• aktualisiert:

    Schwarzenau

    Hünnerkopf geht – Becker kommt: CSU will auf leise Töne hören

    Gewählt und verabschiedet: Bent Hanel, Otto Hünnerkopf, Adolf Falkenstein, Barbara Becker, Tibor Brumme, Barbara Rinke und Marcel Hannweber (von links). Foto: Robert Haaß

    Barbara Becker ist die neue Kreisvorsitzende der CSU im Landkreis Kitzingen. In der Delegiertenversammlung der Christlich Sozialen Union am Freitagabend in Schwarzenau wurde die Landtagsabgeordnete von 95 der 103 Stimmberechtigten, also mit 92,3 Prozent, gewählt. Ein überzeugendes Ergebnis. Im Mittelpunkt des Abends aber stand ihr Vorgänger: Otto Hünnerkopf. Mit der "Übergabe" des Landtagsmandats im vergangenen Jahr an Becker war klar: Auch der Kreisvorsitz der Partei wird wechseln.

    Dass es hier eine Gesetzmäßigkeit gibt, bestätigte Hünnerkopf selbst in seinem Rechenschaftsbericht, der bis ins Jahr 2002 zurückreichte. Zehn Tage vor der Nominierungsversammlung für die Kandidaten zur Landtagswahl ereilte ihn damals der Ruf einiger Parteigenossen. Er wurde gefragt, ob er sich zur Wahl stelle. Nach kurzer Überlegung sagte er zu und wurde in der Versammlung am 17. Juli 2002 in einer Kampfabstimmung gegen den damaligen Mandatsträger Franz Brosch mit einer Stimme Mehrheit als Direktkandidat für die Landtagswahl nominiert.

    Abgeordneter führt auch die Kreis-CSU

    Eine Folge davon machte ihm nur wenig später Bundestagsabgeordneter Michael Glos deutlich: Da der CSU-Kandidat sicher in den Landtag gewählt werde, müsse er auch den Kreis-Parteivorsitz übernehmen - was im März 2003 auch geschah.

    Keine einfache Zeit damals ,"aber ich hatte gute Begleiter", so dass es gelang "die Missstimmungen auszumerzen", bilanzierte Hünnerkopf. Acht Mal wurde er zum Kreisvorsitzenden gewählt; das Landtagsmandat hatte er von 2002 bis 2018 inne. Wichtig waren für ihn die vielen Veranstaltungen der Partei im Landkreis, etwa das Seniorentreffen beim Casteller Weinfest, der Tag des Bieres oder der Starkbieranstich in Dettelbach, die "der Weg waren, an die Menschen zu kommen". Und das war auch ein Grund, warum der Mitgliederschwund im Kreisverband in den vergangenen Jahren mit rund zehn Prozent von etwa 1220 auf knapp 1100 auch noch vergleichsweise glimpflich ausfiel. Erfreulich für den scheidenden Kreisvorsitzenden: Es gibt auch Ortsverbände mit Mitgliederzuwachs, etwa in Marktsteft. Die Zahl der CSU-Bürgermeister ist von zehn auf 14 gestiegen. Und auch die Kreisgeschäftsstelle steht auf soliden Beinen.

    Grund zum Hadern für Hünnerkopf

    Es gibt aber auch Grund zum Hadern für Hünnerkopf. All die Jahre habe er versucht, der CSU-Landtagsfraktion das Thema Artenvielfalt nahe zu bringen - vergeblich. Jetzt, nach dem Volksbegehren "geht es auf einmal", sagte Hünnerkopf. Sein Resümee: "Wir können viel mehr, wenn wir wollen." Und etwas resigniert fragte er: "Was muss man machen, um gehört zu werden?" Sein Stil mit den leiseren Tönen hatte zumindest in diesem Punkt keinen Erfolg. "Ich hoffe, es gelingt mit Vernunft", befand er abschließend.

    Worte, die zumindest ein Laudator von Hünnerkopfs Leistungen nicht mehr mitbekam, denn Staatssekretär und Bezirksvorsitzender Gerhard Eck hatte sich da schon verabschiedet. Lob gab es auch von MdB Anja Weisgerber und Geschäftsstellenleiterin Gerlinde Martin. Barbara Becker, die an diesem Abend wohl bewusst noch in der zweiten Reihe stand, hatte zugehört: "Lasst uns auch auf die Ruhigen und Leisen hören – und uns bleibt manches erspart", sagte sie.

    Die Ergebnisse der Kreisvorstandswahlen

    Neben Barbara Becker als Kreisvorsitzender wurden Tibor Brumme (Kitzingen) mit 93 von 103 Stimmen, Marcel Hannweber (Dettelbach) mit 89 Stimmen, Isabell Strohofer (Geiselwind) mit 80 Stimmen und Bent Hanel (Markt Einersheim) mit 74 Stimmen zu den Stellvertretern gewählt. Schriftführerinnen sind Doris Paul (Wiesenbronn) und Barbara Rinke (Volkach), Schatzmeister Adolf Falkenstein (Prichsenstadt) und Heidi Plömpel (Albertshofen). Die Kasse prüfen Manfred Ziegler (Mainbernheim) und Günter Voit (Mainstockheim).

    Beisitzer sind Dieter Haag (Marktsteft), Werner Knaier (Wiesentheid), Stefan Güntner (Kitzingen), Stephan Küntzer (Kitzingen), Josef Wächter (Schwarzach), Rainer Ott (Martinsheim), Andrea Maria Fieber (Schwarzach), Peter Brandner (Mainstockheim), Manfred Kleinschrodt (Biebelried), Sibylle Säger (Nordheim), Michael Fackelmann (Dettelbach), Margarete Uhlmann (Mönchsondheim), Thomas Reichert (Marktsteft) und Fabian Uhl (Prichsenstadt).

    Delegierte für den Landesparteitag sind Barbara Becker, Tibor Brumme, Otto Hünnerkopf, Dieter Haag, Werner Knaier und Marcel Hannweber.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (2)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!