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    Kitzingen: Wie gut funktionieren öffentliche Verkehrsmittel?

    Maxi und Henry haben Spaß im Bus. Sie testen mit ihrer Mutter Verena Meierott, wie gut sie damit in Kitzingen an ihr Ziel kommen.
    Foto: Maria Faiß

    Montag 11 Uhr in der Moltkestraße: Dort ist der Startpunkt für den Praxistest einer Mutter, mit ihren beiden Kindern mit einem öffentlichen Bus zur Klinik Kitzinger Land zu gelangen. Dabei möchte sie weitestgehend auf die Verwendung von Smartphone und Internet verzichten. Organisiert wird diese Aktion von der Frauen-Union (FU) Kitzingen. Insgesamt sind bis jetzt drei Termine angesetzt, bei denen die FU den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Kitzingen genauer unter die Lupe nimmt. Dabei liegt der Fokus auf Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. So zum Beispiel Mütter mit großen Kinderwägen, Senioren mit Rollatoren und anderen Gehhilfen oder auch Personen mit einer körperlichen Behinderung.

    Busfahren mit Kind und Kegel

    Verena Meierott, stellvertretende Ortsvorsitzende der FU, und ihre zwei Kinder Maxi und Henry machten sich mit Kinderwagen auf den zehnminütigen Fußweg zum Kitzinger Bahnhof, um von dort aus in den Bus zu steigen. Ziel war die Klinik Kitzinger Land. Begleitet wurden sie dabei von Sabrina Stemplowski, der Kreisvorsitzenden der Jungen Union Kitzingen.

    Rätseln vor den Fahrplänen. Keiner weiß so genau wann und wohin die Busse fahren.
    Foto: Maria Faiß

    Henry war schon ganz aufgeregt und konnte es gar nicht abwarten endlich Bus zu fahren. Ständig fragte er seine Mama wann es endlich los geht. Am Bahnhof angekommen, entstand Verwirrung. Es gab mehrere Bushaltestellen, jedoch keine Übersicht, wo welche Buslinie fährt. Per Zufall wählte Verena Meierott die richtige Haltestelle und suchte auf dem Fahrplan nach der nächsten Abfahrtszeit.

    Bei fünf von sieben Buslinien fehlt der Fahrplan

    Henry, der endlich in einen Bus steigen wollte, musste sie dann leider enttäuschen. Der nächste Bus fuhr erst in einer Stunde – hätten sie einen Termin gehabt, wäre das für sie ein Problem gewesen. Außerdem waren von sieben Buslinien, die von der Haltestelle abfahren, nur zwei mit einem Fahrplan ausgeschildert.

    Nachdem sie so lange warten mussten, freuen sich Henry und Maxi darüber, endlich in einem Bus sitzen zu dürfen.
    Foto: Maria Faiß

    Eine Alternative wäre das Sammeltaxi des Verkehrsbunds. Eine Mitarbeiterin am Telefon teilte Verena Meierott mit, dass sie allerdings auch auf dieses 40 Minuten warten müsste und die Fahrt 15 Euro kostet. Ein Taxifahrer am Bahnhof gab ihr die Information, dass die Fahrt zur Klinik bei ihm etwa acht Euro kostet. Informationen zu den Preisen der Bustickets gab es weder an den Haltestellen, noch am Telefon des Verkehrsbund.

    Weil der Taxifahrer am Bahnhof keine Kindersitze im Auto hatte, entschied sich Verena Meierott dafür, auf den Bus zu warten. "In einer Notsituation hätte ich das Taxi genommen, aber nicht ohne Kindersitze. Das stellt ein großes Sicherheitsrisiko dar." Maxi und Henry waren mittlerweile gelangweilt, aber die Wartezeit nutzten sie, um eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken

    Verena Meierott im Gespräch mit einem Busfahrer.
    Foto: Maria Faiß

    Endlich am Ziel

    Ein Busfahrer der gerade Pause machte, konnte genauere Auskunft zu den Fahrplänen geben und Verena Meierott über die Preise aufklären. Erwachsene zahlen für die Fahrt 1,50 Euro, Kinder fahren bis zum sechsten Lebensjahr kostenlos mit. Außerdem durften Maxi und Henry im parkenden Bus spielen, endlich sahen sie einen Bus von innen.

    Nach der langen Wartezeit kam der Bus zum Krankenhaus pünktlich und der Fahrer half beim Einladen des Kinderwagens. Die Rückfahrt lief dann unproblematisch, die Wartezeit war kurz.

    Am Ziel: Nach über einer Stunde Wartezeit erreicht der Bus zur Klinik Kitzinger Land pünktlich die Haltestelle.
    Foto: Maria Faiß

    Das Resümee fällt durchwachsen aus

    Das Fazit der Familie am Ende ihres Versuchs: Die Busfahrer sind meist nett und hilfsbereit und die Busse sind pünktlich an den Haltestellen. Im Bus war immer genug Platz für den Kinderwagen, allerdings war der Bus auch nicht stark ausgelastet.

    Ohne Handy und Internet kamen sie im öffentlichen Nahverkehr nicht weit, da es manchmal keine Informationen zu Abfahrtszeiten an der Haltestelle gab. An vielen Stationen gab es keine Bänke, was für ältere Personen vor allem bei längeren Wartezeiten ein Problem darstellen kann. Ein Ratschlag noch: Wer unter Zeitdruck Bus fährt, der sollte sich vor der Fahrt über die genauen Abfahrtszeiten informieren, um lange Wartezeiten oder Verspätungen zu vermeiden.

    Als zweiten Selbstversuch testet die FU die Strecke von Michelfeld nach Kitzingen zum Einkaufen.

    Verena Meierott und ihre zwei Kinder Maxi und Henry erkundigen sich bei einem Busfahrer nach Abfahrtszeiten und Ticketpreisen. Foto: Maria Faiß

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