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    Kitzingen

    Kinderakademie: Von den Merowingern bis zur Würgeschlange

    Die Kinderakademie als Erfolgsmodell: Vor zwölf Jahren startete die Vorlese-Reihe in der Alten Synagoge in Kitzingen – und sie erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.
    Auch das ist Kinderakademie: Im Jahr 2017 ging es um den Traum vom Fliegen, samt eines echten Segelfliegers direkt hinter der Alten Synagoge. Foto: Frank Weichhan

    Los ging's vor 1400 Jahren mit den Merowingern: Die Kitzinger Kinderakademie hat in den vergangenen zwölf Jahren nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt. Die Nachwuchs-Studenten sind nach wie vor mit Eifer bei der Sache, berichtet die Organisatorin, Regionalmanagerin Maja Schmidt. 

    Frage: Wann war die allererste Veranstaltung – und worum ging es?

    Maja Schmidt: Wir sind im Januar 2007 mit einem geschichtlichen Thema eingestiegen: 'Ein ganz normaler Tag – vor 1400 Jahren! Kommt mit auf eine Reise in die Zeit der Merowinger!'.

    Wer hat's erfunden?

    Schmidt: Die Idee ist in der Förderphase der europäischen Förderung Leader plus 2005 entstanden. Verschiedene Beteiligte haben sich überlegt, ob man ein attraktives Bildungsangebot – angelehnt an die Idee der Kinder-Unis – nicht auch im Kitzinger Land schaffen könnte. Anfang 2007 konnten wir dann mit den ersten Vorlesungen starten.

    Regionalmanagerin Maja Schmidt organisiert von Anfang an die Kinderakademie. Foto: Corinna Petzold
    Wie viele Veranstaltungen gab es seither? Wie viele Studenten kamen im Laufe der Jahre zusammen?

    Schmidt: Wir hatten inzwischen rund 60 Vorlesungen zu den unterschiedlichsten Themen. In den vergangenen Jahren hatten wir pro Semester meist fünf Vorlesungen mit rund 400 bis 500 Teilnehmer.

    Woher kommen die Kinder? Und von welchem Alter reden wir?

    Schmidt: Die Grundschulkinder kommen aus dem gesamten Landkreis, nahezu aus allen Kommunen waren schon Studierende bei der Kinderakademie. Viele Teilnehmer sind natürlich aus Kitzingen.

    Wo liegen die Themen-Schwerpunkte?

    Schmidt: Wir versuchen immer, eine bunte Mischung an Themen abzudecken. Themen, die die Kinder nicht sowieso schon in der Schule auf dem Lehrplan haben.

    Welches Thema fanden Sie persönlich am spannendsten?

    Schmidt: Besonders gern denke ich an die Vorlesung mit dem Titel 'Was glaubst du?' zurück, die wir schon zwei Mal im Programm hatten. Da stellen Vertreter der Kirchen, der Moschee und der Alten Synagoge ihre Gotteshäuser und die religiösen Bräuche im gemeinsamen Gespräch vor. Spannend war auch die Vorlesung über Schlangen im Oktober, bei der einige echte Würgeschlangen dabei waren.

    Gibt es einen Trick, Themen kindgerecht zu machen?

    Schmidt: Die Fakten sollten möglichst anschaulich und erzählerisch verpackt werden. Die meisten Dozenten lassen bei uns auch viele Fragen zu oder lassen die Kinder auch mal Antworten reinrufen oder per Handzeichen abstimmen. Aber viel interaktiver darf man es bei rund 100 Kindern auch nicht machen, sonst wird es schnell unruhig

    Was hat sich über die vergangenen zwölf Jahre verändert?

    Schmidt: In den ersten Jahren waren es sehr viele Kinder, da es ein neues Angebot war. Vielleicht hat der erste Pisa-Schock auch noch reingespielt. In den vergangenen Jahren haben wir uns aber bei den oben genannten Studierendenzahlen eingependelt.

    Wie finanziert sich das Projekt?

    Schmidt: Die Eltern können eine kleine Spende hinterlassen und den Rest übernimmt die Lokale Aktionsgruppe Z.I.E.L., der Verein, der vor allem für die Abwicklung der europäischen Leader-Förderung zuständig ist. Da die Dozenten ehrenamtlich mitwirken, fallen aber nur recht geringe Material- und Fahrtkosten an.

    Wie geht es 2020 weiter?

    Schmidt: Am 18. Januar heißt es in der Alten Synagoge: Was ist Chemie? Martin Schwab erklärt, was ein Chemiker macht und wie eine chemische Reaktion abläuft. 

    Das bisher schönste Dankeschön?

    Schmidt: Immer wieder höre ich von Eltern, deren Kinder zwar aus dem Kinderakademie-Alter herausgewachsen sind, dass sie aber weiterhin noch über den Mail-Verteiler verfolgen, was an Themen angeboten wird. Wer sich in den Mail-Verteiler aufnehmen lassen möchte, kann dies am besten über eine E-Mail an lag-ziel@kitzingen.de tun.

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