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    WILLANZHEIM

    Genug Viehfutter trotz Trockenheit

    „In Franken haben wir alle zwei bis drei Jahre mit großer Trockenheit zu kämpfen“, sagt Klaus Eger, Milchbauer aus Willanzheim. Die Landwirte hätten sich der Situation angepasst – und legen Vorräte an. Deshalb gebe es bisher in Franken auch keine Engpässe bei der Futterversorgung der Milchkühe. Anders als in Nord- und Ostdeutschland und anders als in vielen Berichten, die momentan zu lesen sind.

    Das möchten Thomas Zehnter, Gerhard Rost und Klaus Eger von der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Kitzingen klarstellen. Von vorzeitigen Schlachtungen der Tierbestände wie es in Nord- und Ostdeutschland derzeit schon der Fall ist, sei man hier weit entfernt. „Wir bauen jedes Jahr etwa fünf Hektar mehr Mais an, die wir dann als Vorrat für schlechte Jahre wie dieses lagern“, sagt Klaus Eger.

    Futtervorräte bis Dezember

    Aktuell käme er mit seinen Futtervorräten bis Ende Dezember aus. Sehr angespannt sei die Situation in diesem Jahr dennoch. „Das ist das trockenste Jahr seit 2003“, sagt Gerhard Rost, Vorsitzender der MEG Kitzingen. Im nächsten Jahr müssen die Landwirte auf eine gute Ernte hoffen, um die Vorräte wieder aufzufüllen. Im Norden und Osten Deutschlands seien die Landwirte jedoch nicht an eine solche Trockenheit gewöhnt und hätten keine ausreichenden Vorräte.

    Außerdem gibt es dort teils Ernteausfälle von fast 70 Prozent. „So etwas könnten wir auch mit unseren Vorräten nicht mehr verkraften“, sagt Eger. In Franken liegen die Ernteeinbußen bei 30 bis 40 Prozent – je nach Gemeinde kann es aber auch besser oder schlechter aussehen, da die Niederschläge durch örtliche Gewitter sehr kleinteilig verstreut waren.

    Keine "Milliardenhilfen" für fränkische Landwirte

    Auch angesichts kursierender Schlagzeilen zu Milliardenhilfen für Landwirte möchte Thomas Zehnter etwas klarstellen: „Dabei handelt es sich lediglich um zinslose Kredite, die Landwirte bei Ernteausfällen in Anspruch nehmen können. Niemand bekommt Geld geschenkt, wie man manchmal hört.“ Da in Franken außerdem die meisten Landwirte mit Vorräten vorgesorgt hätten, nehme die Kredite hier ohnehin kaum jemand an. „Wir schultern die Probleme lieber selbst“, sagt Klaus Eger.

    Sinnvoller als finanzielle Direkthilfen wäre laut Zehnter sowieso die Unterstützung bei der Krisenvorsorge. „Schön wäre es, wenn wir unsere Futtervorräte als Risikorücklagen besser steuerlich geltend machen könnten“, sagt er. Doch da stelle sich die Politik quer.

    Maisernte vier Wochen früher

    Klaus Eger hat am Montag mit der Maisernte begonnen – vier Wochen früher als üblich. Die Kolben sind zwar eigentlich noch nicht reif. Die Körner sollten mehlig sein, stattdessen kommt Wasser heraus. Doch die Stängel sind bereits vertrocknet. „Deshalb mussten wir einen Kompromiss zwischen der Kolbenreife und der Restpflanzenreife finden und haben schon jetzt angefangen“, sagt Eger. Auf seinem Betrieb hat er 75 Milchkühe und bewirtschaftet rund 70 Hektar.

    Die Milcherzeugergemeinschaft Kitzingen ist eine Liefergruppe von Milchbauern, die sich für gemeinsame Rahmenbedingungen stark macht. Ihre Kühe erhalten kein gentechnisch verändertes Futter und die Milch wird bei jeder Abnahme kontrolliert.

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