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    Marktsteft

    Kiefernsterben im Stadtwald

    Der Wald, der Biber und eine Gartenordnung: Das waren die Themen in der Ratssitzung in Marktsteft am Montagabend. Der Wald ist im Umbau, der Biber im Konflikt mit einem Naturdenkmal und die Gartenordnung muss erst noch überarbeitet werden.

    Der Marktstefter Wald erwirtschaftet gerade ein "dickes rotes Minus", das aber Forstbeamter Achim Volkamer am Montag als "verhältnismäßig" bezeichnete. Denn es gibt "Probleme im Wald, die wohl mit dem Klimawandel zu tun haben", so der Fachmann. Teile des Waldes stehen auf Sandboden und sind vor allem mit Kiefern bewachsen. Und die haben mit Sommerhitze und Trockenheit massive Schwierigkeiten, sind anfällig für Pilze und Insekten. "Die Kiefer werden wir verlieren", so die Prognose von Volkamer. Da dies nicht nur in Michelfeld so ist, schwemmen gerade "Massen an Kiefernholz den Holzmarkt", mit entsprechenden Folgen für den Erlös.

    Schon 2018 war dem Stadtrat klar: Dort müssen wir etwas machen. Also werden rund 1,5 Hektar eingezäunt, werden vielleicht widerstandsfähigere Bäume gepflanzt, wie etwa Vogelkirsche, Elsbeere, Roteiche, Esskastanie oder Orientbuche. Dazu die Hoffnung, dass in der Zäunung auch heimische Sorten die Möglichkeit zum Aufwuchs haben. Die Chancen dafür? "Wir hoffen, dass wir einen schönen Mischwald hinkriegen, irgendwas wird durchkommen", sagte Volkamer und stellte fest: "Waldumbau ist mittlerweile Walderhalt."

    Rote Zahlen im Forst

    Das Minus im Wald beläuft sich im kommenden Jahr voraussichtlich auf rund 5200 Euro, was vor allem den geringen Einnahmen in Höhe von 4200 Euro beim Holzverkauf geschuldet ist.

    Vor allem im Bereich "An der Fähr" bereiten die Kleingärten der Stadt den Räten Sorge. Die werden zum Teil als Lagerplatz genutzt, manche sind verwildert. Kein schöner Zustand, doch ist die rechtliche Lage mit alten Verträgen nicht einfach. Deshalb soll eine Gartenverordnung nun Sicherheit schaffen, denn es gibt durchaus junge Familien, die Interesse an einem Kleingarten haben.

    Entwurf einer Gartenverordnung

    Der vorgelegte Entwurf einer Gartenverordnung stammt von der Stadt Würzburg und ist in einigen Bereichen nicht auf Marktsteft umsetzbar. Deshalb will zweiter Bürgermeister Dieter Lang in kleinerem Gremium das Ganze auf Marktstefter Verhältnisse ummünzen und dann wieder vorlegen.

    Der Biber ist in die die Idylle rund um die Michelfelder Seen eingebrochen und verändert die Landschaft dort, unter anderem ein Naturdenkmal, nach seinen Vorstellungen. Vom Nager bleiben auch größere Bäume nicht verschont, was nicht jedem gefällt. Biberbeauftragter Klaus Petter sah bei einem Ortstermin die Lage nicht so dramatisch und riet dazu, die Bäume auch richtig zu sichern. Was den Widerspruch Ratsgremium provozierte.

    Ruf nach Abschussgenehmigung

    "Wenn wir ein Naturdenkmal haben, soll das dann auch bleiben und nicht vom Biber kaputt gemacht werden", so etwa Otmar Senft. Die Forderung im Rat: Man möge eine Abschussgenehmigung beantragen.

    Widerspruch von Dieter Lang: Zum einen seien die Warnungen nicht ernst genug genommen und Bäume nicht gesichert worden. "Selbst wenn man die Biberfamilie auslöscht, ist das ein so tolles Revier, dass spätestens in zwei Jahren wieder ein Biber da ist", so Lang. Und weiter: "Der Biber hat dort kostenfrei ein Biotop hingezaubert, das wir mit dem Bagger nicht geschafft hätten."  Am Ende folgte keine Entscheidung.

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