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    Kitzingen

    Hallensanierung: 13-Millionen-Projekt schreckt Stadtrat

    Die notwendige Sanierung der Kitzinger Sickergrundhalle könnte deutlich teurer werden als gedacht. Der Stadtrat befasste sich mit der Kostenschätzung – und war geschockt.
    Die Sanierung der Sickergrundhalle, Kitzingen, wird deutlich teurer als gedacht.

    Foto: Hans Will

    Sie ist 34 Jahre alt, die Dreifachsporthalle im Sportzentrum Sickergrund. Der Zahn der Zeit nagt an der größten Sporthalle Kitzingens, so dass der vor allem von Schulen und Vereinen genutzte Komplex grundlegend saniert werden muss. Beginnen soll dieses umfangreiche Projekt im ersten Quartal 2020 und dann zwei Jahre dauern. Und das wird teuer.

    Erste Sanierung schon 2017

    Einen ersten Beschluss, um die Sanierung der Sickergrundhalle auf den Weg zu bringen, fasste Kitzingens Stadtrat im Dezember 2016. Weil das Dach aber inzwischen undicht geworden war, wurden diese dringenden Arbeiten im Jahr 2017 vorgezogen durchgeführt. Zugleich wurde das Kitzinger Architekturbüro Roth und Partner mit der Planung der Sanierung beauftragt. Erste Ergebnisse und eine Kostenschätzung stellte René Müller dem Gremium vor.

    Außen könne die Stahlbetonfassade durch eine moderne Verkleidung aus Faserzementplatten ersetzt werden, welche die heutigen Anforderungen an Wärme- und Schallschutz erfüllt. Im Osten würde ein komplett neues Foyer den Zugang zur Halle offener gestalten und zugleich für die notwendige Trennung von Sportlern und Zuschauern sorgen. Die nur über Treppen erreichbaren Tribünen müssten zudem barrierefrei zugänglich sein. Im Westen soll eine neue Trainingshalle, für die sich der Stadtrat im November ausgesprochen hatte, entstehen.

    Im Inneren der Halle fehle bislang ein inzwischen geforderter Prallschutz an den Wänden, zudem müssten der verbrauchte Boden und die veralteten Geräte erneuert werden. Auch die Dusch- und Sanitärbereiche befänden sich in einem abgenutzten Zustand. Die technische Installation sei marode und müsse komplett erneuert werden, zählte Müller auf. Für das umfangreiche Sanierungspaket, dass er den Räten vorstellte, schätzte er die Kosten auf 13,3 Millionen Euro. Bislang hatte die Stadt mit 10,6 Millionen Euro geplant. Kämmerin Monika Erdel fügte hinzu, dass bei dieser Schätzung mit einem Eigenanteil der Stadt von 8,7 Millionen Euro zu rechnen sei.

    Neubau wäre noch teurer

    Ob denn an der Halle überhaupt noch etwas zu gebrauchen ist, wollte Elvira Kahnt (SPD) wissen und nannte die geschätzte Summe "eine schöne Stange Geld". Sie befürchtete, dass diese angesichts der anhaltenden Hochphase am Bau sogar noch höher ausfallen könnte. "Die Preise fliegen derzeit über den Markt", zitierte sie aus einem Asterix-Heft. Die Abwägung, ob ein Neubau nicht günstiger wäre, fiel allerdings negativ aus. Eine neue Dreifachsporthalle in vergleichbarer Größe würde rund 18 Millionen Euro verschlingen, schätzte Müller.

    Für erneute Diskussionen sorgte die Trainingshalle, die unter anderem vom Kraftsportverein (KSV) Kitzingen als neues Domizil genutzt werden soll. Wegen "einer Million Euro für eine Halle, die hauptsächlich von einem Verein genutzt wird", verweigerte Uwe Hartmann (Bayernpartei) seine Zustimmung. Brigitte Endres-Paul (SPD) warnte vor einem "Präzedenzfall" und wollte wissen, ob die Stadt auch andere Vereine derart großzügig behandeln würde. Dem war Manfred Marstaller (UsW) als Sportreferent mit seiner vorherigen Argumentation entgegengetreten: "Ich bin mir sicher, dass weitere Vereine Bedarf an dieser Halle anmelden werden."

    Am Ende eine klare Mehrheit

    Zudem informierte Marstaller das Gremium, dass der KSV den Abriss seiner alten Halle in der Glauberstraße übernehmen und das Grundstück "quasi besenrein" an die Stadt übergeben würde. Auch auf eine ihm zustehende Entschädigung für das vorzeitig endende Erbbaurecht würde der Verein verzichten. Bei der Kostenschätzung sprach Marstaller seinen Ratskollegen aus der Seele: "Die Summe erschreckt mich. Da müssen wir noch einmal genauer hinschauen." Seinem Werben um Zustimmung zum Grundsatzbeschuss der Sanierung folgten sie mehrheitlich (23:4) mit der Einschränkung, dass die Vorplanung auf Einsparmöglichkeiten, vor allem im Bereich des geplanten und mit 1,5 Millionen Euro teuren Foyers, zu prüfen sei.

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