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    Volkach

    Heimatverein: 25 Jahre im Dienst für Geschichte und Kultur

    Vor 15 Jahren: Kinder sollen sich im Museum Barockscheune wohlfühlen, ein großes Ziel von Herbert Meyer (links) und seinen Mitstreitern im Heimatverein. Foto: Peter Pfannes

    "Die Liebe zur Heimat wecken, vertiefen und das Brauchtum sowie die bodenständige Eigenart der Volkacher Mainschleife pflegen", lautete der Zweck der Satzung, die sich der Volkacher Heimatverein vor 25 Jahren gab und bis heute Gültigkeit hat. Das "silberne" Gründungsjubiläum wird am 2. und am 5. Mai mit zwei Podiumsgesprächen gefeiert. Dabei erinnern die Verantwortlichen um die heutige Vorsitzende Ute Feuerbach an bisher Geschaffenes und blicken nach vorne.

    Das Thema von Prof. Erich Schneider vom staatlichen Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Würzburg am 2. Mai um 19.30 Uhr im Museum Barockscheune lautet "Museum für Franken". Am 5. Mai findet um 15 Uhr im Schelfenhaus eine Gesprächsrunde zum Thema "Heimat und Verein" statt. Gemeinsam mit namhaften Persönlichkeiten bedeutender unterfränkischer Geschichtsvereine stehen Gedanken über die Zukunft des Heimatvereins im Mittelpunkt.

    Groß ist die ehrenamtliche Helferschar des Volkacher Heimatvereins im Museum Barockscheune. Das Bild zeigt die Helfer aus dem Jahr 2013 um die heutige Vorsitzende Ute Feuerbach (Dritte von links). Foto: Peter Pfannes

    Herbert Meyer, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Heimatvereins von 1994 bis 2018, hat in der Chronik des Jubelvereins nachgeblättert. Bereits im Sommer 1977 entstand im Volksbildungswerk der Arbeitskreis "Kultur und Geschichte der Mainschleife". Dieser "lockere" Arbeitskreis bot Exkursionen in die Umgebung an, sammelte historische Quellen und bereitete sie auf. Vieles aus dem kulturellen Erbe sei während der Gebietsreform vom Vergessenwerden und Verlust bedroht gewesen, erinnert sich Meyer. Für die Veröffentlichungen der Texte und Bilder verschiedener Autoren bot sich damals durch Gottfried Hart der Volkacher Kurier (später Mainschleifenkurier) an. 40 Jahre lang wurden über 200 Beiträge veröffentlicht - von Herbert Meyer selbst oder von anderen kompetenten Autoren verfasst. Für umfangreichere Texte gab es die Volkacher Hefte, teilweise auch als Sammelbände für die Kurier-Veröffentlichungen oder Artikel im Landkreisjahrbuch. Der Arbeitskreis im Volksbildungswerk führte jährlich Exkursionen in die eingemeindeten Ortschaften und unmittelbare Umgebung durch.

    Um die Zusammenkunft im Arbeitskreis besser zu organisieren, wurde 1994 auf Anregung von Klaus Hart zusammen mit an der Ortsgeschichte Interessierten der Heimatverein gegründet. In der Vereinssatzung war schon der Gedanke eines Mainschleifenmuseums festgeschrieben. Die städtischen Sammlungen zur 700-Jahrfeier der Volkacher Stadtrechte waren im Schelfenhaus nicht optimal untergebracht. Dafür wollten die Mitglieder entsprechende Vorarbeit leisten. Sie machten sich Gedanken über den Ort der Präsentation. Von vielen Vorschlägen blieb schließlich die alte Scheune in der Weinstraße übrig, die nicht nur die Zustimmung des Stadtrats, sondern auch der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern fand. In enger Zusammenarbeit mit dieser Dienststelle erarbeitete das städtische Bauamt die Förderung zur Sanierung des Denkmals und den Umbau zu einem Museum. Der Heimatverein organisierte Ausstellungen in der noch nicht sanierten Scheune.

    Als der Heimatverein 2010 das berühmte Salbuch des Volkacher Stadtschreibers Niklas Brobst als Faksimile im Museum Barockscheune vorstellte, war der Andrang riesig. Foto: Peter Pfannes

    2003 öffnete das Museum Barockscheune seine Pforten. Der Heimatverein sponserte als Eröffnungsgeschenk ein Modell der Stadt und ihrer Umgebung um 1830. Seit 2005 ist er Mitglied im Frankenbund für Geschichte, Kunst und Kultur. Der Brauch der Traubensegnung wurde reaktiviert, der Denkmaltag organisiert. Vorträge und Seminare kamen hinzu. Im Museum richtete man einen Kinderpfad ein, organisierte einen Rechentisch aus der Zeit um 1600, einen alten Stich von der Konstitutionssäule und eine altdeutsche Trinkstube von 1910.

    Für den Betrieb des Museums übernahm der Heimatverein den Aufsichts- und Kassendienst. Seit 16 Jahren ist ein Helferteam, das sich die Weiterentwicklung des Museums auf die Fahnen geschrieben hat, an etwa 80 Tagen im Jahr ehrenamtlich tätig. Herbert Meyer resümiert, dass nur dank der ehrenamtlichen Unterstützung der vielen Helfer in den vergangenen 25 Jahren das Erreichen des Satzungszieles möglich war: Die Erforschung, Sammlung und Sicherung der Geschichte und Kulturlandschaft der Mainschleife.

    Immer die Heimat im Blick: Herbert Meyer, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Heimatvereins von 1994 bis 2018. Foto: Peter Pfannes

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