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    VOLKACH

    Main-Hotel Volkach: Räte hätten sich "etwas überfahren lassen"

    „Warum haben die Stadträte ihre Zustimmung zur Bauvoranfrage des Main-Hotels gegeben?“ – eine Frage, die viele Mitglieder der Bürgerliste in Volkach umtreibt. Sie ist auch die zentrale Frage beim Monatstreffen Anfang April. Viele Mitglieder und Interessierte haben an der Sitzung teilgenommen, um ihre Fragen an die Stadtratsmitglieder der Bürgerliste heranzutragen.

    Jochen Flammersberger, der Vorsitzende der Bürgerliste, erklärte, man habe sich in der Stadtratssitzung schon „etwas überfahren lassen“. Zwar wurde das Projekt schon im Vorfeld in einer nichtöffentlichen Sitzung und anschließend im September 2017 im Rahmen der öffentlichen Stadtratssitzung vorgestellt, allerdings ohne die Unterlagen, welche mittlerweile durch die Bürgerinitiative „LAMA“ recherchiert wurden. Die zeigen beispielsweise das negative Gutachten eines Ingenieurbüros.

    Innerhalb der Fraktion der Bürgerliste hatte man damals während der Sitzung die Rechtmäßigkeit der Bauleitplanung angefragt. Der Bürgermeister habe das jedoch als gegeben dargestellt. Eine schriftliche Nachfrage im Nachgang habe die Rechtsaufsichtsbehörde und die Untere Baubehörde im Landratsamt in Kitzingen „oberflächlich offenhaltend“ beantwortet.

    Es sei doch befremdlich, dass den Stadträten, welche immerhin die Kommune nach außen vertreten, nicht alle Informationen zugängig gemacht wurden, so einige Teilnehmer der Versammlung. Ärger auch darüber, dass ein so „landschafts- und politikprägendes Thema“ bei der Stadtratsitzung innerhalb von 10 Minuten im Rahmen einer Kurzpräsentation mit anschließender Frage- und Antwortrunde abgehandelt wird. Flammersberger räumt ein, man hätte in der damaligen Sitzung mit dem jetzigen Wissensstand definitiv anders abgestimmt.

    Unverständnis auch darüber, dass einem Bootsverleiher an der Volkacher Mainlände in einer vergangenen Sitzung ebenfalls ein Bauantrag genehmigt wurde, der zwar mit Sicherheit kleiner und unauffälliger geplant ist, jedoch dadurch nicht rechtmäßiger sein dürfte. Die Bürgerinitiative plane daher bereits ein Bürgerbegehren, so eine Vertreterin. Man wolle den Bürgerentscheid zu diesem Thema baldmöglich erwirken. Die Bestrebungen und das Vorgehen der Initiative sahen die Anwesenden positiv an.

    Generell sei es aber auch geboten, den Flächennutzungsplan zu ändern und für angedachte Gebiete einen Bebauungsplan aufzustellen. Erst dann sollte man sich innerhalb des Ratsgremiums über die Realisierung derartiger Projekte Gedanken machen, so der Vorsitzende.

    Bearbeitet von Julian Rohr

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