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    Gnodstadt

    Männergesangverein Gnodstadt feiert 150-jährigen Geburtstag

    Der Jubiläumsverein, der Männergesangverein Gnodstadt, präsentiert sich zusammen mit den Sängerinnen des Gnodstädter Singkreises nach dem Gottesdienst auf der Bühne der Festhalle. Foto: Robert Haaß

    150 Jahre sind seit Gründung des Männergesangvereins Gnodstadt vergangen. Am Wochenende feierten die Sänger dieses große Jubiläum mit zahlreichen Gästen. Zum Auftakt startete am Samstag der Unterhaltungsabend mit den Marktbreiter Musikanten.

    "Einen reinen Männerchor zu präsentieren, ist heute eine große Aufgabe, die nur durch die Gemeinschaft im Ort zu tragen ist", sagte der Vorsitzende des Männergesangvereins Gnodstadt, Winfried Heinkel am späten Sonntagvormittag in der Reithalle des Ortes. Dass diese Gemeinschaft funktioniert und dass die Gnodstadter ihren Jubiläumsverein feierten, zeigte sich den ganzen Tag über. Viele Helfer waren beim Aufbau aktiv. Auch der Gottesdient am Vormittag in der Reithalle war sehr gut besucht.Mit von der Partie war der Singkreis des Gnodstadter Frauenchors, der gemeinsam mit den Männern auftrat. 

    Im Mittelpunkt stand immer der Gesang. Nach Totengedenken am Ehrenmal bereicherten die Sänger schon in der Früh den Gottesdienst. Im Anschluss daran begleitete der Jubiläums-Chor erst alleine und anschließend mit den Frauen des Singkreises die Grußworte des Vorsitzenden Winfried Heinkel und des Präsidenten des Fränkischen Sängerbundes, Friedhelm Brusniak.

    Nach dem Mittagessen stand das Stundensingen der Gastvereine im Sportheim und im Feuerwehrhaus auf dem Programm. Knapp 20 Gesangvereine aus der Umgebung präsentierten sich dort einem interessierten Publikum.Darauf stellten sich diese Chöre zusammen mit den Gnodstadter Vereinen, den Ehrengästen, den Ehrendamen und zwei Musikkapellen zum großen Festzug durchs Dorf auf. Anschließend begann der Festbetrieb mit den Zeubelrieder Musikanten.

    Lebendige Geschichte

    In ihrer Festschrift gingen die Sangesbrüder auf die lange Geschichte des Vereins ein, die im Verlauf von 150 Jahren immer Spiegel der gesellschaftlichen Ereignisse war. So ruhten die Aktivitäten des Gesangvereins in den Jahren des ersten Weltkriegs. In der Zeit zwischen 1914 und 1919 schreibt die Chronik: "Der Gesang verstummt. Vereinsgeschäfte ruhen. Neuwahlen werden nicht vorgenommen. Beiträge werden nicht erhoben."Auch die NS-Zeit hinterließ Spuren, 1933 wurden die ehemals zwei Gnodstädter Gesangvereine zum Zusammenschluss gezwungen, ein Jahr später mussten die Mitglieder "deutschstämmig und arischer Abstammung" sein, jüdische Sänger mussten den Verein verlassen.

    Pflege der Freundschaft

    Deshalb sprach der Präsident des fränkischen Sängerbunds, Friedhelm Brusniak auch von einem "musikkulturellem Seinsmographen" des Ortes. Die seit der Gründung festgeschriebenen sozialen Aufgaben: die Pflege der Freundschaft und das gesellige Vergnügen in Verbindung mit musikalischer Bildung wurden auch durch die dunklen Zeiten der Vereinsgeschichte nicht verändert.

    "Die Historie des Vereins ist daher nicht nur ein kulturgeschichtlicher Spiegel, sondern auch eine gesellschaftspolitische Mahnung, stets daran zu erinnern, welch hohe Bedeutung die Wahrung von Freiheit und Menschenrechten in unserer demokratischen Gesellschaft hat. Keine andere Kraft als die Macht der Musik kann solche fundamentalen Einsichten emotional besser verankern", sagte Brusniak. Vereinsvorsitzenden Winfried Heinkel hob hervor: "150 Jahre kulturelles Schaffen ist eine Verpflichtung, die es auch künftig weiter zu tragen gilt."

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