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    Rödelsee

    Grundstücke am Schlossgrund sind verkauft

    Im neuen Baugebiet Schlossgrund in Rödelsee wird eifrig gebaut. Foto: Gerhard Krämer

    "Ab Mitte November sind alle bebaubaren Grundstücke verkauft", informierte Bürgermeister Burkhard Klein die Mitglieder des Gemeinderats in der jüngsten Sitzung. Allerdings gebe es 34 weitere Bewerber, die in Rödelsee bauen möchten, informierte er. Diese Interessenten haben Bedarf an Grundstücken zwischen 600 und 1500 Quadratmetern Größe. Zwei bis drei der Bewerber seien aus Rödelsee, sagte Klein.

    Keine Gemeinde im Landkreis sei in den vergangenen Jahren so schnell gewachsen wie Rödelsee. Die Einwohnerzahl sollte aber von derzeit 1800 nicht auf über 2000 steigen, sagte er und bewertete diese Zahl als das Maximum. Seiner Ansicht nach müsse die Gemeinde auch Zusammenhänge sehen, die eine ständig wachsende Einwohnerzahl nach sich zögen. So müsse man sich beispielsweise auch über die Kapazitäten des Kindergartens Gedanken machen. Klein freute sich jedoch, dass es nur wenig Leerstand im Ort gebe. Der Gemeinderat müsse sich noch in diesem Jahr mit der Frage befassen, ob und wie es mit künftigen Baugebieten nun weitergehe.

    Mit dem Baugebiet Schlossgrund befasste sich auch der Bund der Steuerzahler in Bayern. Wegen diesem sei Kritik laut geworden, wie Vizepräsidentin Maria Ritch in einem Schreiben der Gemeinde mitteilt. Eine Frage des Bundes der Steuerzahler zielt auf die zwingende Erforderlichkeit der Ausweisung des neuen Baugebietes und weist laut Klein auch auf bereits vorliegende Nachfragen nach weiteren Bauplätzen hin. Der mit dem Baugebiet Schlossgrund beauftragte Münchner Anwalt der Gemeinde habe, laut Klein, bereits eine Antwort verfasst. Er selbst wolle den Bund für Steuerzahler ebenfalls kontaktieren.

    Dieser formulierte auch Fragen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis. Insbesondere möchte der Bund der Steuerzahler die Frage nach der Höhe der Ausgaben für Grunderwerb, Erschließung, Anwalts- und Beratungskosten sowie für diverse Lärmgutachten beantwortet haben. Dazu sagte Klein in der Ratssitzung, dass der mögliche Gewinn für die Gemeinde aus dem Verkauf der Bauplätze geringer werde: "Gerade wenn wir die Wünsche eines Steuerzahlers erfüllen."

    Damit war Klein bei einem Tagesordnungspunkt angelangt, der das Weingut Weltner betrifft. Hier liege immer noch keine Begründung für das Normenkontrollverfahren vor. In der Tischvorlage, die im Ratsinformationssystem für die Mitglieder des Gemeinderats digital hinterlegt ist, sei zu lesen, dass die Gemeinde sehr lange bemüht war, einen Konsens zu finden.

    Gleichwohl sei die vom Weingut geforderte, fünf Meter hohe Lärmschutzwand erforderlich. Das wäre, so meinte er, "weiterhin mit gutem Willen und mit nur ein wenig Entgegenkommen durch das Weingut vermeidbar". Wie mehrfach berichtet, ist die Lärmschutzwand allerdings in den von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Lärmschutzgutachten als notwendige Maßnahme empfohlen.

    Die Wand wird nun auch gebaut. Um den gewünschten Arbeitsstreifen für die Landwirtschaft zu schaffen, wird die Wand auf ein höheres Gelände verrückt. Vom Niveau des Wirtschaftsweges aus betrachtet, wird sie fünf Meter haben, von der Ebene des Baugebiets, ungefähr vier Meter, erklärte Klein. "Wir wollen es alle nicht", sagte Klein abschließend zum Thema Lärmschutzwand.

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