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    KITZINGEN

    Humor macht's erträglich

    Mit H. G. Butzko gehen die Kitzinger Kabarett-Wochen in die nächste Runde. Foto: P. Varasano

    „Menschliche Intelligenz – oder: Wie blöd kann man sein?“ heißt das Programm, mit dem H. G. Butzko an diesem Samstag, 21. April, um 20 Uhr in der Alten Synagoge in Kitzingen zu Gast ist. Die Veranstaltung findet innerhalb der des Jubiläums „20 Jahre Kitzinger Comedy- und Kabarettwochen“ statt.

    Frage: Was ist an Bayern schöner als an Nordrhein-Westfalen?

    H. G. Butzko: Berge, Seen, die Luft, die Biergärten – und dass die CSU unter Umgehung demokratischer Wahlprozesse nach wie vor durch Ernennungen ihrer Landesfürsten die Monarchie lebendig hält.

    Und umgekehrt: Was ist in NRW besser als in Bayern?

    Butzko: Der Fußball.

    Im Unterricht aus dem Fenster geguckt?

    In Ihrem neuen Programm geht es um die menschliche Intelligenz – wie kamen Sie darauf?

    Butzko: Wenn 12,6 Prozent der Deutschen eine Partei wählen, die den politischen Anstand zu Grabe trägt und dadurch der Begriff 'Urnengang' eine neue Bedeutung bekommt, stellt sich doch die Frage, ob diese Leute alle im Geschichtsunterricht aus dem Fenster geguckt haben. Oder ob eine Politik, die keine Sekunde zögerte, Multimilliarden für die Bankenrettung bereit zu stellen, aber jeden Euro für Lehrkräfte und Unterrichtsmaterialien zwei mal umgedreht hat, eine solche Entwicklung gar nicht besser verdient hat.

    Verzweiflung pur

    Wann verzweifeln Sie an Menschen?

    Butzko: Vom morgens bis abends – und manchmal noch im Schlaf. Die Frage ist, wann verzweifelt man nicht? Das Gute dabei ist, dass Humor vieles davon erträglicher macht.

    Wenn man sich so auf der Welt und diversen Staatenlenkern umsieht – hat die Dummheit gesiegt?

    Butzko: Ich wünsche mir täglich, dass das alles doch nur ein böser Traum sein kann, verzichte aber darauf, mich zu kneifen, weil es sonst zusätzlich noch körperlich weh tut.

    Erster Auftritt 1997

    Sie gehören zu den kabarettistischen Urgesteinen – seit wann genau?

    Butzko: Mein erster Auftritt war 1997, ich bin über 20 Jahren dabei.

    Wie viele Bühnenprogramme gab es?

    Butzko: Ich bin jetzt bei neun.

    Wenn Sie nicht Kabarettist geworden wären . . .

    Butzko: . . . dann Stadionsprecher bei Schweinfurt 05 oder Haltestellenansager in der Straba. Das schlimmste konnte also verhindert werden.

    Es geht ans Eingemachte

    Waren die Zeiten für Kabarettisten jemals besser?

    Butzko: Zur Zeit bekommt das Kabarett eine gesellschaftliche Relevanz, die es so zuvor nicht hatte. Es geht nicht nur um Unterhaltung, es geht ans Eingemachte. Um es mit den Worten eines Landwirtschaftsministers zu sagen: Wer die Flinte ins Korn schmeißt, weil sich die Spreu vom Weizen trennt, bei dem ist Hopfen und Malz verloren.

    Auf Kitzingen freue ich mich, weil . . .

    Butzko: . . . ich neun Jahre in Würzburg gelebt habe und dort meine Anfänge als Kabarettist hatte.

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