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    Rüdenhausen

    Hochzeit und Braut-Heimführung im Haus Castell-Rüdenhausen

    Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen und seine Braut Sophia Mautner von Markhof nach der kirchlichen Hochzeit in Wien. Foto: Teresa Marenzi und Daniel Bachler

    Der Bräutigam strahlt über beide Ohren und reißt den Arm seiner lachenden Braut in die Luft. Es regnet weiße Rosenblätter auf Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen und Sophia Mautner von Markhof. Die normale Hochzeit eines glücklichen Paares – und wegen der historischen Namen doch etwas Besonderes. Mag der Adel in Deutschland juristisch seit 1918 abgeschafft sein, so pflegt der sogenannte historische Adel dennoch viele Traditionen. Eine solche ist die "Heimführung der Braut" Anfang August in Rüdenhausen. Was da passiert – und was ihm an der großen Hochzeit in Österreich besonders gefallen hat, verrät ihr Ehemann im Interview.

    Frage: Verraten Sie uns, wo Sie sich gerade in den Flitterwochen befinden?

    Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen: Noch sind wir nicht los geflogen, daher ist es noch geheim.

    Wie und wo haben Sie denn gefeiert?

    Castell-Rüdenhausen: Die kirchliche Trauung fand am 15. Juni in der ehemaligen Stiftskirche Waldhausen im Strudengau (Oberösterreich) statt. Eine wunderschöne barocke Kirche, die denselben Erbauer wie die Burg Clam hat, auf der später Empfang und Soirée stattfanden. Meine Frau Sophia hat viele Sommer bei ihren Großeltern auf der Burg Clam verbracht und ist seit dieser Zeit dem Ort sehr stark verbunden. Sophias Eltern haben sich damals dort auch schon das Ja-Wort gegeben.

    Gab es einen Höhepunkt?

    Castell-Rüdenhausen: Die kirchliche Trauung war für uns besonders schön. Ein ökumenischer Wortgottesdienst, gehalten von Pfarrer Karl Michael Wögerer aus Waldhausen und unserem Rüdenhäuser Pfarrer Martin Fromm. Die Musik stammte vom Chor und Orchester der Wallfahrtskirche Mariahilf zu Wien.

    Wie viele Gäste hatten Sie?

    Castell-Rüdenhausen: Es waren um die 400 Gäste da. Darunter sehr viel Familie und Freunde.

    Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen und seine Braut Sophia Mautner von Markhof strahlen am 15. Juni nach der kirchlichen Hochzeit in Wien. Foto: Teresa Marenzi und Daniel Bachler

    Unterscheidet sich eine solche Adelshochzeit denn von einem bürgerlichen Fest? 

    Castell-Rüdenhausen: Heutzutage gibt es wahrscheinlich weniger Unterschiede, als man meinen würde. Hochzeiten werden heute so unterschiedlich und individuell gestaltet. Wir haben vor allem unsere Familien, die tatsächlich beide sehr groß sind, eingeladen und Freunde. Nach der Kirche gab es einen Empfang und abends das Hochzeitsfest.

    Sind viele Rüdenhäuser und Casteller nach Wien gereist?

    Castell-Rüdenhausen: Was Familie und Taufpaten angeht, waren natürlich fast alle Rüdenhäuser und Casteller anwesend. Wir haben bei der Heimführung meiner Frau im August dann noch die Gelegenheit, mit ganz Rüdenhausen zu feiern. Viele Rüdenhäuser kennen meine Frau bereits; daher wird es bestimmt ein schönes Fest.

    Was macht die neue Frau im Schloss denn beruflich?

    Castell-Rüdenhausen: Sophia ist Schuh-Designerin, momentan für Herrenschuhe. Bei der Hochzeit hatte ich eines ihrer Modelle an.

    Ende 2018 hatten Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen und Sophia Mautner von Markhof in Rüdenhausen standesamtlich geheiratet. Der Rüdenhäuser Bürgermeister Gerhard Ackermann traute das Paar. Foto: Karl zu Castell-Rüdenhausen

    Und wie war Ihr beruflicher Werdegang bis zum Mitinhaber der Castell-Bank?

    Castell-Rüdenhausen: Nach dem Informatik- und Mathematik-Studium in Paris und dem Master in Lissabon und Dublin arbeitete ich einige Zeit bei einem Lebensmittel-Start-Up in Manila auf den Philippinen und bei KPMG, einer Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Frankfurt. Natürlich wurde ich schon früh und stetig an die Verantwortung herangeführt, die ich heute trage. Man lernt allerdings nie aus, und vor allem im Zeitalter der Digitalisierung gibt es viele ganz neue, spannende und interessante Themen, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen. Ich bin vor allem sehr dankbar für die Unterstützung all unserer treuen Mitarbeiter, die täglich ihr Bestes geben.

    Kam für Sie nur eine Partnerin aus einer Adelsfamilie in Frage oder ist das Zufall?

    Castell-Rüdenhausen: Wir haben uns durch puren Zufall über gemeinsame Freunde kennengelernt. Ich denke, für jede Partnerschaft sind gemeinsame Werte wichtig, und das ist bei uns genauso.

    Die Heimführung der Braut folgt Anfang August: Wie läuft das ab?

    Castell-Rüdenhausen: Die Heimführung in Rüdenhausen ist etwas, worauf wir uns alle schon ganz besonders freuen. Der Ort heißt meine Frau dann ganz offiziell, nach alter Tradition, willkommen. Was dort die Leute allerdings erwartet, möchte ich noch nicht verraten. Erstens planen wir noch, und zweitens will ich mir ein gewisses Überraschungsmoment nicht nehmen lassen.

    Uralte Tradition – wie die Heimführung der Braut: Die Bürgerwehr in Rüdenhausen feierte im vergangenen Jahr ihr 400-jähriges Bestehen. Maria Fürstin zu Castell–Rüdenhausen und ihr Sohn Otto begrüßten die 105 angetretenen Rüdenhäuser per Handschlag. Foto: Andreas Stöckinger

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