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    Castell

    Kandidat Hähnlein will in Castell Alt und Jung vertreten

    Erst relativ spät hat sich der Wüstenfelder Agrarbetriebswirt zur Bürgermeister-Kandidatur entschlossen. Was sind seine Pläne?
    Inmitten der Natur steht das Denkmal zur Gebietsreform Castells. Für Bürgermeisterkandidat Christian Hähnlein ist das ein besonderer Platz aus vielerlei Hinsicht. Foto: Andreas Stöckinger

    Mit Christian Hähnlein möchte ein 35-Jähriger aus dem Ortsteil Wüstenfelden Bürgermeister in Castell werden. Der Landwirt mit dem Abschluss zum staatlich geprüften Agrarbetriebswirt, hat sich die Bewerbung für diesen Posten reiflich überlegt, nachdem einige Bürger bei der Nominierungsversammlung für die Liste zum Gemeinderat in seinem Heimatort auf ihn zugegangen waren. "Ich habe mir zwei, drei Wochen Zeit gelassen, das Ganze mit der Familie besprochen, und dann entschieden, dass ich es probiere", schildert er den Prozess, bei den Kommunalwahlen 2020 anzutreten.

    Anfang Januar nominierte ihn die Wählergemeinschaft aus dem 90-Einwohner-Dorf. Dort betreibt Hähnlein mit den Eltern, seiner Frau und den Kindern einen Bauernhof. Schweinemast gehört dazu; außerdem sind auf dem Hof rund 30 Pensionspferde eingestellt. Zusätzlich ist er seit zehn Jahren bei einer Saatgutfirma beschäftigt, seit sieben Jahren als Freiberufler. Durch diese Tätigkeit habe er vieles gelernt, auch den Umgang mit verschiedenen Menschen.

    Bisher keine politische Erfahrung

    Politisch betätigt sich Christian Hähnlein bislang nicht. Für ihn stand zunächst sein Berufsweg und die Gründung einer Familie im Mittelpunkt. Zwei Kinder, sieben und fünf Jahre, hat er mit seiner Frau. "Mit 35 Jahren bin ich jetzt in einem gutes Alter zum Einstieg in die Politik. Ich habe schon Erfahrung gesammelt und kann mich auf etwas Neues einstellen", meint er.

    Als Landwirt liegt Hähnlein die Natur am Herzen. Von klein auf ist er in die Landwirtschaft hinein gewachsen. Seine Familie bewirtschaftet einen von fünf Vollerwerbsbetrieben, die es in Wüstenfelden noch gibt. Zuletzt fuhr er auch zu den Demonstrationen der Bauern mit, um seinem Berufsstand mehr Stimme zu verleihen.

    Die Landwirtschaft ist eines der Themen, die er sich für Castell vorgenommen hat. Dazu nennt er den Ausbau der Flur- und Landwirtschaftswege. Davon würde auch der Tourismus durch Wanderer und Radfahrer profitieren. Zuvorderst gelte es aber, in der Gemeinde, die anstehenden und bereits laufenden großen Projekte weiter zu führen. Das sind die Kläranlage, bei der ein Neubau oder der Anschluss an eine Nachbargemeinde kommen wird. In diesem Fall müsse man "gut prüfen und überlegen, wie man weiter macht". Ein weiterer Punkt sei die Dorferneuerung, von der nach Castell der Gemeindeteil Greuth und auch Hähnleins Heimatort Wüstenfelden profitieren sollen.

    Alt und Jung mitnehmen

    Das Zusammenleben will der Kandidat ebenfalls unterstützen, ebenso das rege Vereinsleben und den Erhalt der Ortskerne. Ohne die Vereine leide die Gemeinschaft. Überhaupt müsse Castell ein attraktiver Wohnort bleiben. Bauland schaffen, bestehende Siedlungen ausbauen, Leerstände vermeiden, die Einrichtungen zur Betreuung von Kindern müssten weiterhin vorhanden sein. "Wir wollen junge Leute hier halten", nennt Hähnlein ein weiteres Ansinnen.

    Beim Punkt Gewerbe sieht Hähnlein Nachholbedarf. Die günstige Lage der Gemeinde mit ihrer guten Anbindung, etwa in Greuth, soll vor allem kleinere, mittelständische Firmen anlocken. Landwirtschaft, Wald und Weinbau präge Castell; auch das müsse erhalten werden. Im Wald und beim Punkt Umweltschutz stehen neue Herausforderungen an, die es zu meistern gelte. Gerade beim Wald sei es wichtig, ein Konzept zu erstellen, welche Bäume künftig am sinnvollsten zu pflanzen seien. "Wir kriegen das ja selbst mit, wie sich die Bestände entwickeln."

    Die Formel "Alt und Jung gemeinsam in eine sichere Zukunft" treffe seine Vorstellungen am besten, meint er. Als Ortsoberhaupt wolle Hähnlein mittendrin sein, keine Sprüche klopfen und sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

    Christian Hähnlein
    Christian Hähnlein Foto: Andreas Stöckinger
    Geboren: 20.9.1984
    Wohnort: Wüstenfelden
    Beruf: Staatlich geprüfter Agrarfachwirt
    Ehrenamt: Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Wüstenfelden und Maschinist; 2. Vorsitzender der Dorfjugend
    Familie: verheiratet, zwei Kinder
    Hobbys: Familie, Vereine, Natur

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