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    Kitzingen

    Gewalt im Drogenrausch: Kitzinger geht für zwei Jahre in Haft

    Unter anderem weil er seine Exfreundin schlug und bedrohte, musste sich ein 32-Jähriger aus dem Raum Kitzingen vor Gericht verantworten.  Foto: Oliver Berg (dpa)

    Körperverletzung, Bedrohung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Diebstahl, Fahren ohne Fahrerlaubnis. Für all das musste sich ein mehrmals vorbestrafter 32-Jähriger aus dem Raum Kitzingen vergangene Woche erneut vor dem Amtsgericht Kitzingen verantworten und bekam prompt die Rechnung dafür: zwei Jahre und zwei Monate Haft – ohne Bewährung. 

    Die Delikte der jüngsten Verhandlung gehen zurück in den Mai 2019. Weil er offenbar die Trennung nicht verkraften konnte, kam es zwischen dem Angeklagten und seiner Exfreundin in deren Wohnung zu einem Streit. Im Eifer des Gefechts hielt er die 29-Jährige fest. Als sie sich wehrte, schlug er zu. Außerdem drohte er ihr mit den Worten "Ich bringe dich um." Durch den Streit wurden die Nachbarn aufmerksam, die an der Wohnungstür klingelten. Der Angeklagte wollte verhindern, dass seine ehemalige Lebensgefährtin die Tür öffnet. Durch seinen Widerstand wurde die Tür beschädigt; es entstand ein Schaden in Höhe von 1500 Euro. Die Polizei nahm den Angeklagten daraufhin in Gewahrsam. Am nächsten Tag tauchte er wieder vor der Wohnung seiner Exfreundin auf, erneut soll er ihr gedroht haben.

    Angeklagter gab alle Taten zu

    "Es stimmt ungefähr so", gibt der 32-Jährige zu. Es sei im Affekt passiert. An Details scheint er sich allerdings nicht mehr erinnern zu können, auch nicht an die Morddrohung. "Ich kann nicht sagen, was ich zu der Frau in diesem Zustand gesagt habe." Denn: Sowohl zur Tatzeit, als auch während der anderen Delikte, für die er vor Gericht sitzt, stand der 32-Jährige unter Drogeneinfluss. Auf die Frage, wann er zuletzt Drogen konsumierte, antwortete er zunächst nicht. Bei erneuter Nachfrage des Staatsanwaltes, gab er zu: "Gestern."

    Auch seine ehemalige Lebensgefährtin erinnert sich nicht mehr an die Drohung. "Das hat er öfter aus der Wut heraus gesagt." Er sei wegen der Drogen nicht er selbst gewesen in der Zeit, schiebt sie nach. "Da hätte ich ihm alles zugetraut." Zu dem Schlag sei es gekommen, weil er nicht damit gerechnet habe, dass sie sich wehrt. Zuvor habe er sie aber noch nie geschlagen, versichert sie. 

    Angeklagter entwedete Roller

    Wieder straffällig wurde der Angeklagte dann einen Monat später: Er entwendete auf einem Grundstück in Kitzingen einen Roller für eine Spritztour. Als die Richterin ihn nach dem Grund fragt, antwortet der 32-Jährige: "Naja, er war nicht abgesperrt und stand auf der Straße." Außerdem wollte er ihn ohnehin wieder zurückbringen. Ob er zu dem Zeitpunkt "zugedröhnt" war, könne er nicht mehr sagen. "Ich denke, ja." Einen Diebstahl in einem Einkaufscenter gab der Angeklagte ebenfalls direkt zu. "Ich hatte kein Geld, ich war obdachlos, mittellos", sagt er.

    Für das Gericht gibt es keinen Zweifel: Der Angeklagte ist schuldig. Bei dem Entwenden des Rollers könne man von einem "unbefugtenm Gebrauch" sprechen, sagt der Staatsanwalt. Zudem habe der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt. "Das war alles eine Riesen-Dummheit", sagt dieser am Ende der Verhandlung. Er geht ins Gefängnis und das mit sofortiger Wirkung: Weil er drogenabhängig und ohne festen Wohnsitz ist, erlässt das Gericht wegen Fluchtgefahr Haftbefehl gegen den 32-Jährigen.

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