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    Kitzingen

    Haushalt: Kämmerin bittet um Zurückhaltung bei Großprojekten

    Die Stadt Kitzingen will in den nächsten vier Jahren knapp 14 Millionen in den Umbau und die Digitalisierung ihrer Schulen investieren. Unser Archiv-Bild zeigt eine digitale Schultafel in der Friedrich-Bernbeck-Schule. Foto: Daniela Röllinger (Archiv)

    Ausbauen, umbauen, neu bauen: Die Stadt Kitzingen hat in den nächsten vier Jahren viel vor. Insgesamt rund 67,4 Millionen Euro will sie zwischen 2019 und 2022 investieren. Der Löwenanteil, fast 20 Millionen Euro, wird noch dieses Jahr fällig. Diese Summe ist im Vermögenshaushalt veranschlagt.

    Kämmerin Monika Erdel stellte dem Stadtrat am Montagabend den Haushaltsentwurf für dieses Jahr und die Finanzplanung bis Ende 2022 vor. Heuer wird Kitzingen ein Haushaltsvolumen von 75,8 Millionen Euro aufstellen. 56 Millionen davon  entfallen auf den Verwaltungshaushalt für die laufenden Ausgaben. 

    Löwenanteil für Schule und ihre Sportanlagen

    Das meiste Geld fließt in den nächsten Jahren in die Schulen und ihre Sportanlagen. 13,8 Millionen Euro verteilen sich über die kommenden Jahre in diesem Bereich. Darunter ist die Sanierung der Friedrich-Bernbeck-Schule mit 9,5 Millionen Euro der größte Brocken. Sie dauert deshalb auch fünf Jahre lang. Die Erweiterung der Mittelschule kostet eine Million Euro, der Neubau der Zweifachhalle im Deusterpark 1,15 Millionen Euro, die Schulsportanlage in der Siedlung noch 1,14 Millionen, und die St.-Hedwig-Schule bekommt Räume für die Ganztagsbetreuung für eine halbe Million. Etwa gleich viel Geld will die Stadt in die EDV-Austattung der Schulen stecken. 

    11,2 Millionen Euro gibt die Stadt in den nächsten vier Jahren für die Sanierung der Dreifachsporthalle Sickergrund aus. Dagegen ist die Sanierung des Allwetterplatzes auf der Sportanlage Etwashausen mit 100 000 Euro ein Schnäppchen.

    Straßen, Straßen, Straßen

    Fast zehn Millionen Euro fließen in den nächsten Jahren in die Infrastruktur der Stadt – vor allem in die Straßen: Nord-, Süd- und Westtangente stehen ebenso im Aufgabenheft wie die Umgestaltung des Bahnhofsbereichs samt Parkplatz. Auch Friedenstraße und Amalienweg werden Anfang des neuen Jahrzehnts ausgebaut.

    In der Stadtentwicklung stechen folgende Projekte hervor: die Umgestaltung am Oberen Mainkai und die Barrierefreiheit der Innenstadtstraßen. Außerdem will Kitzingen nun auch abgelegene Höfe und Siedlungen mit schnellerem Internet versorgen. Gesamtkosten in diesem Bereich: 5,8 Millionen Euro. Weitere fünf Millionen Euro kommen für den Neubau der Kaimauer und die Umgestaltung von Mainufer und Stadtgraben (Glauberstraße) hinzu.

    Monika Erdel, Kämmerin der Stadt Kitzingen, präsentiert den Haushaltsplan für 2019. Foto: Andreas Brachs

    Ein neuer Kindergarten entsteht

    In die Kindertageseinrichtungen steckt die Stadt 4,5 Millionen Euro. Davon entfällt der Löwenanteil auf den Zuschuss für den Neubau der Kita St. Johannes mit 3,1 Millionen Euro. Dieses Projekt wird zwischen 2020 und 2022 verwirklicht. Sechsstellige Beträge fließen in die Umbauten der Kitas Marshall Heights, Sonnenschein und St. Vinzenz.

    Wenig sichtbar, aber wesentlicher Teil der Infrastruktur sind die Kläranlage und das Kanalnetz. Sanierungen in diesem Bereich schlagen mit 4,3 Millionen Euro zu Buche.

    In ihren Wohnungsbestand investiert die Stadt in den kommenden vier Jahren rund 3,3 Millionen Euro. Sie lässt die Gebäude Galgenwasen 13 bis 20, Wohnblöcke im Notwohngebiet und weitere städtische Wohnungen sanieren. Das Gebäude in der Kaiserstraße 17 wird außerdem für 2,5 Millionen Euro für die Stadtverwaltung umgebaut.

    Wer soll das bezahlen?

    Wie wird das alles finanziert? Die Stadt greift dazu in den Sparstrumpf: 14,4 Millionen Euro aus den Rücklagen werden in den nächsten Jahren in den Haushalt eingestellt. Somit bleiben nur noch 3,7 Millionen auf der hohen Kante. Dennoch muss Kämmerin Erdel in diesem und im nächsten Jahr insgesamt drei Millionen Euro neue Kredite aufnehmen, obwohl sie gleichzeitig 2,4 Millionen alte Schulden abbauen kann. In der Summe erhöht sich der Schuldenstand der Stadt von heute 8,7 Millionen auf 10,9 Millionen Euro. Ab 2020 will die Stadt keine neuen mehr Schulden machen, die Tilgungen aber fortsetzen, so dass sie nach 2021 wieder unter einen Schuldenstand von zehn Millionen Euro fallen würde. 

    Die Pro-Kopf-Verschuldung würde demnach Ende 2022 bei 394 Euro liegen. Städte vergleichbarer Größe in Bayern haben eine Pro-Kopf-Verschuldung von aktuell 557 Euro.

    In ihrem Schlusswort bezeichnete Erdel die Finanzplanung  als "ausgereizt", was Großprojekte angeht. Sie appellierte an den Stadtrat: "Bitte beschließen Sie keine neuen kostenträchtigen Großmaßnahmen." Ohne neue Kredite seien sie nicht zu verwirklichen. 

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