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    KITZINGEN

    Kitzingen: „Eine Stadt, in der es sich zu leben lohnt“

    Beim Neujahrsempfang in der Rathaushalle ehrte OB Siegfried Müller (Mitte) die engagierten Ehrenamtlichen Karl Köberlein... Foto: Andreas Brachs

    Der Neujahrsempfang der Stadt Kitzingen in der Rathaushalle stand am Freitagabend unter dem Motto „Wohnen – Leben – Arbeiten in Kitzingen, eine Stadt verändert sich“.

    Darüber sprach als Gastredner Stadtbaumeister Oliver Graumann . . .

    Oberbürgermeister Siegfried Müller sagte angesichts der anhaltenden Verhandlungen über eine neue Bundesregierung: „Wir können nicht tatenlos auf die große Politik warten – die Erwartungen, Hoffnungen und Bedarfe aber auch die Sorgen und Nöte der Menschen hier in Kitzingen verlangen nicht nur den politisch Verantwortlichen permanent alles ab. Das erlebten auch die Menschen, die Verantwortung in Wirtschaft, Schulen, Behörden oder im Ehrenamt tragen.

    Für Kitzingen sei 2017 ein gutes Jahr gewesen. „Mein persönliches Highlight war der Tag der Franken, wo etwa 15 000 Besucher die hochwertigen Angebote und den Reiz unserer schönen Stadt genießen konnten.“ Weit über die Landkreisgrenzen habe die Stadt positiv von sich reden gemacht, befand der OB.

    Für die wachsende Zahl von Touristen und für die Einheimischen sei der Stadtschoppen eine tolle Initiative des Stadtmarketingvereins, auf dessen Fortführung man sich freue. Apropos Touristen: Zum 1. Februar übernimmt eine junge Frau die Leitung der Tourist-Information, kündigte Müller an. Und zwei Monate später wird eine weitere junge Frau die Leitung der Stadtbücherei antreten.

    Mit dem Umzug der Musikschule nach 26 Jahren in größere, bessere Räumlichkeiten in der Inneren Sulzfelder Straße würden die mehr als 1000 Schüler sowie ihre Lehrkräfte endlich sehr gute Rahmenbedingungen bekommen, freute sich der OB.

    Anlass zu großer Sorge gäbe dagegen die wachsende Zahl von Kindern und Familien, die in prekären Wohn- und Lebensverhältnissen zurechtkommen müssten. „Gerade wir Politiker werden auch daran gemessen, was wir für die Schwächsten unter uns tun“, sagte Müller.

    Sorgen bereite ihm auch, dass zwar Schulen und Kinderbetreuungsplätze modernisiert und ausgebaut würden, es aber an Lehrern und Betreuungskräften in Kitas, Altenheimen und Krankenhäusern fehle. Polizisten und ehrenamtliche Rettungskräfte würden beschimpft, und Mitarbeiter der Stadt müssten sich immer öfter anpöbeln lassen. Der OB sagte dazu: „Frieden ist mehr als die bloße Abwesenheit von Krieg. Wenn es uns nicht gelingt, den sozialen Frieden zu bewahren, ist der erreichte Wohlstand in unserem Land nicht viel wert.“

    Damit die Entwicklung der Stadt positiv verlaufe, „ringen 30 Stadtratsmitglieder und ich stets um den besten Weg und die beste Lösung. Ob etwa bei der künftigen Wohnungs- oder Obdachlosenpolitik – beides steht weit oben auf der Agenda des Stadtrats – können wir die Herausforderungen nur gemeinsam meistern.“ Zurzeit leben in Kitzingen Menschen aus über 90 Ländern zusammen – unter ihnen Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Hindus und Atheisten, zitierte der OB die Statistik und plädierte für ein friedvolles Miteinander: „Überlassen wir unsere Gesellschaft nicht denjenigen, die Unfrieden säen und sie spalten wollen, die vorgeben, mit vermeintlich einfachen Antworten in einer globalisierten Welt Lösungen zu haben.“

    Kitzingen habe gute Voraussetzungen und viele Potenziale. „Lassen Sie uns den Weg gemeinsam und mit Optimismus anstatt mit Besserwisserei und Verzagtheit gehen.“ Für ihn sei Kitzingen „eine Stadt, in der es sich zu leben lohnt“.

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