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    Iphofen

    Keine Hallen mehr für Hausboote?

    Scheunen und Hallen wie auf diesem Symbolbild bei Iphofen möchte die Stadt an einem Standort in der Flur konzentrieren. Die Nachfrage nach Grundstücken ist groß. Foto: Robert Nowak

    Wohin mit Wohnmobil, Traktor oder Hausboot, wenn man in der Altstadt wohnt und dort weder Garage noch Hof besitzt? Wer zahlungskräftig ist, kann sich dazu in Iphofen auf einem eigens von der Stadt geschaffenen Gelände unterhalb der Weinbergslage Kalb ein Grundstück kaufen und eine Halle darauf bauen. Das Angebot ist so verlockend, dass immer mehr Iphöfer es nutzen. Die erste, vor Jahren ausgewiesene Fläche ist bereits bebaut – jetzt will die Stadt Platz schaffen für weitere zehn bis 15 dieser Hallen. Stadträte wie Rupert Maier sehen diesen Boom skeptisch und sprechen offen von Missbrauch, denn eigentlich sei die Absicht der Stadt damals eine ganz gewesen.

    Für "Hinz und Kunz" nicht gedacht

    Die Idee der Stadt war es, eine Zersiedelung der Landschaft durch einzelne Maschinenhallen zu verhindern und stattdessen einen zentralen Standort dafür auszuweisen. Das Angebot richtete sich aber weniger an Privatleute als an Landwirte, jenen Personenkreis also, der durch seinen Berufsstand als privilegiert gilt und deshalb auch im Außenbereich bauen darf. Auch Winzer fallen noch unter die angesprochene Klientel. „Dass jetzt Hinz und Kunz von auswärts kommt und hier baut, war so nicht gedacht“, sagte Maier am Montagabend in der Sitzung des Bauausschusses. „Dafür haben wir ein Industriegebiet.“ Er sieht – bei ähnlicher Freizügigkeit wie bislang – auch die neue Fläche bald verbraucht.

    Für Bürgermeister Josef Mend stellt sich das Problem nicht ganz so drastisch dar. Unter den Bauherren der Maschinenhallen seien sicherlich „einige, denen man die Privilegierung absprechen kann“, aber sehr viele, die in der Landwirtschaft ihren Nebenerwerb haben. Die entstandenen kleineren Hallen dienten zum Abstellen von Hängern und Schleppern und seien dort besser aufgehoben als in den Baugebieten. Aber natürlich könne der Stadtrat ein Vorkaufsrecht für die Hallengrundstücke beschließen, nach dem künftig nur noch Privilegierte Zugriff hätten. Maier sprach sich offen für ein solches Vorkaufsrecht aus. „Wir kommen sonst bald wieder an unsere Grenzen.“

    Liegt die Lösung in gemeinsamer Nutzung?

    Vizebürgermeister Ludwig Weigand brachte pragmatische Gründe in die Diskussion ein. „Ich möchte nicht, dass Leute aus der Altstadt, die etwa ein Holzrecht besitzen, keine Halle mehr bauen dürfen. Wo sollen die Leute hin mit ihren Sachen?“ Da musste auch Maier durchschnaufen, weil er keine Lösung parat hatte. So einigte sich der Ausschuss erst einmal darauf, die Verwaltung prüfen zu lassen, wie man die Nutzung dieser Grundstücke künftig steuern könne, möglicherweise in Form einer Maschinenhallen-Gemeinschaft. „Das gibt es in vielen Orten“, sagte Weigand.

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