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    Volkach

    Kopf-an-Kopfrennen in Volkach

    Um die riesigen Stimmzettel, wie die der Kreistagswahl auszuzählen, brauchte es viel Platz. Volkachs Wahlleitung tagte am Sonntagabend bis weit nach Mitternacht in der Mainschleifenhalle, um ihren wichtigen Job zu machen. Die Auszählung wurde am Montag fortgesetzt.
    Um die riesigen Stimmzettel, wie die der Kreistagswahl auszuzählen, brauchte es viel Platz. Volkachs Wahlleitung tagte am Sonntagabend bis weit nach Mitternacht in der Mainschleifenhalle, um ihren wichtigen Job zu machen. Die Auszählung wurde am Montag fortgesetzt. Foto: Katja Eden

    Lange Zeit sah es im Volkacher Rathaus am Sonntagabend nach einem Zielfotoentscheid im Wettstreit um das Amt des neuen Bürgermeisters aus. Vor Auszählung des letzten Stimmbezirks lagen Heiko Bäuerlein (CSU) und Udo Gebert (FWG) praktisch gleichauf. Die Auszählung des letzten Briefwahlbezirks brachte doch noch eine eindeutige Entscheidung. Bäuerlein hatte am Ende mit 36,01 Prozent die Nase vorn, Gebert holte mit 32,89 Prozent die zweitmeisten Stimmen. Beide Anwärter auf den Chefsessel im Rathaus treten nun bei der Stichwahl in 14 Tagen erneut an.

    Von den 7224 Wahlberechtigten gaben 5180 ihre Stimmen ab. Davon waren 23 ungültig. Bei einer Wahlbeteiligung von 71,71 Prozent erreichte Newcomerin Andrea Rauch (Die Grünen) auf Anhieb fast 20 Prozent (19,53). Mathias Krönert (FDP) mit 6,34 Prozent und Jürgen Wagenhäuser (SPD) mit 5,24 Prozent hatten keine Chance. Beide dürften aber nach aktuellem Stand ebenso wie Andrea Rauch als neue Ratsmitglieder in den Stadtrat einziehen.

    Keine Stichwahl erwartet

    "Halbfinalsieger" Heiko Bäuerlein war kurz nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses glücklich: "Ich freue mich sehr über den Etappensieg." Er hatte erwartet, dass es eine Stichwahl gibt. Begeistert vom für ihn guten Wahlausgang war auch Udo Gebert. "Ich hatte zwar gehofft, dass ich so weit nach vorne komme, erwartet habe ich das aber nicht unbedingt", meinte er. Beide Finalteilnehmer lobten den fairen Umgang miteinander im Wahlkampf.

    Mit einem weinenden und einem lachenden Auge äußerte sich Andrea Rauch kurz nach der Auszählung der Wahlzettel. "Ich wäre schon Bürgermeisterin geworden, aber von null auf 20 Prozent, das ist ja auch super", sagte sie. "Ich hatte nichts zu verlieren, eigentlich nur zu gewinnen." Die Grünen waren bislang nicht im Stadtrat vertreten und werden nach dem letzten Auszählungsstand gleich mit mehreren Bewerbern in den Stadtrat einziehen. "Wir werden den neuen Bürgermeister kontrollieren und aufpassen, dass im Stadtrat auch grüne Politik gemacht wird", versprach sie.

    Mathias Krönert meinte: "Ich laufe jetzt natürlich nicht freudestrahlend durch die Gegend. Aber mir geht es gut mit dem Wahlergebnis." Er sieht die Sache realistisch: "Es wäre schon vermessen gewesen zu sagen, dass ich im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit Bürgermeister werde. Ich war ja noch nie im Stadtrat." Das Wahlergebnis von über sechs Prozent sieht er als klaren Auftrag der Wähler, den er wohl als neues Ratsmitglied der FDP wahrnehmen wird. "Da kann ich mich dann beweisen", so Krönert. Aufgrund seiner beruflichen Situation sei der Wahlkampf für ihn sehr schwierig gewesen.

    Wagenhäuser zeigt sich enttäuscht

    Jürgen Wagenhäuser zeigte sich enttäuscht vom Wahlausgang. "Es wundert mich, dass die Wählerinnen und Wähler sich nicht getraut haben, einmal etwas anderes zu wählen." Seine Befürchtung für die nächste Amtsperiode: "Jetzt läuft es genau so weiter, wie gehabt." Er prophezeit: "Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wird in sechs Jahren genauso groß sein wie sie aktuell ist." Auch Wagenhäuser sieht den zurückliegenden Wahlkampf als fair an, mit Ausnahme des Grünen-Videos, das im Internet zu sehen war und Rauchs Kontrahenten als eine Art Kasperltheater auf die Schippe nahm. "Ich war enttäuscht, dass hier über einzelne Kandidaten hergezogen wurde. Das war unter der Gürtellinie", so Wagenhäuser.

    Für die beiden Stichwahlteilnehmer Bäuerlein und Gebert hat der Wahlkampf schon wieder begonnen. Wahlwerbung in eigener Sache zu machen, wird nicht einfach werden. Versammlungen oder Haustürbesuche werden aufgrund der Corona-Situation eine große Herausforderung. Was wollen sie trotzdem tun? "Für mich und unser Netzwerk werben", sagt Bäuerlein. Gebert will "noch einige Aktionen machen und unser Programm darstellen."

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