt sich Rüdling in die Leitung des FC ein und übernahm die Hauptverantwortung 2011 von seinem Vorgänger Volker Grießmann. Rüdling setzte sich als Maßstab Vergangenes in Erinnerung zu behalten um vorwärts planen und denken zu können. Stellvertreter Trinklein unterstrich die Leistungen dank eines funktionierenden Teams mit vielen fleißigen Mitgliedern in der Vergangenheit und bis heute, sah aber gleichzeitig noch Potenzial nach vorne.

    In filmischen Gesprächen wurde die Vereinsgeschichte nachvollzogen. Durch Erlass der Regierung wurden der Fußballclub und der Turnverein 1933 zum TV Mainstockheim mit Fußballabteilung verschmolzen. Unter großen Schwierigkeiten (wegen Spielermangels) wurde der Spielbetrieb auch nach Kriegsbeginn aufrecht erhalten.

    Obwohl viele Mitglieder nicht mehr heimkehrten, begann der Spielbetrieb bereits im September 1945 und in der Generalversammlung  lösten sich die Fußballer wieder vom Turnverein. Nach Freundschaftsspielen begann der Verbandsspielbetrieb 1946 in der Bezirksliga. Zum 30-jährigen Bestehen gelang es den Verantwortlichen 1949, mit dem 1. FC Nürnberg den Deutschen Meister 1948/49 zu einem Freundschaftsspiel zu gewinnen; das Spiel wurde mit 1:3 verloren. Hugo Reiter erinnerte sich im Filmgespräch noch an rund 3000 begeisterte Zuschauer.

    Rechtzeitig vor dem 50-jährigen Jubiläum begann 1967 der Bau des Vereinsheimes, das in Eigenleistung pünktlich fertig gestellt wurde. Als sich zu Beginn des neuen Jahrtausends zunehmender Spielermangel abzeichnete, wurde in der Saison 2003/2004 die Spielgemeinschaft Buchbrunn-Mainstockheim aus der Taufe gehoben, die nach anfänglicher Skepsis in beiden Vereinen doch zum Erfolg wurde. Bereits ein Jahr zuvor war die Zusammenarbeit weiterer Jugendmannschaften besiegelt. Einige Jahre später beteiligten sich weitere Vereine, um so den Fortgang des Spielbetriebes im Jugendbereich zu sichern.

    2005 wurde sogar eine Mädchenmannschaft gegründet, die den Spielbetrieb aber wenige Jahre später wieder einstellte. Zur Verbesserung des Erscheinungsbildes wurden Sportplatz, Kassenhäuschen und Außenanlagen umgestaltet und die Sportgaststätte nach Umbau in Eigenleistung 2008 wieder eröffnet.  Trotz gemeinsamer Anstrengungen von TV und FC konnte 2011 nicht verhindert werden, dass ein Hochwasser auf dem Gelände und in der Pächterwohnung immensen Schaden anrichtete.

    Landrätin Tamara Bischof bezeichnete 100 Jahre als schönen Anlass zum Feiern. Es sei anerkennenswert, dass ein Verein dank ehrenamtlichen Einsatzes so lange Zeit am Leben erhalten werden konnte. Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs bewunderte die in den Jahren erbrachten Leistungen und zeigte großen Respekt vor der mitreißenden Jugendarbeit.

    Kreisschiedsrichterobmann Helmut Wittiger überbrachte die Glückwünsche des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des bayerischen Fußballverbandes (BFV). Er unterstrich, dass der FC als einer der ersten die Zeichen der Zeit erkannte und eine Spielgemeinschaft gründete. Namens der Verbände überreichte er eine Ehrenplakette und eine Ehrenurkunde.

    Der Vorsitzende des TV, Frank Schmitt, gratulierte namens der Mainstockheimer Vereine und überreichte finanzielle Zuwendungen. Mit einer Bildcollage früherer Spieler beteiligte sich Melinda Hillion am Festakt, das großformatige Bild wurde von Peter Brandner mit einem schweren Rahmen gefasst.  In einem als Sketch geführten Streitgespräch setzten sich Doris Jünger als kenntnislose Ehefrau und Paul Hartmann als fußballbegeisterter Fan über ein im Fernsehen übertragenen Fußballspiel auseinander.

    Zu später Stunde überraschte Holger Lenz mit der erstmaligen Verleihung des FC-Ehrenpreises an Manfred Trinklein als besonderen Spieler und Funktionär. 1955 in den FC eingetreten, absolvierte er zwischen 1963 und 1978 mehr als 450 Spiele mit dem Glanzlicht des Aufstiegs 1977 in die A-Klasse. Als Mannschaftskapitän, Elfmeterschütze und Freistoßspezialist, später als Sportleiter und Organisationstalent habe er sich bleibende Verdienste erworben und sei treibende Kraft die Seele des Vereins.

    Der Ehrenpreis wird zukünftig alle fünf Jahre verliehen und geht nach einem Jahr zurück ins Vereinsheim; der Geehrte behält die dazu angefertigte persönliche Erinnerungstafel.

    Landrätin Tamara Bsichof überreichte die Ehrenurkunde des Landkreises an den Vorsitzenden Franz Rüdling. Foto: Gerhard Bauer

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