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    Kitzingen

    Landratswahl: Kitzingen bleibt Bischof-Sitz

    Amtsinhaberin Tamara Bischof holt bei der Landratswahl 74 Prozent der Stimmen. CSU-Herausforderer Timo Markert muss sich mit gut einem Viertel der Stimmen begnügen.
    Landrätin Tamara Bischof studiert den Wahlzettel für die Kreistagswahl im Landkreis Kitzingen.
    Landrätin Tamara Bischof studiert den Wahlzettel für die Kreistagswahl im Landkreis Kitzingen. Foto: Andreas Brachs

    Klares Votum für die Amtsinhaberin: Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler) setzte sich gegen ihren Herausforderer Timo Markert (CSU) problemlos durch. Sie holte 74 Prozent der Stimmen. Damit bleibt der Landkreis Kitzingen wie erwartet weiterhin Bischof-Sitz. Die 56-Jährige führt den Landkreis auch nach dem 1. Mai – dann in ihrer vierten Amtszeit. Den deutlichen Sieg kommentierte die alte und neue Landrätin als "sehr, sehr gut". Das Ergebnis empfinde sie als "großen Vertrauensbeweis". Sie versprach in einer ersten Stellungnahme zudem, "den Landkreis in den nächsten sechs Jahren weiterentwickeln" zu wollen.

    Ungleiches Duell

    In dem ungleichen Duell spielte die Dettelbacherin somit ihren Amtsbonus problemlos aus: Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2000 hat sie sich nunmehr zum vierten Mal zur Wahl gestellt.

    Der Vorteil der Juristin: Jeder kennt sie. Und: Sie bot kaum Angriffspunkte. Das musste letztlich auch ihr Herausforderer einsehen. Oder vielleicht auch nicht: Markert kündigte im Vorfeld an, am Wahlsonntag keine Stellungnahme abgeben zu wollen. So kam es dann auch: Er war am Sonntagabend nicht zu erreichen.

    Strategie zündete nicht

    Dass die CSU einen Gegenkandidaten aufstellte, dürfte vor allem eine Idee von MdL Barbara Becker gewesen sein. Als größte Fraktion im Kreistag sah die CSU erstmals nach 20 Jahren die Zeit gekommen, einen Gegenentwurf anzubieten. Genau das ging jedoch nicht auf: Statt auf ein bekanntes CSU-Gesicht zu setzen, wurde ein politischer Quereinsteiger ins Rennen geschickt. Die Strategie zündete nicht, für Profilierung blieb kaum Zeit.

    Markerts größtes Pfund dürfte denn auch seine CSU-Mitgliedschaft gewesen sein. Sein Ansatz, als Mann der Wirtschaft andere Akzente setzen und somit gegen die erfahrene Juristin und Verwaltungsmanagerin punkten zu wollen, erwies sich als wenig gewinnbringend.

    Vor Timo Markert hatte es zwei weitere Herausforderer gegeben: Im Jahr 2000 musste der bisherige Sulzfelder Bürgermeister Gerhard Schenkel die Segel gegen Bischof streichen. 2006 hatte Bischof dann ohne Gegner 97 Prozent der Stimmen geholt. Bei der Landratswahl 2012, die noch außerhalb des regulären Kommunalwahl-Turnus stattfand, trat Rafiq Iqbal für Grüne/ÖDP als politische Eintagsfliege an und holte 14,3 Prozent der Stimmen.

    Keine große Feier

    Tamara Bischof ging mit ihrem erneuten Sieg entsprechend routiniert um. Die Ergebnisse schaute sie sich daheim in Dettelbach an, ehe sie sich am Abend auf den Weg ins Landratsamt machte. Viel Händeschütteln war aus gegebenem Anlass sowieso nicht angesagt. Eine eigene Party war von Anfang an nicht geplant gewesen. Ganz aufs Feiern wollte die Landrätin dann aber doch nicht verzichten und steuerte später noch die im kleineren Rahmen stattfindende Wahlparty der Freien Wähler in Iphofen an.

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