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    Prichsenstadt

    Leserforum: Verstehen, woher der Unmut rührt

    Zum Thema "Endlich fomiert sich Widerstand..." vom 20. März erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

    Gerne möchte ich mich auf den Leserbrief einer Dame aus Prichsenstadt beziehen, die sich sehr froh geäußert hat, dass sich endlich Widerstand gegen die Steigerwaldbahn rege. 

    Ich persönlich denke, man sollte die Bevölkerung nicht in zwei Lager aufteilen, die sich gegenseitig bekämpfen. Deshalb möchte ich die Argumentation einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers respektieren, um besser zu verstehen, woher ein solcher Unmut rührt.

    Mein Eindruck der aktuellen Situation ist: In der Bevölkerung herrscht ein gewisses Informationsvakuum, unter anderem auch bedingt durch die beiden Landkreise, die noch zu wenig interagieren. Es gibt sehr wenige Menschen, die die Debatte über die Gesamtstrecke wirklich verfolgen, bzw. Fakten kennen. Daher kursieren, wenn überhaupt, Gerüchte und da passiert es schnell, dass aus Unwissenheit schleichend Angst wird und sich Lager bilden, die allerdings niemandem weiterhelfen.

    Deshalb möchte ich gerne auf einer sachlichen Ebene an ein paar Punkten ansetzen, um zumindest einen kleinen Versuch von Aufklärung zu unternehmen, die nicht an der Landkreisgrenze Halt macht.

    Soll die Zukunft wirklich auf der Straße stattfinden, möchte ich in puncto Biotopflächen anführen, dass alleine im Planfestellungsverfahren zum derzeitigen Ausbau der B286 sämtliche stark umweltbelastende Faktoren in Kauf genommen wurden, sogar die Rodung von Biotopflächen (und ganz explizit auch die Tötung von Tieren und die Veränderung des Mikroklimas!) und das ohne Widerstand der Bürger*innen. Die neuen Fahrstreifen bedeuten eine weitere einschneidende Flächenversiegelung von über 6 ha und einen Gesamtverlust von Bannwald (geschütztem Waldgebiet) von 3,61 ha. Wo bleiben da die Vögel, Insekten etc., die wir doch eigentlich schützen möchten? 

    Die Bahnlinie besteht wohlgemerkt seit über 100 Jahren, begünstigt weder Flächenfraß noch gefährdet sie die Natur. Es werden moderne Triebwagen eingesetzt, die nichts mit „alten Dampfrössern“ und Dieselloks gemein haben. Auch die Debatte um Glyphosat dürfte sich, bis besagte Bahn führe, längst durch die Politik erledigt haben. Apropos Emission: 1100 Lkw und über 10 000 Pkw, die die B286 täglich nutzen, bedeuten eine enorme Umweltbelastung, die in keinem Vergleich zur emissionsarmen Bahn steht.

    An letzter Stelle plädiere ich für seriöse Informationsveranstaltungen, die einen Austausch zwischen Experten und Bürger*innen zu Pro und Contra schaffen, da dies Unsicherheiten und Stimmungsmache Einhalt gebieten würde.

    Katja Haubenreich

    97357 Prichsenstadt

    Bearbeitet von Franziska Schmitt

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